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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-08-01 · Heft 5 (August 1865) · p. Seite 413

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 5 (August 1865)
Date
1865-08-01
Page
Seite 413 (sequence 69)
Language
German
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Das synagogale Gebet. 413 R. Nitronai schreibt vor, das Gesicht über dem Erdboden zu erheben, wenn dieser auch nicht mit Steinen gepflastert ist, und sich zur Linken zu neigen, wenn man zu den Angesehenen gehört; die deutschen Juden neigen sich gewöhnlich zur Rechten. R. Amram schrieb noch solgendes Gebet vor: „Herr aller Welten! Herr der Herren! Großer, allmächtiger und furchtbarer Gott! Erbarme dich unser! Wir sind Diener, Menschenkinder, Staub, Wurm und Moder; was sind wir, was unser Leben, was unsere Jugend, was unsere Frömmigkeit, was unsere Stärke? Was sollen wir vor dir sagen, Herr unser Gott, und Gott unserer Väter? Alle Helden sind wie nichts vor dir, alle Männer des Ansehens als wären sie nicht gewesen, und die Weisen wie ohne Kenntniß, und die Vernünftigen wie ohne Vernunft, denn alle ihre Werke sind nichtig und ihre Lebenslage eitel vor dir. Was sollen wir vor dir sagen, Herr unser Gott? Wir haben gesündigt und gefrevelt, und haben keinen Priester, um unsere Pflicht erfüllen zu können, keinen Hohepriester, der unsere Sünden versöhnen könnte, keinen Altar, um ein Opfer darzubringen, kein Allerheiligstes, zu beten. Es sei daher dein Wille, daß unser Gebet, welches wir vor dir verrichten, von dir so angenommen und angesehen werde; als Hütten wir Stiere und Lämmer auf den Altar gebracht, und nimm uns gnädig auf." Doch muß dieses Gebet sich nicht einer allgemeinen Aufnahme erfreut haben, denn Nab betete es nicht, und noch R. Nitronai stellte es dem Betenden anheim, ob er es mit der Gesammtheit beten wolle oder nicht. Das 78-noi 'n hat einen gewissen n-prn' zum Verfasser, der seinen Namen durch ein umgekehrtes Akrostichon, wahrscheinlich aus Furcht wegen der vehementen Klage gegen die Unterdrücker, verewigte. Vom Tur wird nur das rS i:n:8i, aber nicht "71-2 erwähnt. Aus der problematischen Sanction des Tachnun geht das Recht der später getroffenen Verfügungen hervor, nach welchen zu verschiedenen Seiten und bei verschiedenen 'Gelegenheiten dasselbe wegzulassen angeordnet ward. z'L? 827 wird erst von R. Amram erwähnt; die Einführung des 12:122 wird noch von Maim. nicht genannt. Das ^2.8 basirt auf den Ausspruch des älter als R. Jochanan gewesenen R. Abina (Berachot 4, 2), nach welchem jedem die Seligkeit versichert wurde, der täglich Ps. I4ö sage. Das '211P ni8i wird in Sota 48, 1 erwähnt. I. Paro im Tur 132 erzählt Raschi nach: Man pflegte morgens nach dem Gebet schriftgelehrten Studien obzuliegen; später gestattete dies die einreißende Armuth nicht, und man begnügte sich, dafür die zwei Verse r«2i und ':8i zu sagen; am Sabbat aber war dies nicht nöthig, weil man dann in Thora und Propheten las; jedoch sagte man es zu Mincha am Sabbat, damit nicht diese Sitte auch an Wochentagen vergessen werde; dann habe man nach Vorausschickung des Verses Ps. 22, 4 die Keduscha gesagt, weil die Auflauerer, wegen deren man verhindert war, sie in der Töfila zu sagen, nun weg waren; aus Liebe habe man die Uebersetzung hinzugefügt. Anders sagt Abudraham: Man habe die Keduscha wiederholt und übersetzt wegen der Idioten, welche zu spät kamen; und um für diese eine kleine Tefila zu bilden, habe man Aschre davorgesetzt und mehrere Verse folgen lassen, in welchen mit der Keduscha zusammen achtzehn Askarot vorkämen; am Sabbat und Festtag sei das unnöthig gewesen, weil alle zeitig genug kamen, am Mincha aber habe man es deswegen gesagt, weil an ihnen vor Mincha gepredigt wurde und man an die Predigt gerne Verse der Erlösung anhüngte, sowie weil ihr Idioten beiwohnten. Beide Ansichten sind unbegründete Hypothesen, denn in Sota heißt es, die Welt beruhe auf 81122 und auf 8711.181 1 '8, d. h. wol init andern Worten auf der Thora, welche aus Halacha und Agada besteht; von und für Idioten gab es keine Keduscha de Sidra. Raschi's Motivirung ist vollends abenteuerlich. Ferner sollte es nach beiden Seder Keduscha aber nicht Sidra di Keduscha heißen. Wir

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