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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-07-01 · Heft 4 (Juli 1865) · p. Seite 307

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 4 (Juli 1865)
Date
1865-07-01
Page
Seite 307 (sequence 43)
Language
German
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Die zehn Stämme. 307 Tafeln, sollen bestehen für sie und ihre! Nachkommen zum Guten und zum Zeugnis; allen Weltbewohnern und zur Herrlichkeit und zum Ruhme. Ihr Zeugen unterzeichnet dieses und übergebt es dem Rabbi Joseph und seiner Gemeinde, daß es sei in ihrer Hand zum Zeugniß lind zum Beweis bis in Ewigkeit! Gott gebe das Gute mit Gnade und Erbarmen!" Die Unterschriften lauten: „König von Tirwamchor, König von Karanganor, König von Sainbori, König von Aramzili, König von Balichoeila, König von Kulistri, König von Korombinad; Brovi, Schreiber des Königs." Der König Schiran Piromal, der den Inden diesen Freibrief ertheilt hatte, wies denselben eine besondere Stätte innerhalb der Stadt Karanganor an. Sie lebten dort hochgeehrt, namentlich ihr Fürst, Rabbi Joseph, dem die Bevorzugung zutheil wurde, daß er die Dochte zu den Lampen des Königs liefern durfte, was in damaliger Zeit für eine große Ehre galt. Der Fürst Joseph bekehrte viele schwarze Sklaven zum Judenthum. Zwischen diesen und den weißen Juden, so wird erzählt, sei später ein Streit entstanden, was die eine Partei bewog, die Hülfe eines indischen Fürsten nachzusuchen; dieser sei mit einem mächtigen Heer gekommen, habe ihre Hänser, Paläste und festen Schlösser genommen, viele der Ihrigen getödtet, andere in Gefangenschaft geschleppt, und endlich seien sie infolge der fortgesetzten Verfolgung durch die bigoten Portugiesen, die habsüchtigen Holländer und die blutdürstigen indischen Herrscher zu Schwäche, Armuth und Erniedigung herabgesunken. Später gelangte Förster in den Besitz einer hebräischen Handschrift, welche ein Offizier durch einen jüdischen Hohenpriester in Cochin erhalten hatte. Dieselbe enthielt die Geschichte dieser Juden, die Schilderung ihrer Wanderungen und Leiden seit den Tagen, „wo sie ihre Harfen an den Wassern von Babylon aufhängten". Diese Erinnerungen waren ursprünglich in bronzene oder kupferne Platten eingravirt, in hebräischer Sprache, der letzteres Thei! in malabrischer, mit entsprechen-'!den Schriftzeichen. Diese Tafeln waren vor ungefähr hundert Jahren von den Holländern gestohlen und nach Amsterdam gebracht worden. Die Juden sandten einige gelehrte Rabbis nach Holland und ließen Cvpien anfertigen, und eine derselben war es, die in Forster's Hände gelangte. Nach Abr. Farissol erblicken die indischen Juden in dem Ganges den Gosan, und in der Nähe der Stadt Calicut wollen sie den Sambation entdeckt haben. Nach demselben Autor ging durch die Hände der Juden von Calicut und Umgegend der ostindischarabische Handel mit indischen Erzeugnissen, Gewürzen und Edelsteinen. Der ebengenannte Abr. Farissol lebte im Anfänge des Ick. Jahrhunderts und schrieb im Jahre 15L4 unter dein Titel „IZZorst Orostot Olam" ein Handbuch der Erdbeschreibung, um, wie er im Vorwort ausspricht, „seine Glaubensbrüder mit einem wichtigen Gegenstände des Wissens bekannt zu machen, den sie ohne Grund vernachlässigen, um zur Erholung nach schlüpserigen Gedichten oder nach erdichteten Kriegsgeschichten zu greisen. Eine zolche Kosmographie", fügt er hinzu, „sei an sich nützlich, und die Heilige Schrift gebe selbst das Beispiel der Länderkunde; wenn auch die Zwiebel- und Knoblauchesser (so bezeichnet auch Maimonides die deutschen Juden) sich von diesen Dingen gleichgültig wegwenden, so seien sie doch Gottes Sache, da man hieraus auch seine Wunder kennen lerne." Die Darstellung Farissol's ist kurz und übersichtlich und zeugt von höherer Bildung. Im allgemeinen strebt er nach klarer Anschauung, frei vom Glauben an fabelhafte Berichte, wie er dies durch die Worte ausdrückt Nur der vierzehnte Abschnitt seines Buches bietet, doch nicht ohne Zeichen des Zweifels, eine seltsame Geschichte von einem Asiaten, der von den zehn Stämmen an den Papst gesandt worden sei, um dessen Beistand wider die Araber zu erlangen. vr. Grant, ein Arzt der amerikanischen Missionsgesellschaft, welcher im Jahre 1835 Armenien, Mesopotamien

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