Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- I. Band (1865)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1865)
- Date
- 1865-07-01
- Page
- Seite 340 (sequence 76)
- Language
- German
- Belongs to
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340 Na chum. Dieser Prophet nennt sein Zeitalter nicht, doch bieten seine Weissagungen Anhaltspunkte für die Bestimmung desselben. Er weissagt den Fall Ninives um eine Zeit, wo Assyrien auf dem Gipfel seiner ^Macht war (2, 10). Juda hatte bereits unter der schweren Hand Assyriens gelitten (2, 1). Dieses ist bestimmend für die Zeit des Propheten, denn wir finden keine andere Bedrückung Juda's durch die Assyrier, als die unter König Sanherib, welcher im 14. Jahre Hiskiah's einen Einsall in Juda unternimmt, bis Jerusalem vordringt und von da unverrichteter Sache abziehen muß. Nach 2 Könige 18, 7, scheint zwar Juda den Assyriern schon unter Salmanassar zinsbar, allein von einem Zuge gegen Juda, wie ihn hier der Prophet schildert, kann nicht die Rede sein. Der Prophet Nachum kann also nur nach jenem mislungenen Versuche Sanherib's gelebt haben, also in der zweiten Hälfte der Regierungsjahre Hiskiah's. Hiermit stimmt die 3, 8 erwähnte Zerstörung No-Ammons*) ganz gut überein, vorausgesetzt, daß König Sargon, der dieselbe nach Jesaias 20 vollführt, zwischen Salmanassar und Sanherib regiert. Die Art und Weise, wie diese Zerstörung vom Propheten geschildert wird, hat manche veranlaßt, zu behaupten, daß Nachum ziemlich lange nach ihr gelebt haben müsse; sie setzen ihn unter Menasse; so Raschi, Seder Olam, Halachoth Gedoloth, Ben Sew, auch Jahn u. a. Andere meinen, der Prophet habe vor Sanherib's Zug gegen Juda gelebt, und die Anführung der Feindseligkeiten Assyriens seien Verwarnungen, die der Prophet nach der Vertreibung des Zehnstämmereiches an Juda ergehen lieh.**) Der Vers 2, 1, läßt sich schwer als Verwarnung erklären. Philippson setzt den Propheten in das 16. Jahr des Hiskiah. Habakuk. Da uns der Prophet die Zeit seiner Wirksamkeit nicht angibt, so ist es schwer, sie nach den in seinem Buche gegebenen Andeutungen zu präcisiren. Die eine Tradition macht ihn zum Sohne der Sunamit (2 Kön. 4) ***), die anderes) zum Zeitgenossen Daniel's; eine dritte setzt ihn mit Joel und Nachum unter Menasse, si-j-) Die Reden Habakuk's wenden sich in ihrem Inhalte um die Chaldäer, was vor allem beweist, daß er der chaldäischen Periode angehört. Er verkündigt, daß die Chaldäer als Strafgericht Gottes gegen Juda austreten, daß aber sie selbst ebenfalls gezüchtigt werden. Das setzt voraus, daß Juda noch bestanden. Nun wissen wir, daß Nebukadnezar *) Die meisten verstehen Theben darunter; Raschi, Targum Jonathan u. s. w. beziehen es auf Alexandrien. **) Vgl. Lebensohn, Llurim cdaäL8obiw, S. 148 (Wilna 1857). ***) Ein Wortspiel mitV. 16. 1) S. Solet le Mincha zu Habakuk, und vgl. damit das apokryphische Buch Bel und Drache, V. 83 sg. ft) Seder Olam, Halachoth Gedoloth. unter Jojakim das erste mal in Juda einfiel. In welchem Regierungsjahr Jojakim's es gewesen, gibt die Schrift nicht an (vgl. 2 Kön. 24, 1 mit 2 Chron. 36, 6 und Jeremias 22, 19); eine Tradition (und nach ihr Rdak) will, daß Nebukadnezar unter Jojakim zweimal gegen Juda gezogen, wonach der 2 Kön. 24, 1 erwähnte Zug der erste gewesen. (Siehe hierzu den Biur a. a. O., Fürth). Der Prophet Habakuk wird nun vor diesem ersten Einfalle der Chaldäer, also in den ersten Jahren Jojakim's, gelebt haben. Den Umstand, daß der Einfall der Chaldäer nach 1, 5 noch als etwas Unglaubliches und Staunenswerthes bezeichnet wird, benützt Winer, um den Propheten weiter, und zwar unter Josiah hinaufzusetzen*), wo die chaldäische Macht dem judäischen Lande überhaupt furchtbar zu werden anfing. Delitsch läßt den Propheten im 12. Jahre Josiah's oder kurz nachher auftreten. Philippson meint, daß der Prophet schon nach dem ersten Zuge des Nebukadnezar, also in den letzten Jahren Jojakim's, geweissagt habe. Viele Ausleger wollen behaupten, daß zur Zeit des Propheten die chaldäische Macht auf Juda schon hart gelastet. So bezieht Abarbanel 1, 2—4 auf Gewalttätigkeiten, die bereits gegen Juda verübt worden, und setzt begreiflicherweise den Propheten tiefer herab; noch weiter geht Lebensohn.**), der die Bedrückung Jüda's unter Jojakim und Jojachin als vergangen, und den Propheten in die ersten Jahre Zidkiah's setzt. Das Unwahrscheinliche dieser Annahmen erhellt daraus, daß der Prophet ein Strafgericht über die Chaldäer verkündigt, ohne es, wie es doch natürlich wäre, mit dem Hinweise auf die gegen Juda verübten Greuelthaten zu begründen. Wie wäre außerdem 1, 5 und 1, 12 zu erküren? Zephaniah. Nach der Überschrift lebte er unter dem jüdischen Könige Josiah. Von diesem wird uns erzählt (2 Chron. 34, 3), daß er im 12. Jahr seiner Regierung eine religiöse Umgestaltung in Juda vornahm, den Götzendienst abschaffte u. s. w. Ob unser Prophet vor dieser Affaire oder nach derselben gewirkt, läßt sich kaum mit Sicherheit angeben. Knobel setzt den Propheten vor das 12. Jahr des Josiah***), Philippson nach dem 12. Jahre, si) Ersterer behauptet, daß der Prophet mit 2, 13 — 15 Assyrien und Ninive Zerstörung droht, also vor derselben sisi), letzterer, daß der Prophet diese Zerstörung beschreibt, also nach derselben gelebt habe. ^) S. auch Ben Sew, ar^) Köster, S. 111. ***) Ebenso Winer, Ewald u. a.!, auch Rdak; Winer citirt irrthümlich, daß Rdak den Propheten nach dem 12. Jahre Josiah's setzt (s. Art. Zephaniah, und Rdak .zu Zephaniah). f) Ebenso Bertholdt, Eichhorn u. a. ff) Ungefähr im 16. Jahre des Josiah. Jllustr. Monatsh. für die gef. Interessen des Judenthums.!