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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-08-01 · Heft 5 (August 1865) · p. Seite 422

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 5 (August 1865)
Date
1865-08-01
Page
Seite 422 (sequence 78)
Language
German
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422 Jllustr. MonaLsh. für die ges. us, d. h. des Obstes (in welcher Sprache?) sich beschäftigten." (?!!) In der Schrift „Köln am Rhein vor fünfzig Jahren" voll Ernst Wehden (Köln 1862) findet sich in einem Anhang eine „Geschichte der Israeliten in Köln". Es ist dies eine reiche, aber doch nur gedrängte Zusammenstellung, aus der wir nur zwei Notizen hervorheben. Aus der Periode von 1372 — 1399 wird mitgetheilt: „Bei Kriegslasten hatten die Juden keine Kriegslasten zu tragen, waren sie zu keinen Geldleistungen verpflichtet, hatten jedoch, wurde die Stadt belagert, ein Stadtthor zu bewachen und zu verteidigen." — Im Jahre 1414 wurden die Juden aus Köln vertrieben, und dauerte die Verbannung bis 1795 aufrecht. Es heißt: „Nur unter Geleit, das aus einem Stadtsöldner, später aus einem Funken bestand, dursten die Juden in die Stadt kommen, wenn ihre Geschäfte sie dahin riefen. Der SLadtsöldner, für den sie bestimmte Geleitstaxe zahlen mußten, wich nie von ihrer Seite, selbst wenn sie in der Stadt übernachteten, das aber nur für eine Nacht gestattet war. Das Geleit selbst konnte den Juden nur mit Erlaubniß des gesummten Raths ertheilt werden; ausdrücklich sagen die Statuten, daß der Bürgermeister allein die Befugniß nicht dazu habe." — „Mit dem Jahre 1794 war das alte Stadtregiment nur noch bloße Form, ging die sogenannte Reichsfreiherrlichkeit unter, doch wurde noch, als schon am sechsten October 1794 die Franzosen Köln in Besitz genommen, nachdem der Senat dem General Championnet der Stadt Schlüssel bis Melaten entgegengebracht hatte, einem jungen Manne mit jüdischem Namen das Verweilen in der Stadt versagt und derselbe sofort unter militärischer Begleitung vor die Stadt gebracht. Erst 1795 ließ sich der erste Jude, Jos. Stern aus Mülheim, nachdem sie dreihundertsiebzig Jahre aus Köln verbannt gewesen, wieder in Köln nieder. In wenigen Jahren hatte sich hier wieder eine kleine Gemeinde gebildet, welche ihre Begräbnisstätte mit den Israeliten in Deutz theilt." Dem Vernehmen nach ist das Erscheinen einer Sammelausgabe von Ludwig August Frankl's ausgewählten Schriften zu gewärtigen. Die langerwartete zweite Auflage der ersten Abtheilung von Jakob Auerbach's „Kleiner Hausbibel" ist soeben bei F. A. Brockhaus in Leipzig erschienen. Dr. Max Lettens' „Ben-Abujah", hebräische Nachdichtung von Göthe's „Faust", ist in erster Auflage bereits vergriffen; eine zweite ist unter der Presse. ' In Lemberg erschien eine hebräische Uebersetzung von Göthe's „Herrmann und Dorothea". Dem Vernehmen nach soll dort auch eine hebräische Ausgabe des bürgerlichen österreichischen Gesetzbuchs soeben unter die Presse gelangen. Interessen des Judenthums. Von Pahne's „Jllustrirter Prachtbibel" ist bereits die 44. Lieferung der 2. Auflage erschienen. F. Piper veröffentlichte soeben ein interessantes Schriftchen in holländischer Sprache: „Dante en 2izn tüeoloAie" (Dortrecht, Braucht, 1865). Eine Reihe von Aufsätzen von A. Hausrath, „Geschichte der alttestamentlichen Literatur", ursprünglich im „Süddeutschen Wochenblatt" veröffentlicht, sind bei I. C. B. Mohr in Heidelberg in Buchform erschienen. Es ist dies ein recht ansprechendes Prologomena zu einer zusammenhängenden, nicht wie diese aus einzelnen unzusammenhängenden Aufsätzen bestehenden „Geschichte der alttestamentlichen Literatur", die von geistvoller, aber nicht ganz fehlerfreier Auffassung zeugt. So will nun einmal Herr Hausrath durchaus nicht Moses die unkörperliche Auffassung des göttlichen Wesens vindiciren. Als Beweis führt er die Bibelstelle: „Die Kühle ist ihm angenehm", an, eine Phrase, die sich nirgends in der Bibel findet und selbst, wenn es der Fall wäre, für Herrn Hausrath's Meinung durchaus keinen Beleg liefern würde, so wenig als andere von ihm geführte Bibelstellen, die niemand anders als bildliche Gedankenformen betrachten wird. Der etymologische Unsinn scheint jetzt in der Luft zu schweben. Wir haben oben der Fieberphantasien eines Herrn Thumser erwähnt, der etymologisch eine neue Theorie der Weltschöpfung aufstellen und begründen will, und nun haben wir leider zu verzeichnen, daß auch der in der Literatur bereits eines begründeten Rufes genießende Verfasser der „Isis,", E- Radenhausen, als der Verfasser eines ähnlichen Schriftchens, „Die Bibel Wider den Glauben" (Hamburg, Otto Meißner, 1865) betitelt, auftritt. Schon beim ersten Aufblättern sehen wir eine Karte von Palästina, die auf der kleinen Landstrecke zwischen Jaffa und Jerusalem (die ein Herr Zimpel soeben mit einer Eisenbahn beglücken will) die Inschriften „Land Gosen" und „Mizraim" darbietet. „Kanaan" finden wir südlich des Libanon, der hier „Gebirg Israel" und „Gebirg Juda" heißt. Die „Wüste Zin" oder Wadi el Araba mit dem „Gebirg Seir" zusammenfallend, trennt die „Wüste Paran" vom Lande „Edom". Das Todte Meer, die Centralfigur der Karte, finden wir in seinem nördlichen Theil „Schilf-Meer", in seinem südlichen „Salz-Meer" genannt. Bald da, bald dort findet sich eine anonyme Wüste sowie die Namen in der Bibel erwähnter Völker. Aus dem in der Nähe von Jaffa liegenden „Land Gosen" und „Mizraim" zieht sich eine Linie, Jerusalem etwas (2 — 3 Meilen) nördlich lassend, zum Todten Meere, folgt etwa 3 — 4 Meilen seinem Westufer, durchschneidet es an der schmälsten Stelle, um dann, wenige Abweichungen ausgenommen, den Gebirgskamm des Wadi el Araba zu umschreiben, nahe der Stelle, wo sie über das Todte Meer gekommen, den Gebirgszug

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