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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-08-01 · Heft 5 (August 1865) · p. Seite 381

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 5 (August 1865)
Date
1865-08-01
Page
Seite 381 (sequence 37)
Language
German
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Jehuda Arje da Modena als Gegner des Mysticismus und als Prediger. 381. Sohar im Leben und in der Praxis nicht zur Geltung gekommen, mithin kann N. Simon den Jochai nicht der Verfasser des Sohar sein. Leon hatte über diesen Punkt mit seinem kabbalistischen Eidame eine eingehende Debatte; dieser meinte, daß R. Simon mehr mit der Mystik als mit der Halacha sich befaßte; nichtsdestoweniger blieb er dem Schwiegervater die Antwort schuldig, warum in allen jenen Fällen, in welchen aus der mystischen Anschauung eine Norm für die Gesetzespraris resultirt, diese nicht adoptirt, ja nicht einmal ans dem ganzen großen Gebiete der talmudischen Literatur Notiz davon genommen wurde. Diese Unterredung zwischen Schwiegervater und Schwiegersohn ist der Inhalt des neunzehnten Abschnitts und wird im zwanzigsten Abschnitte fortgesetzt, mit der Bemerkung, daß der Sohar auch gegen die Naturgesetze verstößt. Im einundzwanzigsten Abschnitte wird auf die überschwenglichen Lobeserhebungen hingewiesen, die R. Simon im Sohar gegeben werden; wäre er der Verfasser, so würde seine Unbescheidenheit alle Grenzen überschreiten; dann auf das Unchronologische mancher Normen im Gebete. Abschnitt 22 wird urgirt, daß der Sohar chaldäisch abgefaßt ist, um einen "Nimbus bei dem dieser Sprache entfremdeten Volke zu verbreiten; R. Simon ben Jochai Hütte ihn sicherlich in hebräischer Sprache abgefaßt. Von der negativen Kritik kommt nun der Verfasser im Abschnitt 23 zu den positiven Momenten, daß Nabbi MoseS di Lion der Produeent des Sohar war. Im vierundzwanzigsten Abschnitte ist die Nede von der praktischen Kabbala, daß die ganze Thaumatnrgic eitel Betrug und Blendwerk sei. Daß Luria selbst gegen die ihm zugeschriebenen Wunderthaten remonstrirte, darauf und auf andere Alltoritäten wird sich im fünfundzwanzigsten Abschnitte berufen. Im sechSundzwanzigsten Abschnitte werden einige ergötzliche Pröbchen von der Arroganz, dem Hochmuth und der unverschämten Keckheit der Vertreter der Kabbala gegeben. Im siebenundzwanzigsten Abschnitte wird hervorgehoben, daß die Kabbalisten durch Attribute, welche sie der Gottheit beilegen, durch die Gebete, welche sie an die Sefirot richten, Götzendienst treiben. Diesen Vorwurf suchte sein Schwiegersohn in dem Buche „Nachlat Jakob" zu entkräften, indem er unter andern: geltend machte, daß der Zweck das Mittel heilige, und daß Gott nur auf das Her; sehe. WaS von diesen Prineipien zu halten sei, darauf macht der Verfasser im achtundzwanzigsten Abschnitte aufmerksam. Im neunundzwanzigsten Abschnitte macht der Verfasser die niederschlagende Bemerkung, daß der Sohar so manchen verrückt gemacht, und die nicht in Erfüllung gegangene, von ihm festgesetzte Messtaszeit Unheil angerichtet hat. Im dreißigsten Abschnitte wird von den Differenzen gesprochen, welche bezüglich der Sefirot unter den Kabbalisten obwalten; einige rechnen sie zum Wesen Gottes, andere zu dessen Attributen, und wieder andere zu den Hüllen des göttlichen Wesens, was mit dem Christenthumc harinonirt. Zum Schluffe bedauert Leon den traurigen Umstand, daß dieser Mysticismus auch bei den.Christen Propaganda machte, und daß inan das Ehristenthum auf der Basis der Kabbala zu begründen und zu befestigen sich bemühte. — Leon da Modena hatte wie keiner vor ihm gründlich und erschöpfend über das Unwesen der Kabbala und über das Treiben der kabbalistischen Schwärmer, über die Machwerke, welche durch Pseudonymität sich Autorität und Kanonicitüt verschaffen wollten, geschrieben. Er hatte seine Vorgänger auf diesem Gebiete fleißig studirt, besonders Elia del Medigo's „Bechinat Hadat", und wurde ein eifriger Freund der Wissenschaften, ein geschworener Feind aller Schwärmerei. Seine antikabbalistischen Kund- - gedungen fanden Anklang und Verbreitung und wirkten besonders aus Joseph Salomo del Medigo. Zu bewundern und zu preisen ist Leon's Freimuth und Unzaghaftigkeit, mit welchen er vor den Gefahren und Widerwärtigkeiten nicht zurückschreckte, die gegewöhnlich dem Kämpfer und Streiter gegen Vorurtheile der Zeit sich entgegenthürmen, und seine Ansichten auszusprechen den Muth hatte, was sich

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