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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-07-01 · Heft 4 (Juli 1865) · p. Seite 303

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 4 (Juli 1865)
Date
1865-07-01
Page
Seite 303 (sequence 39)
Language
German
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Flavius Josephus. 303 verdient, und wenn auch Polybius im Ernste meint, daß Antiochus um dieser Ursache willen sein Leben enden mußte, so ist doch viel wahrscheinlicher, daß er wegen der verruchten Beraubung des Tempels zu Jerusalem starb" <Rut. 12,9,1). Sein Bestreben, die Römer mit den Juden auSznsöhnen, sie einander zu nähern, ging so weit, daß er von drei Bündnissen der Juden mit den Römern, unter Juda, Jonathan und Simon, erzählt, welche so wenig auf Wahrheit beruhen als das bei dieser Gelegenheit angegebene Verwandtschaftsverhältniß zwischen den Juden und Spartanern (Grütz, 3, 503). Und so bleibt Josephus der edle, wahrheitsgetreue und unsterbliche Geschichtschreiber, der stets eine Zierde der jüdischen Nation, ein leuchtender Stern am Himmel der Wissenschaft wird genannt werden, wenn er auch von einem gewissen Aberglauben befangen war und an Träume, au mystische Borbedeutungen lind an Zauberei glaubte. Durchglüht und begeistert für die Achtung und Ehre seines Volks, ging Josephus auch au die Arbeit gegen Äpion. Während die Römer die Juden unterjochten, waren griechische Schriftsteller beflissen, dieselben moralisch zu vernichten. Die Feinde leugneten erstens das Alterthum der Juden lind betrachteten sie wie ein neues Volk; nennen ja auch einige moderne Apione die Juden „europäische Asiaten"; zweitens verleumdete eben dieser Apion die Lehre des Judenihums, wie man sich dessen in sogenannten Kirchenzeitungen nicht entblödet. Die von Apion dem Kaiser Caligula übergebene Schmähschrift diente noch unter dem Kaiser Domitian den Judenfeinden als Quelle des Judenthums, wie Eisenmenger noch heute den Brunners *) als talmudische Quelle dient. Josephus trat aber apologetisch für das Judenthum auf, er bekämpfte die Griechen mit den Waffen der Wahrheit *) Der Hr. Verfasser spielt damit auf den Herausgeber der „Wiener Kirchenzeitung" an, die sich durch ihre Blasphemien gegen die jüdische Religion (s. Heft 1, Seite 94) eine gewisse traurige Berühmtheit erworben hat. D. R. und der Ironie, wie ein echter und rechter Ritter ohne Furcht lind Tadel, mit der wärmsten Anhänglichkeit an den Glauben und an sein unglückliches Volk. Da manche jener Beschuldigungen noch heute ihr Echo, ihren Nachünd Widerhall haben) so mag das Wichtigste aus Josephus' „Schutzschrift" über das Alter der Juden gegen Apion hier skizzirt werden. Im ersten Buche unterwirft Josephus die griechischen Geschichtschreiber, welche den Juden die Antiquität absprachen, einer strengen Kritik; er spricht ihnen die Glaubwürdigkeit ab, weil sie einander widersprechen, weil sie nur nach mündlichen Traditionen referirten, daher die Wahrheit nicht recht wußten, und weil sie sich der Wahrheit nicht befleißigten, sie nicht sagen wollten; daß aber die Juden die größte Sorgfalt auf die Aufzeichnungen, die sie den Hohenpriestern und Propheten übertrugen, verwendeten, welche Sorgfalt mit Ausdauer bis auf seine sJosephus) Zeit bewahrt wurde. Bei dieser Gelegenheit klagt er die griechischen Geschichtschreiber des Jüdischen Kriegs an. So veröffentlichten, sagt er, manche nachlässig geschriebene Geschichten über unfern jüngsten Krieg; sie selbst waren nicht auf dem Kriegsschauplätze, gingen auch nicht die handelnden Personen an, sondern setzten einiges aus dem Hörensagen zusammen, und hierbei rühmen sie sich, schamlos genug, des Namens von Geschichtschreibern! Die Juden, sagt er weiter, kamen nicht in Berührung mit andern, weil sie weder eine am Meere gelegene Gegend bewohnten, ^noch den Handel liebten. Ihre Städte sind weit vom Meere abgelegen. Zumeist liegen die Juden der Erziehung der Kinder und der Beobachtung der Gesetze ob. Da nun noch die Eigenthümlichkeit der Lebensweise hinzukommt, so waren die Juden weder von vielen gekannt, noch boten sie Stoff zur Erwähnung in Geschichtswerken dar. Josephus führt da gegen ägyptische, phönizische, chaldäische und andere Geschichtschreiber an, die der Juden erwähnen, zwar von der Wahrheit abirrend, aber doch das Alterthum der Juden bezeugend, und

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