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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-09-01 · Heft 6 (September 1865) · p. Seite 471

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 6 (September 1865)
Date
1865-09-01
Page
Seite 471 (sequence 47)
Language
German
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Der biblische OpferculLus, seine Bedeutung und seine Normen. 471 sches auf einer solchen Höhe der Bedeutung stehe wie das Blut. Dieses Opfer, als Identification mit dem Opfernden, mußte als Glanzopfer ganz besonders von den besten Thieren und des männlichen Geschlechts sein. Mit einem Vogelopser wurde so verfahren: Der Priester ging über die Brücke auf die südöstliche Seite des Sowew, da kneipte er den Hals und trennte ihn vom Körper; dann preßte er dem Kopf und dem Körper Blut aus, das vom obern Theil des Altars hinabrieselte, salzte den Kopf und warf ihn ins Feuer, nahm den Kropf und die Eingeweide und warf sie in den Aschenhaufen, riß den Leib bei den Flügeln auf, ohne sie abzutrennen, und warf ihn ins Feuer. Die Heilige Schrift beginnt die Reihe der Opfer mit dem Ganzopfer, weil es das Glanz- und Reichsopfcr war. Es war auch nach der Meinung des Rabbi Akiba das einzige freiwillige Opfer, das man von Heiden annahm. Das Freudenopfer. War der Betreffende in einer heitern glücklichen Stimmung, so brachte er ein Schelamin, ein Freudenopfer, dar als Kundgebung, daß er diese Wohlthaten und Freuden vom Geber alles Guten empfangen, lind in der Hoffnung, daß die von Gott empfangenen Güter auch in der Zukunft fortdauern werden. Mit diesem Opfer, welches nur eine Nebenrolle im jüdischen Cultus spielte, wurde der ältesten Opfersitte der Menschheit, feine Speisen mit Gott gemeinschaftlich zu verzehren, bei Gott zu Gaste zu sitzen, Rechnung getragen, darum hing auch die Darbringung derselben in den meisten Fällen nur von dem freien Willen des Einzelnen ab. Als öffentliches, als Gemeindeopser wurde das Schelamin nur einmal des Jahres, am Wochenfest, dargebracht. Als pflichtmäßiges Privatopfer hatte es nur der Nasiräer, der übrigens die Pflichten der Enthaltsamkeit ja nur freiwillig übernahm, nebst dem Ganz- und Sündenopfer zu bringen. Als Repräsentanten der Abhängigkeit der Genüsse und Freuden von Gott eigneten sich alle gewöhnlichen Opferthiere. Was man immer auf Erden genießt, soll im Hinblick auf Gott genossen werden ohne Unterschied des Geschlechts, nur nicht die Vögel. Außer dem obigen Gemeinde-Freudenopfer, dessen Fleisch nur von den Priestern männlichen Geschlechts in der Asara verzehrt werden durfte, gab es noch drei Gattungen von Freudenopfern. 1, solche', die man an den Festtagen ohne Begleitung von Broten; 2, Gelübdeopfer mit Begleitung von Broten; 3, das Freudenopfer, welches der Nasiräer darbrachte. Bon diesen Opfern wurden die Eingeweide sammt dem Fett herausgenommen und nebst dem abgetrennten Brust- und Schulterstück auf die Hände des Opfernden gelegt, welcher damit eine Hebe und Webe machte. Nach dieser Hebe und Webe und der darauf folgenden Opferung der Opferstücke durfte der Priester das Brust- und Schulterstück und der Opfernde das übrige Fleisch verzehren. Das Priestermahl war bei diesen Opfern ein ganz profanes, es gehörte eigentlich zu den Priesteremolumenten, daher sie es mit ihrer ganzen Familie an jedem beliebigen Orte verzehren durften. Es war aber ein Zeitraum festgesetzt, innerhalb dessen das Thier sowol vom Priester als von den Opfernden verzehrt werden mußte; das Daukopfer noch an demselben Tage, nach Anordnung der Rabbinen bis Mitternacht, und bei den gewöhnlichen Freudenopfern noch den ganzen folgenden Tag (Sebach. 56,2). Was übrigblieb, mußte verbrannt werden, als sollte der Genießende auf Gott vertrauen lernen und nicht ängstlich in die Zukunft schauen. Daß auch diese Opferthiere ganz fehlerlos fein mußten, ist ausdrücklich geboten; nach einigen soll die Heilige Schrift bei freiwilligen Opfern eine geringere Aengstlichkeit hinsichtlich einiger Leibesfehler, die sonst ein Thier zum Opfer untüchtig machten, gezeigt und sie geradezu gestattet haben (3 Mose 22, 23). Da aber die in dieser Stelle bezeichneten Fehler nichts weniger als unbedeutend sind, so bestimmt die Tradition die in Rede stehende Nachsicht nur für Thiere, die zur Tempelarbeit bestimmt waren. Die betreffende Stelle

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