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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-10-01 · Heft 1 (Oktober 1865) · p. Seite 20

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 1 (Oktober 1865)
Date
1865-10-01
Page
Seite 20 (sequence 25)
Language
German
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20 Jllustr. Monatsh. für die ges. Interessen des Judenthums. haltslosigkeit als die wahrsten und getreuesten Berichte. Wir wollen nicht sagen, daß die Schriftsteller, die uns die Berichte, auf die wir im Folgenden etwas näher eingehen wollen, mitgetheilt haben, von der Wahrheit derselben überzeugt gewesen sind, wir halten dieselben vielmehr blos für Erzählungen und Erdichtungen, die der Erste erfand, um sich und seinen Zeitgenossen einigermaßen Aufklärung über diesen ihnen räthselhaft vorkommendcn Gegenstand zu geben, Erzählungen, die dann die nachfolgenden Schriftsteller kein Bedenken trugen ohne Prüfung und Ueberlegung, nachzuschreiben; wem aber diese allerdings etwas zweifelhafte Ehre der Vaterschaft gebührt, bleibt dahingestellt. Doch jedenfalls das Kind lebt und macht sich durch lautes Geschrei bemerkbar. Denn bei fast allen alten Schriftstellern, die wir hier in Betracht ziehen können, finden wir die Ansicht ausgesprochen, daß die Juden an ihrem heiligsten Feste (mit diesem Namen bezeichnet Plutarch den Sabbat) den ganzen Tag gefastet hätten; ja diese Meinung scheint so verbreitet gewesen zu sein, daß sie selbst sprichwörtlich wurde, wie wir z. B. bei Sueton lesen (vit. simg. e. 76), Augustus habe in einem Brief an den Tiberius geschrieben: „Kein Jude, mein lieber Tiberius, hält sein Fasten am Sabbat strenger, als ich es heute gehalten habe." Woher, diese Frage wirft sich uns wol zunächst auf, woher ist nun diese Fabel, denn allerdings können wir die Meinung, die Juden enthielten sich der Speisen am Sabbat, nicht anders bezeichnen, entstanden? Und bei der Beantwortung derselben bieten sich uns zwei Erklärungen dar. Die eine, von Frankel aufgestellte, ist die, daß die alten Schriftsteller aus dem den Juden gegebenen Verbot, am Sabbat zu kochen, geschlossen hätten, es wäre ihnen auch nicht erlaubt, an diesem Tage Speise zu sich zu nehmen. Diese Meinung, die den allgemein verbreiteten Jrrthum und seine Entstehung wol zu erklären im Stande wäre, scheint mir dennoch aus dem Grunde unzulässig zu sein, weil ich nicht glaube, daß man den Völkern und Schriftstellern des Alterthums mit Recht die Kenntniß dieses einzelnen Gesetzes zusprechen darf, während ihnen sicherlich der Bestand vieler andern, wichtigem und bedeutender» ^Gesetze fremd geblieben ist. Die andere Erklärung, der man mit gutem Recht die größte Wahrscheinlichkeit zuschreiben kann, ist die, daß die alten ' Schriftsteller den Sabbat mit dein Versöhnungstage verwechselt haben, wie dies in dem Bericht des Plutarch sicher! geschehen ist. . Uns allen ist bekannt, daß das Wort! „Sabbat" Ruhetag bedeutet und als ' der Tag betrachtet wird, an dein Gott der Herr nach Vollendung des Schöpfungswerks ruhte. Den heidnischen Schriftstellern war natürlich diese Äb-! leitung und Bedeutung des Worts aus Unkenntniß der hebräischen Sprache fremd; sie suchten sich daher auf ihre eigene Weise den Grund der Einrichtung dieses Tags und die Entstehung seines Namens zu erklären. Hören wir, auf welche Weise sie dabei zu Werke gegangen sind! Plutarch tu seinem steifen Festhalten an der von ihm aufgestellten und freilich auch nur von ihm allein verfochtenen Theorie der Bacchus- Verehrung der Juden will sich das Wort „Sabbat" aus dem Bacchuscultus erkläreii. „Die Bacchanten, sagt er, „nennt man noch jetzt an vielen Orten Sabber und bedient sich bei den Mysterien des Gottes des Ausrufs: Sabboi." Das ist die eine Ableitung des Wortes Sabbat: die andere nicht minder werthvolle lautet: „Ferner kann man mit Recht behaupten, daß der Name des Festes der Juden von der heftigen Bewegung (aost^sc;), von der die Bacchanten getrieben zu werden pflegen, hergenommen sei."*) Eine schöne *) Diese Meinung ist schon von Vsr^ im vietiouuuirs st^iuolo^ihus äs 1a lanAus t'ruu- H3186 xur N. NsuaAS (uouvslls säition; tome II. S. 437) widerlegt worden; dennoch will auch er für die französische Sprache einen inneren Zusammenhang zwischen 8adat --- Sabbat und sadat — Geräusch, Unruhe, aufrecht erhalten. Seine Worte lauten: «I^s surnom äs 8ab32iu8 hui 3 sts äouus 3 Laeellus visut disu äs inais Is inot äs 83i)3t n'sn visut P38. I^S8 äuit8, ä3N8 Isui'8 8AUMAOOU68, slmntsnt ou rssitsut 1s8?8S3U-

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