Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- I. Band (1865)
- Issue
- Heft 5 (August 1865)
- Date
- 1865-08-01
- Page
- Seite 412 (sequence 68)
- Language
- German
- Belongs to
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412 Jllustr. Monatsh. für die gef. sie hinzufügen, vor '28 st sagen, in Deutschland aber dieses als Vorbenediction gebraucht werde. Was die andern Psalmen betrifft, so wird vo» R. Jose der Spruch angeführt (Sabbat 118, 2): „Mein Theil sei mit denen, welche täglich das Halle! vollkommen beten, Gomre Hallet." Dagegen wird der Einwurf erhoben, daß es ja für lästerlich erklärt wird, täglich Halle! zu sagen, welcher aber durch die Erklärung beseitigt wird, daß R. Jose die Pesuke de Simra gemeint habe. Daraus ginge hervor, daß man schon vor R. Jose Psalmen betete, daß aber manche Fromme den Psalmengebeten eine größere Ansdehnung gaben. AH können nur sagen, daß, nachdem die Leviten das Hodu im Tempel sangen, die Gemeinden mit unserm Pesuke de Simra in der Synagoge zu beten fortfuhren, und unser Morgengebet ist eine Copie des Tempelgottesdienstes (Priestersegen nach R. Amram), die Recitation der täglichen Opfer, wie im Tempel nach dem Priestersegen geopfert ward, dann Hodu und Pesuke de Simra ein Compositum aus den Tempel- und den darauffolgenden Synagogenpsalmen. Am Sabbatmorgen wird ohne richtige Begründung 7111.^8 ^1:27:2 weggelassen, und vor Jischtabach wird Nischmat und ir- 121-2: gebetet. Man wollte auch mit diesem Gebet 2-2-2:: das charakteristische Merkmal des Sabbats, die Befreiung aus Aegypten, manifestiren. Dieses Gebet beschließt deswegen auch die am Passahabend vorzutragenden, der Erinnerung aus ägyptischer Sklaverei geweihten Psalmen und wird 2-2:2 22-2 genannt. Auf die Frage, was das für eine Benediction fei, antwortet R. Jochanan: Nischmat. Die Analogie des Sabbatgebets, bei welchem Nischmat der mosaischen Hymne 7^ statt daß ihr an Wochentagen unmittelbar Jischtabach folgt, veranlaßte R. Jochanan zu dieser Ansicht. Den Schluß dieses ersten Gebettheils macht das w-ip, was ursprünglich nach jedem homiletischen Vortrag gebetet ward: "nni-rn (Sota 49, 1 und Soferim 19 Ende); später wurde es für jede Unterabtbeilnng des ein Interessen des Judenthums. Ganzes bildenden Gebets eingesetzt, so nach Pesuke de Simra, nach dem Schemone Eßra; dann führte man es für Kriat Hatora ein; endlich wurde es der Begleiter eines jeden Psalms, und wird damit nichts weniger als sparsam verfahren. Die Geonim stützten das siebenmalige Kadisch bei dem Früh-, Abend - und Nachtgebet auf den Vers: „Siebenmal des Tags lobe ich dich." Daß dieses Gebet in chaldäischer Sprache abgefaßt wurde, wollten einige Mystiker dadurch erklären, daß man ein den Engeln, welche mit Neid gegen den Kadischbeter erfüllt werden könnten, fremdes und unbekanntes Idiom wählte; indessen geschah dieses wol nur zu Gunsten des chaldäischredenden Volks. Im Sidur des N. Amram kommt auch der Ausdruck vbpri-'-i vor; da derselbe jedoch eigentlich Spott bedeutet und R. Hai Gaon zu dem chaldäischen rrvstip (Waffe) Zuflucht nehmen mußte, um diesen Terminus zu retten, so wurde der Ausdruck gestrichen. Es dürfte dieser anstößige, von R. Hai durch eine chaldäische Paraphrase gerechtfertigte Ausdruck den Spaniern Veranlassung gegeben haben, diesen ganzen Passus ins Hebräische zu übertragen. Sie hatten nämlich die Formel: 111222N 82:2 7182N28 111712-2:71711 7112--W711. Nach dem Schemone Eßra wird in den zehn Bußtagen 1:28:2 i:->28 gebetet, deren einiger sich R. Akiba bei großem Regenmangel mit dem besten Erfolg bediente. Bei den deutschen Juden wurden sie vermehrt und für die Bußtage angewendet. Das aus Bibelversen zusammengesetzte vin-> 81711 floß aus der Feder der Geonim. Im Sidur des R. Amram sind noch dabei das Sündenbekenntniß und die Attribute Gottes genannt,' was aber in unfern Sidurim fehlt. Daraus ginge hervor, daß diese Litanei an den Stierdienst der Israeliten erinnern soll, nach welchem Moses an einem Donnerstag in den Himmel stieg und - an einem Montag zurückkehrte. Das Tachnun oder 2-vx -8-2:, eingeleitet durch die Worte 2 Sam. 24, 14, ist talmudisch. Abaja und Raba beteten in gehückter Stellung.