Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- I. Band (1865)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1865)
- Date
- 1865-07-01
- Page
- Seite 309 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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Die zehn Stämme. 309 Asien wollten viele, insbesondere JoJ nes, Reste der zehn Stämme finden. Die Afghanen nennen sich, wie berichtet wird, „Bunnie Israel", Söhne Israels, weisen jedoch entschieden die Bezeichnung „Juden" zurück. Eine sehr kriegerische Tribus der Afghanen nennt sich Stamm Joseph. In diesem Stamme heirathen die jungem Brüder die Witwen ihrer altern, kinderlos verstorbenen Brüder, nach dem alten mosaischen Gesetze. Andere Stämme der Afghanen führen die Namen Stamm David, Stamm Salomon und Moses, Stamm JSmael und Saul u. s. w. Förster gelangt nach Vergleichung der Angaben älterer Autoren mit den traditionellen der Afghanen und der Geographie des Ptolemäus mit den Berichten von Elphinstone zu der unleugbaren Ueberzeugnng, daß die Afghanen jüdischen Ursprungs und die jüdischen Benennungen des Solmansgebirges, des Amramgebirges und anderer Plätze sehr alt seien. Der Rabbiner I. Schwarz in Jerusalem stellt in seinein Werke über das Heilige Land ebenfalls einige Sagen und Berichte über die zehn Stämme zusammen, von denen ich nur einiges herausheben will. Er erzählt über die Jehud Chebr, freie Nachkommen des Jithro, Schwiegervaters Mosis, Folendes: Sie leben in Arabien und eschäftigen sich ausschließlich init Viehzucht, doch vertauschen sie, wo es ihre Unabhängikeit oder ihr Eigenthum gilt, den Hirtenstab mit dem Schwerte. Sie vermeiden es, mit andern' Juden in Verbindung zu treten. Zur Zeit, als Ibrahim-Pascha in Syrien und Palästina Ordnung und Sicherheit hergestellt hatte, unternahmen es zwei jüdische Blech- und Silberschmiede aus Zefat, bei den Beduinenstämmen Arbeit zu suchen, und fanden solche auch im Haurangebirge. Eines Tages kamen berittene Araber zu den Zelten, und als sie sahen, daß zur Zeit des Mahles die beiden Handwerker abgesondert von den Arabern saßen und blos Brot, Butter und Honig genossen, fragten sie, welchem Stamme diese Heiden Männer angehörten. Als man ihnen mittheilte, es seien Inden, lachten sie und sagten : Die Jehud kennen wir besser, es sind riesige Männer, nicht wie diese klein und schwach. Einmal will man auch einige von den Jehud Chebr in Jerusalem gesehen und an ihren Kleidern Schaufäden bemerkt haben. Vor wenigen Jahren, erzählt Rabbiner Schwarz weiter, gingen zwei Juden in Liberias zur Grabeshöhle des Rabbi Akiba beten. Während sie ihre Andacht verrichteten, sprengten zwei arabisch gekleidete Reiter heran und hielten still, bis die Männer ihr Gebet gesprochen hatten. Dann fragten sie, welcher Zadik hier begraben liege? Als ihnen die Männer den Rabbi Akiba nannten, stiegen die Fremden von ihren Pferden, gingen in die Grabeshöhle und sprachen ein hebräisches Gebet so laut, daß es die beiden außerhalb der Höhle Verweilenden vernehmen konnten. Die Männer traten bald wieder aus der Höhle und bestiegen ihre Pferde. Gefragt, wer sie seien, antworteten sie: Wir sind Jehud Chebr. Wir beschwören euch beim einzigen Gotte, dem Gotte Jiraels, verlasset die Stelle, auf der ihr stehet nicht, bis wir aus euerm Gesichtskreise sind. Darauf ließen sie ihren Pferden die Zügel schießen und sprengten davon. lieber die Juden in China ist vieles gefabelt und combinirt worden. Von jüdischen Schriftstellern erwähnt Benjamin voil Tudela den Namen des Landes zuerst. In Kaifongfu sollen sich die Juden am häufigsten finden. Peter Gozani besuchte daselbst die Synagoge, die nn Jahre 1446 durch Ueberschwemmung fast ganz zerstört worden war.*) , Rabbiner Schwarz bringt in seinem Werke einen aus Kalkutta im Jahre 1848 an ihn gerichteten Brief des Rabbiner Mose Jafe aus Chebron, der damals eine Reise nach Ostindien unternommen hatte. In diesem Briefe berichtet Jafe, von einem Manne, der sich in Kanton aufgehalten hatte, gehört zu haben, daß im nördlichen China mehr als 200000 Männer mit großen Bärten und Haarlocken entdeckt worden *) Ausführlicheres über die Juden in China im 1. Hefte dieser Zeitschrift.