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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-10-01 · Heft 1 (Oktober 1865) · p. Seite 24

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 1 (Oktober 1865)
Date
1865-10-01
Page
Seite 24 (sequence 29)
Language
German
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Lt Jllustr. Monatsh. für dir gcs. Jirtrrrssrn deö Zudenthums. wird ihnen sogar geboten, ihre Gebräuche nach denen der Christen umzuanderii und auf solche Weise ihr Leben ciirzurichten. „Was unser Vater unterlassen hat, das glauben wir cinführen zu müssen", so heißt es dort, „und beben darum alle früher» Gesetze in Betreff der Juden ans und gebieten ihnen, nicht anders, als die heilsame und reine christliche Lehre es verlangt, zu leben." Daß freilich das Gesetz in den damaligen Zuständen ziemlich wirkungslos blieb, ziemlich spurlos an den Juden vorüberging, ist bekannt. Die inner» Gesetze und Cinrichtungen der Juden, wenn wir uns so ausdrücken dürfen, hat Diodor einer langen Betrachtung unterworfen, die, wenn sic auch viel Unwahres enthält, doch durchaus von keinem gehässigen Sinne erfüllt ist. Cr kennt die Einrichtung der zwölf Stämme, das Pricsterthum, welches das Königthum vertritt, den Hohenpriester und seine Functionen, die Gesetze über den Kriegsdienst, die Vertheilung des Landes, in der er freilich den Priestern ein größeres Stück Land als den übrigen zuertheilen läßt, während sie in Wirklichkeit keinen Landbesitz erhielten, und viele andre und fügt zum Schluß noch hinzu: „Unter der später» Uebermacht der Perserhcrrschast und der sie anflösenden Macedonier wurde durch Vermischung mit Fremden vieles in den väterlichen Sitten der Inden erschüttert." Die mannichfachen Jrrthümer, die in Diodor's Schilderung zu finden sind, hat Frankel (in seiner Monatsschrift, 5. Jahrgang, S. 87) richtig nachgewiesen. Diese Gesetze der Juden, von denen einzelne noch bei mchrern Schriftstellern erwähnt werden — Tacitus nennt sic) wie wir oben gesehen haben, widersinnig und armselig, Rutilius Numatianus streng und kalt — sind, darin ist die Meinung des ganzen Alterthums eine ungetheilte, den übrigen Völkern feindlich entgegengesetzt. Und trotzdem daß sic den Glauben der Juden für den falschen, unrichtigen hielten, melden sie doch, daß man sich häufig der Träume wegen an dieselben gewendet habe. Wir finden dies namentlich dadurch bestätigt, daß Tacitus in den Annalen manchmal statt Chaldäer, der angestellten Mathematiker, Astrologen und Tranmdenter in Rom, einer Menschenklasse, die, wie er einmal in den Historien bemerkt, von jedem Kaiser verboten und des Landes verwiesen, sich doch immer wieder einstcllt und ausgenommen wird, Juden setzt. „Sie schlafen unter den Bänmen", ruft Juvenal aus (8at. VI, 3'ckZ) und sind treue Verkünder der Botschaften des Himmels, ihre Träume stehen ihnen für Geld feil." Auch Strabo berichtet dasselbe noch ausführlicher. „Cs ist den Juden geboten, im Heiligthum zn schlafen, um sowol für sich als auch für andere glückliche Träume zu erhalten." Trotz dieser mehrfachen einstimmigen Berichte tonnen wir doch natürlich der Meinung nicht beistimmen, sondern müssen sie als eine erdichtete, »n berechtigte zurückweisen. Aber die alten Schriftsteller beruhigen sich damit nicht, sondern gehen weiter, um mit logischer Schärfe die Sache weiter zu hehandeln und neue, überraschende Resultate aus denselben zn ziehen. Wenn Opfer dargebracht werden, müssen Priester vorhanden sein, die ihnen vorstehen, wenn Träume ertheilt werden, muß es Jnspirirtc geben, die sie empfangen, Tranmdenter, die sie auslegen; ein jeder Dienst bedarf vieler Personen, die ihn ausüben. Die Juden müssen es sich daher wohl oder übel gefallen lassen, nach einer freilich ganz logisch geschlossenen Folgerung, die aber leider auf einem falschen Grunde aufgebaut ist, daß ihnen Traumdeuter, fälsche Propheteil, kurz nach einer damals üblichen Bezeichnung Magier, zugeschrieben werden. Ihren Ursprung leitet Celsus voir den Betrügern, den Urvätern der Juden ab, die aus Aegypten vertrieben wurden, auch Justinus neigt sich derselben Erklärung zn, Diogenes Laertius verzeichnet die Meinung einiger, daß der Juden ganzes Volk diese Kunst betreibe (Vorrede, 0) und ans diesem Grunde, daß sozusagen der Name der Magier gleichbedeutend mit dem der Juden sei, hat man eine andere Stelle desselben Schriftstellers, in der er mittheilt: Plato begab sich nach Aegypten zu den Propheten, zu

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