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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-07-01 · Heft 4 (Juli 1865) · p. Seite 320

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 4 (Juli 1865)
Date
1865-07-01
Page
Seite 320 (sequence 56)
Language
German
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320 JUustr. Monatsh. für die gef. Interessen des Judenthums. zu künftiger Befreiung von einem drückenden Glaubensjoch behülflich zu fein. Das Negative der vorliegenden historisch-kritisch -theologischen Arbeit ist, zu beweisen, daß nichts Uebernatürliches bleiben muß; das Positive, wie man sich die Person, die Zwecke und Schicksale Jesu auf der einen, die Entstehung des Ungcschichtlichen in den evangelischen Nachrichten von ihm auf der andern Seite zu denken hat. Der gelehrte Verfasser benutzt alle Forschungen, welche seit dem Erscheinen seines „Gebens Jesu" gemacht wurden. Er faßt das deutsche Volk als Volk der Reformation, diese aber denkt er sich nicht als ein fertiges, sondern als ein Werk, das fortgesetzt sein will. Diese Fortsetzung soll aber nicht das Praktische, sondern die Lehre und die Evangelien betreffen. Wem nur einmal, heißt es in der Vorrede, S. XIX, ein Begriff davon beigebracht ist, daß die Menschheit und alles in ihr, auch die Religion nicht ausgenommen, sich geschichtlich entwickelt, dem muß auch einleuchten, daß aus keinem Punkte innerhalb dieser Entwickelung ein schlechthin Gegebenes sein kann, daß der Vorstellungskreis von Religionsurkunden, die vor inehr als anderthalbtausend Jahren unter äußerst ungünstigen Bildungsverhältnissen entstanden sind, nicht mehr ohne weiteres der unserige sein kann, sondern daß, wenn er für Uns eine Geltung haben soll, erst eine Scheidung des Wesentlichen vom Unwesentlichen vorgenommen werden muß. In der Einleitung bespricht der Verfasser „den Gedanken eines Lebens Jesu". Er unterscheidet zwischen dem kirchlichen und biographischen Christus. Das Neue Testament ist die Quelle, die einzige Quelle, aus der wir über Jesus Genaueres wissen. Stellt es ihn nun so dar, wie er biographisch nicht zu begreifen ist, und muß er doch biographisch begriffen werden, wenn er Mensch für Menschen gewesen sein soll, so muß die neutestamentliche Darstellung selbst geprüft, an den Maßstab sonstiger menschlicher Lebensnachrichten gehalten werden. Als Illustration zu des Verfassers „Gedanken eines Lebens Jesu" möge der Umstand dienen, daß im Alten Testament das Leben Moses' wirklich biographisch menschlich dargestellt wird, und gibt es keinen kirchlichdogmatischen Moses. Ehe der Verfasser seine kritisch - pragmatische Arbeit beginnt, wirft er einen gediegenen übersichtlichen Ueberblick auf die Geschichte der Bearbeitung des Lebens Jesu, um so die Nothwendigkeit der vorliegenden Arbeit erscheinen zu lassen. Diese Bearbeitungen von Heß bis Hahn charakterisiren sich alle durch Zweideutigkeit, Widerspruch und durch subjective Transactionen zwischen dem dogmatischen und biographischen Jesus, die mit den Evangelien nicht übereinstimmen. Daher unternahm Strauß seine kritische Bearbeitung des Lebens Jesu. Dieses Buch hatte eine Reaction hervorgerufen, Vermittelungen provocirt. Nachdem der durchweg eiserne und consequente Strauß einen Neander, Ebrard, Weiße, Ewald wahrlich nicht mit Aufopferung großer Mühe und Anstrengung beseitigt, erwähnt er noch Keim's und Renan's und geht dann zu den Evangelien über als Quellen des Lebens Jesu nach den äußern Zeugnissen und nach der innen: Beschaffenheit derselben sowie nach ihren: Verhältniß untereinander. In einer Vorbemerkung beruft sich der Verfasser darauf, daß die Echtheit der Autorschaft nur dann sicher bezeugt ist, wein: entweder in unzweifelhaft echten Aufzeichnungei: des Verfassers selbst, oder ii: echten Schriften von Zeitgenossen — und zwar müssen dies solche sein, die etwas Sicheres darüber wissen konnten — voi: der fraglichen Schrift als einem Werk dieses Mannes die Rede ist. Der gelehrte Verfasser bringt frappante Beispiele aus der Geschichte der Literatur; und hätte er die Beispiele aus der Geschichte des Kanons des Altei: Testaments vermehren und schlagend allegiren könne::. Denn das Hohe Lied und der Prediger, der zweite Theil des Jesaias gehören nicht dei: Verfassern an, welche die Ueberschriften angeben. Auch Josephus wurde eii: Buch der Makkabäer zugeeignet, das unbestritten nicht von ihm herrührt. *) E) Als Illustration dazu aus der neuesten Zeit diene ein Bericht aus der „Presse", nach

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