Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- I. Band (1865)
- Issue
- Heft 6 (September 1865)
- Date
- 1865-09-01
- Page
- Seite 468 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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468 Jllustr. Monatsh. für die ges. zum Opfer gehörte, fein und auserlesen fein; die Thiere wurden ausschließlich aus einzelnen Gegenden geholt, in welchen sie am besten gediehen, so auch der Wein, das Oel und das Mehl, sogar das Brennholz mußte auserlesen und nicht wurmstichig sein (Maimuni, Jsure misbeach 6). Maimuni beschließt diesen Opferabschnitt, wie folgt: Wer ein echtes Opfer bringen will, der überwinde sich und bringe es von den: Besten und Thcuersten; Gott wandte sich zu Abel und seinem Opfer, weil er von den Erstlingen und von den: Besten seiner Heerde opferte. So auch alles, was der Mensch seinen: Gott zu Liebe hingibt, cs sei von: Besten und Edelsten; das Gotteshaus sei das schönste Haus, dem Hungrigen gebe man von: Besten der Tafel, den Nackten bekleide man mit den: schönsten erleid; was man für das Heiligthun: weiht, sei das Beste, wie geschrieben steht: „Das Beste dem Ewigen." Das Blut und die cdeln Eingeweide. Das warme Blut der Menschen und der Thiere war gleichbedeutend mit der Seele oder den: Leben der Wesen selbst.") „Die Seele alles Fleisches ist im Blut" (Lev. 17, 11). „Die Seele alles Fleisches ist sein Blut selbst" (V. 14). Bei den heidnischen Völkern wurde die Kehle des Opferthicrs abgeschnittcn, um das Blut zu gewinnen, mit welchen: der Altar benetzt werden mußte; darum war ihnen das Blut des Opferthicrs das Schauerliche, Geheimnißvolle, Ueberwältigcnde. In: Mosaismus wird das Thier vermittels seines Bluts den: Menschei: gleichgestellt, mit ihm identificirt, der Mensch Hütte keii: Thier antastcn und verzehren dürfen, wenn Gott es ihn: nicht ausdrücklich erlaubt hätte. Sogar die Unverletzlichkeit des menschlichen Lebens wurde aus die Heiligkeit des menschlichen Bluts gestützt (Gen. 9, 4—6); von: thierischen Blut das Geringste zu genießen, galt als ein Greuel; auch das Blut solcher Thiere, die wol eßbar, aber nicht opserbar waren, sollte wie Wasser auf *) Daher nach Sebachim 8, 7 nur das erst fließende Blut zum Sprengen verwendet werden durfte. Interessen des Judenthums. die Erde geschüttet und mit Erde bedeckt werden. Indem nun der Altar mit dem Blut des Thiers benetzt ward, so wurde der Opferspender der Gottheit genähert, mit der Gottheit vermittels der Vermittelungsstätte, den: Altar, vereinigt, geweiht und geheiligt. Das Blut diente zun: klarste:: Ausdruck des Kerns und Lebens der ganzen Opferhandlung und zun: geeigneten Mittel für die Wechselwirkung zwischen Gott und den: Menschen. Außer den: Blut waren die edlern Eingeweide als der geheimnißvolle Sitz der Empfindung ein besonderer Gegenstand des Opferwesens. Es ist bekannt, daß von den: Harusper die Besichtigung der Eingeweide vorgenommen und, wenn sie günstig befunden waren, gereinigt auf den Altar gelegt und angezündet wurden. In Israel galten sie stets als das Beste von: Thier und waren der Ausdruck der Hingabe des Besten, der Hingabe des ganzen sinnlichen Menschen; sie waren die stets von: Altarfcuer zu verzehrenden Stücke, auch wenn die übrigen Stücke des Thiers nicht auf den den Altar kamen. Die einzelnen Theile heißen gewöhnlich kurz das Fett, nämlich das innere; die Heilige Schrift zählt sie genauer auf: das Fett über und an den Eingeweide::, die Nieren mit ihre»: Fett, der große Leberlappen, das Fett an den Lenden und nach einigen auch das an: Magen (Maiinuni, Von den Opfern, 1, 18). Während also das Blut die Vereinigung der Seele mit Gott bezeichnet, waren die Fettstücke der Ausdruck der Hingabe des ganzen Irdischen, das Aufgeben des Materiellen, in welche»: er versunken war. Sie heißen in: Rabbinischen von das Höchste einer Sache. 2. Das allgemeine Verfahren bei den Feueropfern. Der Opfernde mußte sein Thier selbst an den Ort des Heiligthums führen. Hierauf trat dann die genaue Untersuchung des Thiers von seiten der Priester ein, ob es als Opfer überhaupt und zu den: besonder» Zweck des Opfernden passe. Aller heidnische Aberglaube wurde bei diesen: Act beseitigt.