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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-10-01 · Heft 1 (Oktober 1865) · p. Seite 14

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 1 (Oktober 1865)
Date
1865-10-01
Page
Seite 14 (sequence 19)
Language
German
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14 Jllustr. Monatsh. für die ges. Interesse» des JudenthumS. der Jude Apelles glauben, nicht ich" (8ut.., I. 5, 100), ja, wenn wir bei Tacitus die Erzählung finden: „Es waren Wunderzeichen erschienen, die aber das dem Aberglauben ergebene und der Religion widerstrebende Volk weder durch Opfer noch durch Gebet glaubt sühnen zu dürfen" (blist., V, 10), eine Stelle, in der der Schriftsteller mit sittlicher Entrüstung auf das Volk der Juden hinweist, das der allein wahren Religion (dem Heidenthum nämlich) widerstrebe und dem Aberglauben ergeben sei, während doch gerade in dem Nichtbeachten solch zufälliger Erscheinungen der reine Gottesdienst sich zeigt, und das Entferntsein von jedem Aberglauben deutlich sich kundgibt. Doch allerdings, wenn der Glaube der Juden wirklich so wäre, wie sich die Schriftsteller und von ihnen geleitet auch die Völker des Alterthums denselben vorstellten oder wenigstens Vorgaben es zu thun, so wäre die Bezeichnung: Aberglaube für denselben keineswegs eine ganz unrichtige. Aber betrachten wir die Sache genauer! Ist denn der Ausspruch des Juvcnal (8nt., XIV'. 08): „Nichts ja beten sie au als Wolken und Gottheit des Himmels," wahr? Heißt es nicht ausdrücklich in den Zehngeboten: D» sollst dir kein Bild machen und keine Gestalt, weder von dem, was im Himmel oben, noch auf der Erde unten, noch im Wasser unter der Erde ist? Haben denn wirklich jemals die Juden den Himmel angebetet, die Wolken verehrt? Nein! und abermals nein! Und dennoch stimmen mit dieser Behauptung Jüvenal's noch viele andere Schriftsteller überein. Celsus, dessen Meinungen uns OrigincS in seiner Gegenschrift gegen ihn aufbewahrt hat, behauptet auch, daß die Juden den Himmel verehrt Hütten, ist aber so gütig, sie von der Verehrung der einzelnen Thcile desselben, von der Verehrung der Sonne, des Monds und der Sterne freizusprechen (lib. V, 0), eine Güte, die er dadurch wieder aufhebt, daß er sie an einer anderen Stelle der Anbetung der Engel zeiht (lib. I, 20). Denselben Vorwurf spricht auch ungescheut Petronius aus (Ontnl., )i. 080. ockllurm.): sie rufen, sagt er, die Ohren des Himmels an. Dieser Glaube scheint unter den Völkern des Alterthums so weit verbreitet gewesen zu sein, daß die Juden in einem später« Gesetz (Oock. Nimm!., lib. XVI. tit. VIII. lox^ 10 ungefähr im Jahre 400 n. Ehr.) schlechtweg Himmelsanbetcr genannt werden. Woher er enstanden, läßt sich sehr schwer mit Sicherheit behaupten. Von den vielen Erklärungen hat Wohl die am meisten für sich, nach welcher die Juden deshalb der Anbetung des Himmels und der Wolken beschuldigt wurden, weil sie beim Gebet zum Himmel emporschauten, und weil den Propheten Gott immer in Wolken erschienen sein soll. Doch genug von den himmlischen Heerscharen, kehren wir zurück zur Erde und ihren Bewohnern! Man wird wol aus den wenigen Worten bereits erkannt haben, daß von einem liefern Eingehen der alten Schriftsteller in den jüdischen Glauben nicht die Rede war. Wir werden im Lauf dieser Abhandlung noch vielfach Gelegenheit haben, zn bemerken, wie sich die Jrrthümer in erschreckender Weise vermehren und Dinge ans Tageslicht fördern, deren Ursprung und deren Entstehung trotz aller Anstrengung und allen Scharfsinns, der dazu angewendet worden ist, noch nicht hat gelöst werden können. Der weitverbreitetste Jrrthum in dieser Beziehung ist der, die Juden hätten den Esel verehrt. Tacitus, der ausführlichste Berichterstatter über die Ju den, erzählt Folgendes: „Die Juden waren (beim Auszug aus Aegypten) ans Mangel an Wasser dem Tode nahe und schon überall auf der Fläche niedergesunken, als ein Rudel wilder Esel von der Weide her nach ej»em dicht beschatteten Felsen hinlies. N^es folgte denselben, und wie er aus dem GraswuchD des Bodens schloß, brachte er reichliche Wasserquelleu zu Tage (I'rm, Hwt., V. 0). Wegen dieser wunderbaren Wasserversorgung hätten die Juden, wie er weiter erzählt, den Esel als ein heiliges Thier verehrt und seine Bildsäule im Tempel aufgestellt. Wen erinnert diese Geschichte nicht an die

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