Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- I. Band (1865)
- Issue
- Heft 5 (August 1865)
- Date
- 1865-08-01
- Page
- Seite 387 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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Berend Gabriel Eskeles. 387 Venedig, einem gewissen Moses Knfir, mit folgenden charakteristischen Zueignungsworten: „Wenn man sich für einen neugeborenen Knaben, mit welchem man von Gott gesegnet und beschenkt wird, einen würdigen Pathen aus der Reihe der Anverwandten, Freunde oder achtungswerther Männer wählt, warum sollte man dies nicht bei den Kindern und Erzeugnissen des Geistes?r-Auch sie werden dadurch verherrlicht, daß ihnen ein Mann unsers Herzens, der uns besonders lieb ist, den wir besonders wegen seines achtungswerthen Charakters hochschätzen, zu Gevatter steht. Ein solcher Mann sind Sie; gönnen Sie mir, daß ich Ihnen aus Achtung und Dankbarkeit diese meine Predigten widme." Leon da Modena starb in einein Alter von siebenundsiebzig Jahren. Er ließ zehn Männer zu seinem Sterbebett rufen, unter welchen Simcha Luzzato, gestorben 1663, berühmt durch seine Abhandlung über den Stand der Juden in der Welt und eine Schrift: „Socrate", und Schemas« di Medina waren. Dieser war aus Salonici, wurde aber wegen Streitigkeiten vertrieben und fand freundliche Aufnahme in Venedig, wo er in den Rabbinen- Rath eintrat (Reggio bechmat Hakabala 3—17). Leon da Modena hatte sich selbst sein Epitaph geschrieben und gebeten, daß man ihm innerhalb dreier Monate einen Grabstein stelle. Die Leichenrede hielt Jakob Francis. Der WnmchM. Die See war still, auf ihrem feuchten Gleise Zog stolz das Schiff einher; Da warf der Mond die schönsten Strahlen leise Ins tiefe, blaue Meer. Landüber wehten hold berauschend Düste Vom nahen Palmenhain, Und fröhlich hallten mild erregt die Lüfte Von süßen Melodein. Glanz, Duft und Sang, sie schienen nicht zu enden; Der Sterne lichte Schar Glich einem Blütenstrauß, der Gottes Händen Zu Nacht entsunken war. Da flössen meine Zähren, lichte Tropfen, Wie Hoffnung weint im Schmerz; Und wieder und für immer fühlt' ich klopfen An Gottes Herz — mein Herz! Alfred Teniers. Urchivaüsche Wittheiümgen. DmnL GMü EZKckZ. Von vr. M. Wiener. Im sechsten Jahrgang von Busch's „Jahrbuch für Israeliten" hatte Kompert eine österreichische AdeLshalle für Israeliten publieirt und dieselbe mit einer Biographie des Israeliten Hoenig Edler von Hoenigsberg begonnen, in welcher er seine Absicht zu erkennen gab, später eine Galerie jüdischer adelicher Familien zu eröffnen und in derselben ein möglichst vollständiges Bild des Wirkens jüdischer Adelichen zu entrollen. Unter den Familien, deren Wirksamkeit der gedachte Literat ausführlich zu schildern versprach, war auch die von Eskeles genannt; allein, soweit uns bekannt geworden, hat Kompert bisjetzt seine Absicht noch nicht zur Ausführung gebracht, und wir bedauern daher, über die Lebensverhältnisse des Oberrabbiners Berend Gabriel Eskeles nur sehr dürftige Nachrichten beibringen zu können. Aus der Grabschrift bei Frankl Nr. 424 erfahren wir, daß Berend Eskeles oder, wie er auf hebräisch hieß, Jisachar Berusch, gewöhnlich Rabbi Beer genannt, der Sohn des Rabbi Gabriel und Enkel des Rabbi Heschel von Krakau war, welche beide sehr bedeutende Talmudisten waren, und von denen der letztere zu dem Rabbinatscollegium in der gedachten Stadt gehört zu haben scheint. Gleich seinem Vater und Großvater war auch Berend durch talmudisches Wissen ausgezeichnet, hatte das Rabbinat in Kremsier und Proßnitz bekleidet, war in Mainz zum Landrabbiner erwählt und wurde später zum Oberlandesrabbiner von Mähren und Ungarn ernannt, als welcher er in Wien am Freitag, den 26. Adar rischon 5513, d. i. am 2. März 1753, starb. Verheiratet war er das erste mal mit Rebekka Chawa, der Tochter des berühmten Samson