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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-08-01 · Heft 5 (August 1865) · p. Seite 372

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 5 (August 1865)
Date
1865-08-01
Page
Seite 372 (sequence 28)
Language
German
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378 Jllustr. Monatsh. für die izes. Interesse» des Judenthums. ein Bericht unserer eigenen Polizei vor. Als ich dies erfuhr, dachte ich zuerst au unsere Sicherheit, um uns und unsere Sache gegen Verrath zu schützen. Ich eilte ins Kloster der und verständigte mich mit dem Prior. Das Kloster gehört nun uns; cs hat geheime Gänge und dunkle Verließe; dorthin schaffte ich das Archiv und die Kasse, die hier nicht mehr sicher sind, weil sie der Verräther hier weiß; ich habe sic durch verläßliche Leute in einer Bahre Anträgen lassen; sie sind bereits gut aufgehoben. Erscheint nun hier die Polizei, so findet sie ein anSgehobenes Nest, und wir dürfen mit voller Beruhigung den fallenden Streichen unsers ehrenhaften College» entgegensetzen und vor allem über den Maim unser Urtheil fällen. Tod auf Verrath!" « „Tod auf Verrath!" lautete der Chor der Patrioten. „Weil wir eben nicht schlimmer straffen können!" fährt der Graf fort. Gäbe es einen zehnfachen Tod, ich würde ihn dem Verräther bestimmen, der eines schnöden Lohns, einer kleinlichen Eifersüchtelei, einer weibischen Geschwätzigkeit wegen die im blutigen Schweiß eines ganzen Volks gethane Arbeit, das mühsam im Lauf schwerer Jahre gereifte Werk, die unter Seufzern, Klagen und Thränen einer geknechteten Nation gezeitigte Frucht der Vernichtung überliefert und einen Moment vor dem Sieg eine Niederlage heraufbeschwört!" "Die Aufregung der Versammlung ist eine steigende. Aurelia kann sich eures leisen Fröstelns nicht erwehren. Das Weib ist vor allem Weib. „Verurtheilen wir nicht ohne Verhör", wirft sic schüchtern ein; „der Verbrecher muß gehört werden, und fände sich auch niemand unter uns, der seine Vertheidigung übernehmen wollte: es muß ihm gestattet werden, sich selbst zu rechtfertigen." „Rechtfertigen! Einen Verrath rechtfertigen!" ruft der alte Graf. „Vcrräther sind vogelfrei, und wer zuerst den Dolch nach ihnen wirst, begeht ein gottgefälliges Werk, und alle Juden sind Verräther, die den Schandtod verdienen!") Es war ein fluchwürdiger Gedanke, sie an dem großen Revolutionswerk participiren zu lassen! Wozu brauchen wir sie? Waffen liefern sie uns, wenn wir zahlen, Geld geben sic, wenn sie geängstigt werden, Botendienste leisten sie uns, wenn sie gestoßen werden; wir hätten ihrer Schwäche das abfordern können, was ihr jetzt von ihrem Patriotismusverlangt. Wozu sie in die Administration und die Armee hineinziehen? Unterliegen wir im Kampfe, so theilen sie die Ehre unserer Niederlage, unsere Asyle, unsere Unsterblichkeit. Siegen wir, so werden sie unfern Ruhm, unsere Unabhängigkeit und unsere Rechte theilen wollen, und in keinem der beiden Fülle möchte ich die Juden zu Compagnons haben!" Aurelia schweigt, die Herren nicken zustimmend mit den Köpfeil. Baron Marinski allein, ein Demokrat trotz seinem Prädicate, ein Mann, der im Auslande die Milch der Civilisation eingesogen, erhebt sich gegen die Anschauung seines College». Derb in seinem Erscheinen und in seiner Sprache, sagt er, zu dem Grafen gewendet: „Sie schänden das Jahrhundert, Graf, und wenn alle Polen, die an der Regeneration des Vaterlandes arbeiten, so denken wie Sie und Ihre Vorurtheile hegen, so wird Polen niemals frei. Es ist das große Unglück unserer Nation, daß sie keinen Bürgerstand hat und daß das Landvolk jeder Initiative des Adels, in dem es seinen Tyrannen sicht, feindlich, jedenfalls mistrauisch entgegentritt. Die zahlreichen Juden, die Polen bevölkern, könnten, wenn wir uns mit ihnen verbrüdern, ein intelligentes, leistungsfähiges, wohlhabendes Bürgerthum stellen und zugleich den Kitt abgeben, der Adel und Bauer verbindet. Haben wir das israelitische Volk gewonnen, so hat unsere Kraft in gleichem Maße zuals die unsers Gegners abgenommcn, während gleichzeitig den gebieterischen Forderungen des Zeitgeistes Rechnung getragen ist. penplo de Oraeovie <^ni ninssuorait los «Iniis, suivait nno ciivino Inspiration. rloan O^nski.

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