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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-10-01 · Heft 1 (Oktober 1865) · p. Seite 15

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 1 (Oktober 1865)
Date
1865-10-01
Page
Seite 15 (sequence 20)
Language
German
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Juden u. Judenthum nach d. der Bibel 0 Mose 30, 24): „Die Söhne des Zibeon waren Aja und Anah: das ist Anah, der die wannen Quellen fand in der Wüste, als er weidete die Esel seines Vaters." Wir brauchen nur für Anah Moses zu setzen, und die Geschichten' stimmen in ihrem wesentlichen Inhalt überein. Nehmen wir die Erklärung an, daß TaeituS, der sich dieser Geschichte dunkel erinnerte, seine Erzählung danach gebildet habe, so brauchen nur weder die mit den Haaren herbeigezogene Deutung Irankel'S, der allerdings vorsichtig genug sich auSdrückt: „Wir »vagen kaum anzndeuten, daß etwa das durch Hörensagen entstellte Gesetz, daS Erstgeborene des Esels durch ein Schaf aiwzuiösen lErod. 13, 13), diese lächerliche Meinung hervorgerufen habe" (!!),noch die Hülslosigkeit der andern in Erklärung dieser Stelle. Dieselbe würde auch auf den einen Bericht deS Plutarch passen (8vmjxw. Iil>. IV., «nmo8t. V): „Die Juden verehren den Esel, weil er ihnen einmal eine Wasserguelle entdeckt hat", sowie auch ans den der übrigen Schriftsteller. In Bezug auf diese Eselverehrung, lesen »vir ferner bei Diodor (IUVI. Ilwt., Man. II, IZcst»--. 34. 1.): „Als Antivchus Epiphanes nach Besiegung der Jude» in das Heiligtbum eindrang, wohin der Eintrit nur dem Priester gestattet war, fand er dort die Bildsäule cines langbärtigen ManneS, der, aus einem Esel ruhend, ein Buch in der Hand hielt. Diese, mnthmaßte er, sei die Bildsäule Mosis"; eine Stelle, auf welche gestützt, Duncker zGesch. d. Alterth., I, I'B) eine bemerkenswerthe Ansicht auSspricht, die »vir als eine sehr wahrscheinliche anzunehmen durchaus nicht anstehen. Er sagt: „Der Esel war in Aeghteu das Thier des bösen Gottes Tvphon, und Tvphon galt ihnen insbesondere als ein Gott der HvksoS und der diesen verwandten syrischen und arabischen Stämme (zu denen, wie »vir im zweiten Theil unserer Abhandlung sehe»» »verden, auch die Juden von vielen Schriftstellern gezählt werden); darum sollte »vol das Oberhaupt der Unreinen, der Diener des Tvphon (d. h. Moses), auf dem Thier des Gottes reiten." Auf diese Weise Schriftsteller d. AlLerthums. 15 ließe sich auch eine andere Erzählung, die sich bei Plutarch Jln Imäa nt Omrülo n. 3) findet, erklären. Nach diesem Bericht soll nämlich Tvphon, ans der Schlacht sich entfernend, sieben Tage lang ans einem Esel geflohen sein und den Hierosolvma und Judaeus (me!) gezeugt haben, und um nun den durch diese Zeugung zum Stammvater der Juden gewordenen Typhon zu ehren, sollen die dankbaren Kinder das Thier, das freilich mit der Wnnderthat des Vaters nur in indireeter Beziehung stand, zum Gott erhoben haben. Mögen diese Muthmaßungen nun auch wol einigermaßen die Berichte der hervorragendsten Schriftsteller, die über diesen Gegenstand geschrieben haben, nämlich Taeitus und Plutarch, erklären, so bleibell diese uns vorliegenden Berichte doch immer, wie ich glaube, Erzählungen, die aus der Phantasie der Schriftsteller entstanden sind, die die im Volksglauben wurzelnde Jabel von der Eselverehrung der Juden nicht umstoßen, ihre Wahrheit nicht erschüttern wollten, aber die sich bemühten, sich selbst einen Grund für diese, auch ihnen wunderbare und seltsame Sacke zu geben. Daß sie dabei fehlgegangen, ist natürlich; denn zu einem richtigen Resultat wird der nie gelangen, der, und geschähe es auch aus noch so geistreiche Weise, einen falschen Lehrsatz vertheidigen,eine nicht vorhandene Sache erklären will. Doch immerhin bleibt uns ihr Streben anerkennenswerth und mehr zu billigen als die Dreistigkeit, mit der Apion erzählen kann: „Als Antiochus Epiphanes den Tempel plünderte, fand er auch einen aus Gold verfertigten, sehr werthvollen Eselskopf" (äo8. e. ^g)., II. 8), und als die Kühnheit des Florus, der sich nicht entblödet, in der einzigen Stelle, in der er von den Inden spricht, dasselbe von Pompejus zu wiederholen (lib. III. 5>). Es gewährt mir wirkliches Vergnügen, neben diesen Bericht den des Taeitus setzen zu können, eines Schriftstellers, dessen Mittheilungen über die Juden, was ihre Geschichte anbetrisft, stets einen edeln Sinn und eine unbestechliche Treue zeigen, wie sie den wahrhaften Geschichtsforscher zieren. Seme Worte Auffassung d.

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