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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-08-01 · Heft 5 (August 1865) · p. Seite 397

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 5 (August 1865)
Date
1865-08-01
Page
Seite 397 (sequence 53)
Language
German
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Recensionen. 397 kein eben vortheilhastes Urtheil über ihre Fähigkeiten und ihr Verständniß; von der Reise nach Jerusalem, von Jesu letzter Mahlzeit, Gefangennehmung und Hinrichtung; von der Auferstehung'; von der Christuserscheinung des Apostels Paulus; von Zeit und Ort der apostolischen Christusvisionen. Nach diesen gemachten Umrissen geht der Verfasser dazu über, die Scheinbilder aufzulösen und die Bedingungen nachzuweisen, unter denen sie entstanden sind. — I handelt über „Jesus, der Messias, stammt aus David's Geschlecht". Bekannt ist, daß die Genealogien des Matthäus und des Marcus voneinander abweichen, daß elfterer sein Evangelium damit beginnt, letzterer sie Kap. 3 einklemmt, daß beide Namen auslassen, daß aber beide Joseph für den Vater Jesu ausgeben, weil er von David abstammte, was doch unbegreiflich, da Jesus keinen fleischlichen Vater hatte. Wir müssen hier eines Jrrthums in dieser Beziehung Erwähnung thun. Man sagte: es ist bewiesen, daß Jesus aus dem Stamm David's war, denn wenn Maria, seine wahre Mutter, nicht aus dem Stamm Juda gewesen wäre, so hätte Joseph, ein Nachkomme David's, sie nicht heirathen können; allein ein Blick in 4 Mos. 36 zeigt die Unwahrheit dieser Beschränkung. Und dann sagt ja Lukas, daß Maria und Elisabeth verwandt waren: Elisabeth hatte einen Priester zum Manne, ihre Verwandtschaft mit Maria zeigt also ganz offenbar, daß man aus einem Stamm in den andern heirathen und z. B. ein Priester eine Jungfrau aus dem Stamm Juda heirathen konnte. Was den Umstand betrifft, daß Lukas sich unter den Söhnen David's den Nathan auswählt, der 1 Chr. 3, 5 unmittelbar vor Salomo genannt wird, so machen wir den gelehrten Verfasser auf Folgendes aufmerksam: In einem Buch Sefer haitim (Buch der Zeiten) heißt es 32: Als unter den von Bath-Schema geborenen Söhnen David's der Regierungsfolge wegen Uneinigkeit ausbrach, entschied David dieselbe dahin, daß in der Erbfolge dem jüngern immer der Vorzug gegeben werde, und wenn der jüngste ohne Erben abstürbe, der vor ihm geborene an die Reihe kommen solle. Demgemäß bestieg Salomo als der jüngste den Thron, und Nathan, als der vor ihm geborene, hatte die nächste Anwartschaft auf denselben, und daher bekleideten auch dessen Söhnedie höchsten Aemter und waren Genossen des Königs. Als nun auch Achasia getödtet ivurde, blieb kein Nachkomme von Salomon's Stamm übrig, und Athalia wollte auch die Nachkommen Nathan's umbringen, welche nun den Anspruch auf den Thron hatten, Jehosabat aber rettete den kleinen Joasch von den Nachkommen Nathan's, und auf diesen ward der Psalm gedichtet, daß Gott die Nachkommen David's nicht so ausrotten ließ, wie dies mit den Nachkommen Salomon's der Fall war. Dieses Buch der Zeiten ist, wie schon Meor Enaim 4 bewiesen hat, nicht von Philo, sondern von einem Christen verfaßt. Die jüdischen Quellen differiren in demselben Maße wie Matthäus und Lukas. Im Sohar III, 173 a heißt es: Die Heilverkünderin Zions ist Chefzibo, das Weib Nathan's, Sohn David's, die Mutter des Messias Menachem Sohn Amiel's; dagegen Maimuni (Mischna- Commentar Synh. 11, 1): Im Begriff dieses zwölften Glaubensartikels liegt es, daß nur ein König aus dem Hause David's, und zwar ausschließlich von den Nachkommen Salomon's, in der Messiaszeit über Israel herrschen wird. Der Verfasser citirt den Kirchenvater Augustinus, welcher den Jakob des Matthäus als den natürlichen, den Eli des Lukas als den Adoptivvater Jesu angibt. Dagegen bemerken wir, daß das alte Judenthum von Adoption nichts weiß. Ferner: Julius Africanus hat die Abweisung der Genealogien vermittels der Leviratsehe erklärt, und zwar müssen Jakob und Eli nur Brüder von seiten der Mutter gewesen sein, die nacheinander zwei Männer gehabt, deren einer der Salomon'schen, der andere der Nathan'schen Linie des David'schen Geschlechts angehört, und wovon der eine den Jakob, der andere den Eli mit ihr erzeugt habe; das geht aber nach der jüdischen Tradition nicht, denn nach ihr findet die Leviratsehe

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