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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-08-01 · Heft 5 (August 1865) · p. Seite 398

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 5 (August 1865)
Date
1865-08-01
Page
Seite 398 (sequence 54)
Language
German
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398 Mlustr. Monatsh. für die ges. nur bei Brüdern statt, die von Einem Vater gezeugt sind, aber nicht bei Brüdern von einerlei Mutter und verschiedenen Vätern, — II handelt von „Je als der Messias geboren in David's Stadt". „Ganz so leicht einznleiten, wie die Abkunft Jesu von David, war dies nicht. Von Jesu Aeltern wußte inan zwar nicht, daß sie von David stammten, aber cs wußte auch niemand das Gegentheil, und so konnte man über diesen Punkt getrost behaupten, was man wollte. Mit dem Heimorte Jesu, dem Wohnorte seiner Rettern, stand es anders: da wußte im Gegentheil sedermann, daß es, soweit man zurückdenken konnte, Nazareth, nicht Bethlehem gewesen war." Der Verfasser zeigt nun, wie sich das Evangelium des Matthäus und des rmkas, der eine jüdisch-dogmatisch, der andere hellenistisch-pragmatisch winden und wenden, um diese Klippe zu umschiffen, ohne den Forscher zu befriedigen. — III wird die evangelische Erzählung von den Wundererscheinungen bei der Taufe Jesu historisch, d. h. im Geiste der Berichterstatter und ihrer Zeit, anfgefaßt und die Frage beseitigt, wozu für den geborenen Gottessohn noch eine nachträgliche Geistesmittheilung. Die evangelische Erzählung von den Vorfällen bei der Taufe Jesu ist unerachtct aller Zusätze, die sie aus andern Vorstellungen heraus erhalte» hat, doch ihren Grnndzügen nach aus dem Bestreben abzuleiten, für Jesus als den Davidssohn gleichfalls eine Salbung und daran sich knüpfende Geistesmittheilung zu erhalten, wie sie dem Ahnherrn durch Samuel zuthcil geworden war. Wie die Bücher Samuel's nicht von David's, sondern von Samuel's Geschichte ausgehen, so schickt Lukas die Geschichte Johannes des Täufers voran. Zweite Mythengruppe. Jesus, der Gottessohn. I. Daß Jesus ohne männliches Znthun durch den Heiligen Geist in Maria erzeugt wurde. Diese Mythe bildete sich ans biblischen Anknüpfungen mit Einfluß der griechischrömischen Religion, in welcher die Vorstellung von Göttersöhnen gäng und gebe war. Schlagend und erschöpfend sind die Anknüpfungspunkte aller ein- Jnteressen des Judenthums. zelnen Situationen an die biblische Vergangenheit sowol bei der Zeugung Jesu als bei der Verkündigung und Geburt des Vorläufers und bei der Geburt Jesu. II behandelt Jesus als das fleischgewvrdene göttliche Schöpferwort, wobei der Logos des Philo, die Weisheit und das Wort die Hauptrolle spielt. - In dieser gelehrten und gründlichen Abhandlung hätten wir den Passus Seite 359 weggewünscht: „Den Raine» des Messias rechneten die Juden, wie ihr Volk und ihr Gesetz, unter diejenigen Dinge, die im göttlichen Verstände schon vor der Weltschöpfung vorhanden gewesen seien; d. h. da Gott, wie ihre Eigenliebe sie glauben ließ, die Welt nm des Volks Israel willen geschaffen hat, und um seinetwillen auch den Messias in die Welt schicken wird u. s. w." Es ist diese Anschauung nicht das Product der Eigenliebe, sondern die religiöse Anschauung, daß die Zukunft, welcher die Menschheit entgegengeht, das goldene Zeitalter sein werde, in welchem die Principien der Thora in allen Beziehungen sich verwirklichen werden, deren Träger das Volk Israel ist. Unschätzbar ist der Nachweis 62: „Es ist die Erzählung des ersten Evangeliums von den Magiern und ihrem Stern das Ergebnis; einer Combination der beiden inessianisch verstandenen Weissagungen des Bileam und des Deutero-Jesaias. Aus der erstem stammt der Stern, und daß diejenigen, die ihn erblicken, Sterndeuter sind; ans der andern stammt der Ztig, daß sie dem himmlischen Glanz nachwandeln, und daß sie dem neugeborenen Messias, zu welchem der Stern sic führt, Geschenke, und zwar, wie Jesaias verheißen hatte, Gold lind Weihrauch bringen". Wir bemerken zur Unterstützung dieser Ansicht, daß sich auch in der jüdischen Messiaslehre die Darbringung von Geschenken an den Messias erhalten und fortgepslanzt hat. „Einst wird Aegyten und Aethiopien dem Messias Geschenke bringen, dieser wird sie nicht amiehmcn wollen, aber Gott wird sagen: nimm sie immerhin, (Pesachim 113 Midrasch Rabbi Waseschlach und Teruma). Was die Stelle 4 Mos. 24, 17 betrifft, so ist folgende

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