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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-07-01 · Heft 4 (Juli 1865) · p. Seite 311

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 4 (Juli 1865)
Date
1865-07-01
Page
Seite 311 (sequence 47)
Language
German
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Die zehn Stämme. 311 Sambation anführen. Rabbi Menasse erzählt im Rainen seines Vaters, es habe ein Maure in Lissabon in einem Gefäße Sand aus dem Sambation aufbewahrt gehabt, dieser Sand wäre immer in Bewegung gewesen und nur beim Eintritt des Sabbats zur Ruhe gekommen; der Maure hätte sich nun jeden Freitag Abend in die Straße begeben, wo die Zwangschristen (Anussim) wohnten, um diesen anzuzeigen, daß der Sabbat begonnen habe und sie daher die Kaufläden schließen möchten. Hier sehen wir das Wunder auf die Spitze getrieben, und es mag am Orte sein, nach der Entstehung der Sambationsagen zu sehen. Bei Vergleichung der über den Sambation angeführten Stellen vermissen wir vor allem eine Uebereinstimmung, sowol betreffs seiner Lage als der ihm zugeschriebenen Eigenschaften. Josephus und auch Plinius versetzen ihn nach Syrien, Farissol sucht ihn in Ostindien; andere wollten ihn mit Zuverlässigkeit in China aufgefuuden haben. Pseudojonathan, die Pesikta und Bereschit Rabba bezeichnen ihn blos als einen Punkt der Emigration, ohne eines' Wunders Erwähnung zu thun; der Talmud und so auch Plinius lassen ihn die ganze Woche fließen und am Sabbat ruhen, bei Josephus ist es umgekehrt, Eldad läßt ihn an Werktagen Steine auswerfen und am Sabbat von Nebel- und Feuerwolken umgeben sein, und Menasse ben Israel endlich dehnt, wie wir eben gesehen, die Wunderkraft auf den Sand selbst aus. Keiner von allen bestimmt aber genau-, wo der Fluß gelegen sei, oder spricht von dem Wunder als Augenzeuge, und doch müßte bei dem gegenwärtigen Standpunkte der Erdkunde, wo insbesondere in Asien kein Winkel unerforscht geblieben, sich einer davon überzeugt haben, wenn das Wunder bei irgendeinem Flusse wirklich vorkäme. Es gewinnt darum die im achten Jahrgang der Bik. Hait. mitgetheilte Ansicht des gelehrten Reggio einige Wahrscheinlichkeit, daß der so oft gebrauchte Name Sambation jedenfalls als Name eines Flusses in alter Zeit bekannt gewesen sein müsse, daß aber unter demselben kein anderer als der Euphrat verstanden wurde, in dessen Nähe die Exulanten gebracht worden waren, die Genesis des Namens und der in spätern Zeiten darangeknüpften Sagen aber folgende Bewandtniß haben mag: Es war den Emigrirten unter dem Joche der Heiden unmöglich, die Sabbatseier zu beobachten; sie beschlossen daher, sobald sie sich in ihre neue Lage gesunden hatten, sich immer vor dem Eintritte des Sabbats abtheilungsweise aus den Städten auf das Feld zu begeben und daselbst die Sabbatruhe zu halten. Sie hatten sich das erste mal an dein Ufer des Euphrat zu diesem Zwecke zusammengefunden; da sie es jedoch als Wunder ansahen, dabei ungestört geblieben zu sein, während jede Entdeckung die Gefahr für sie hatte, als Empörer betrachtet zu werden, die sich zu einer Verschwörung vereinigt Hütten, so nannten sie den Flnß Sabbatfluß oder Sabbation, welch erstern Namen wir auch im Talmud abwechselnd mit Sambation finden. Diese Begebenheit wird wol auch nach Judäa gedrungen sein; im Laufe der Zeiten wurden aber, wie das 'so häufig der Fall, allerhand Sagen hinzugedichtet, bis endlich blos diese blieben, der Entstehungsgrund aber vergessen wurde. Nach Herzfeld verstand man unter dein Sambation ursprünglich den großerl Zab, einen Zufluß des Tigris, der auch Zabatos genannt wurde. Der Name sowie der Umstand, daß das vom Tigris und dem großen Zab eingeschlossene Stück Land von inehrern Seiten unzugänglich war, hätten dann die Sagen von dem Sabbatfluß erzeugt. Ich kehre nun zu meinem Gegenstände zurück, um zum Schluffe zu kommen. Wir haben die mannichfachsten Ansichten und Vermuthungen über die Nachkommen der zehn Stämme kennen gelernt, aber wie ich es. gleich zu Anfänge ausgesprochen, kein Licht daraus gewonnen, da sie einander widersprechen lind die meisten auf die täuschenden Beweise aus der Aehnlichkeit der Sitten und Gesichtszüge oder auf dunkle und ruhmredige Sagen sich stützten. Die Frage, was aus den assyrischen

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