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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-07-01 · Heft 4 (Juli 1865) · p. Seite 296

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 4 (Juli 1865)
Date
1865-07-01
Page
Seite 296 (sequence 32)
Language
German
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296 Jllustr. Monatsh. für die ges. heiliger Scheu betrachten und es selten, außer in der Heiligen Schrift, ganz schreiben. 2S12 erklärt er für ein Epithet der Gottheit nach Nruet. Lab. 10 und ll'raet. Lebet». 35. Selbstverständlich ist 71212', und es wäre hier ein Anklang an Lxock. 25, 8 und sonst, wonach der Sinn wäre: „der Ewige, der Friede ist, wohne in diesem Orte"u. s. w. Wir müssen abermals von- Hrn. Frankel's Ansicht abweichen, denn abgesehen davon, daß er den Satz aus der Scylla in die Charybdis führt, indem darin nach Renan das Subject, nach ihm aber das Prädicat zu ergänzen ist, hat der Name dieselbe Heiligkeit wie der ausgeschriebene Gottesname, und Hr. Frankel dürfte für eine derartige Verkürzung zu diesem Zweck kaum einen Beleg anführen können. Ich lese das erste Wort -77' „es sei", wodurch jedes grammatische Bedenken wegfällt, dem Text der Inschrift aber doch dabei sein Recht widerfährt. Dann wird es heißen: „Es sei Friede an diesem Ort" u. s. w. Die vier folgenden Buchstaben geben deutlich 7727-. Dieses Joseh ist eine in den ersten Zwei Jahrhunderteil der gewöhnlichen Zeitrechnung aus dem Namen Joseph entstandene Form. *) Die nachfolgenden Buchstaben sind ohne Zweifel 'S »,2 'Sn zu lesen, wobei das nicht genau ausgeprägte' 77 sich durch die Buchstaben 'S Z2 -S als ein solches zu erkennen gibt.**) Die auf den Namen folgenden Worte heißen ganz klar 77777 y7pi2- 77122. Schekuf ist die mischnische Bedeutung für „Schwelle".***) Man muß also übersetzen: „Joseh der Lewite, Sohn Lewi's, machte diese Schwelle". Die *) Vgl. darüber Frankel, Monatsschrift l. I., S. 152, Anmerk. 1. **) Zu dem Namen 'S 7: ''in nv'' bemerkt Frankel: „Eine freilich etwas harte Fügung, nach dem üblichen Sprachgebrauch sollte sein 'Sn 1no-". Kiese Bemerkung macht seinem feinen Beobachtungsgeiste Ehre, dagegen muß ich aber auf Law. rad. 0. 14 verweisen, wo das Epithet 'Sn wie auf unserer Inschrift dem Namen des Sohnes beigesetzt ist «in 7 oSv-s 'Sn. Ich wage es, aus diesem an sich kleinlichen Umstande sogar auf ein höheres Alter der Inschrift zu schließen. ***) Das biblische rppDv, das syrische nr-pvn. . Interessen des Judenthums. Gestalt des rs ist besonders bemerkenswerth. Eine ältere Inschrift würde ohne allen Zweifel wie die phönizischen Inschriften das Verbum 822 haben. *) Nach diesen Worten fühlte der Bildhauer, daß der Raum der Platte für die Worte, die er noch hinzuschreiben hatte, unzureichend ist, daher die letzteil Buchstaben kleiner lind enger aneinandergedrängt erscheinen. Die ersten drei Buchstaben, die anfänglich Zweifel erregen, geben sich bald als 8271 zu erkennen, und ebenso klar ist es, daß die folgenden Worte 772-12 lauten. Bezüglich der letzten Buchstaben sagt Renan: „Die folgenden Buchstaben ergeben 727'r-22. Nach dem 72 bemerkt man eineil Zug, der kein ausgeprägter Buchstabe ist, jedoch etwa auf ein 7 Hinweisen könnte; jedenfalls deutet er auf eine Abkürzung und daß der Stein- Hauer nicht genug Raum hatte, seinen letzten Satz zu schreiben. i2i':-22 gibt durchaus keinen Sinn. Offenbar handelt es sich hier um eine jener geheiligten Formeln, die die Juden gern nur mit Anfangsbuchstaben in der Weise bezeichnen, daß der erste Buchstabe jedes Wortes geschrieben ist. Dernburg, den ich hierüber befragte, gab mir die hierher passende Form. Es ist sicherlich 2Sl27 7'7' 7712222 77222 dl22. Die ganze Inschrift ist also in folgender Weise zu lesen: 71°>27P2 y'227 77777 27P772 llSl2 ',77' 77122 'S Z2 '7777 7727' (2S)l27 (l'7)^ ('12)2172 77222 8277 77777 (Gott) gebe Frieden an diesem Orte und an allen Orten Israels. Joseh der Lewite, Sohn Lewi's, hat diese Schwelle gemacht. Es komme Segen in das Werk seiner Hände und Friede. Frankel nennt diese Abbreviatur unwahrscheinlich. Er liest das i27'222, -2 7'222 gemäß Ps. 109,18; Jes. 48,19; in w erkennt er eine Jahreszahl, über deren Fixirung er sich dann ins Weite ausläßt. Ich lese, indem ich den schließenden, undeutlichen Schriftcharakter mit Renan und Frankel für ein 8 erkläre, die letzten Buchstaben (27)7-2 -§1222, indem ich annehme, das der Steinhauer *) Daß diese Ansicht Renan's auf einem Jrrthum beruht, zeigt Frankel a. a. O.

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