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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-09-01 · Heft 6 (September 1865) · p. Seite 467

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 6 (September 1865)
Date
1865-09-01
Page
Seite 467 (sequence 43)
Language
German
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Der biblische Opfercultus, seine Bedeutung und seine Normen. 467 en soll, so erklärte die Tradition alle Fehler, die den Priester zum Opferdienste unfähig machen, auch als Makel für das Thier, die Rubrik der Fehler überdies um 23 bei den Thieren vermehrend. Alis Maleachi wird ferner deducirt, daß Thiere, die durch andere Umstände den Menschen ominös oder ungenießbar sind, nicht für Opfer verwendet werden durften. „Bringe es einmal deinem Fürsten, ob er es wohlgefällig anuehmen wird." *) Das Opferthier durfte nicht unter acht Tage alt sein, über das Maximum des Alters herrschte unter den Rabbinen Zweifel und Unsicherheit.**) So herrschte auch Verschiedenheit bei den Griechen in den Angaben des Alters, dessen ein Thier bedurfte, um für voll zu gelten. ***) Zu Josephus Zeiten mußte das Lamm und der Bock einjährig, der Ochs konnte aber auch älter sein (Aut. 3, 9). Das Geschlecht des Opferthiers wird zwar nicht bei den Vögeln, wohl aber bei den Vierfüßlern genau unterschieden. Bei den Griechen und Römern galt die Regel für das Geschlecht, daß das Opferthier der Gottheit möglichst entsprechen müsse, ff) In der Bibel erscheinen beide zu Opferthieren geeignet, nur bei gewissen, eine besondere Weihe und Erhebung bezeichnenden Opfern mußte das Thier männlich .sein. Auch die Erstgeburt galt als vorzüglicher, was jedenfalls mit der kindlichen Einfalt zusammenhing, welche nichts zu genießen wagte, ohne durch gebührende Abgaben dem Neid der Gottheit zuvorzukommen, jedoch ohne daß das Gesetz sie als eine Bedingung für das rechte Thieropfer forderte. Von Gewächsen durfte nur Getreide, und was aus diesem bereitet wird, dargebracht werden. — Das Getreide wurde entweder als seines Mehl oder wie eine Speise zubereitet dargebracht, in letzterer Weise zu dickern oder dünnern Kuchen im Ofen gebacken, in der Pfanne gebraten oder auch geröstet. Hierzu kam, wie *) Maimuni, Von dm verbotenen Altaropfern 2. **> Maimuni, Von den Opfern, 2, 11—14. ***) Herrmann, Gr. Alterth-, 2, 155. -ff Eusebius krasxaratio SVNNK. 4, 9. bei einem Mahl reichliches Oel, eingeknetet oder auch über die dünnen Fladen gestrichen; das Maß beider war nach allgemeinen Verhältnissen genau bestimmt. Das Altarbrot durfte weder mit Sauerteig noch mit Hefe noch mit, die Gährung beförderndem Honig gemischt werden, um auch beim Altarbrot alles Wilde zu entfernen, während man bei heidnischen Opfern mehr Gesäuertes und Süßes liebte (vgl. Amos 4,15. Hosea 3, 1), nur bei den Dankopfern war das Gesäuerte nicht verboten, weil die Opfernden selbst davon essen durften. Das Altarbrot mußte wie alle Opfer mit dem aller Fäulniß entgegenwirkenden Salz gewürzt werden. Außer dem Wein, dem Blut und dem Holz mußten alle Opferobjecte mit Salz bestreut werden (Menachot 26). Das Salz war ein Zeichen der Freundschaft und des Bündnisses. Bei den Römern wurde sogar das Opsermesser durch Bestreuen mit Mehl und Salz zum heiligen Gebrauch geweiht. Auch schüttete man eine Art von Mehlteig (motu) aus Mehl und Salz auf das Opferthier, und dies hieß eigentlich immolare. Das Salz lieferte nicht der Privatmann zu seinem Opfer, sondern die Gemeinde. Es war eine eigene Kammer, in welcher man die Felle salzte, die Thieropfer wurden auf der Altarbrücke, nur die Vögel zum Ganzopfer wurden wie die Speiseopfer auf dem Altar selbst gesalzen (Menachot 21, 2). Als Trankopfer (utzseeb) diente der Wein, welcher von der edelsten Sorte sein mußte. Bei den Heiden wurde der Wein aus das brennende Opfer gegossen, dies war die Libation und geschah mit der Formel an die Gottheit: ueeipo libens. Das Trankopfer der Israeliten wurde auf den Boden ausgegossen, und zwar wahrscheinlich von jeher auf die Füße des Altars (Sir. 50, 15). Alles aber, was auf den Altar als Brot kommen sollte, mußte endlich noch mit Wohlgerüchen versehen werden, nach Maimuni (More, 3,32), um den bösen Duft zu verscheuchen, den das Verbrennen des Stoffs leicht erregte, oder weil diese überhaupt zum reichlichen Mahle gehörten. Ueberhaupt mußte alles, was

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