Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- I. Band (1865)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1865)
- Date
- 1865-07-01
- Page
- Seite 295 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Die hebräischen Inschriften der Synagogen zu Kefr-Bereim. 295 der alten Synagoge zn Meiron keine Inschrift. Schaloin ist kein Eigenname.*) Sollte hier nicht eine Verwirrung vorliegen? Ist ja, wie wir sehen werden, auf unserer Inschrift eins der ersten Wörter Schaloin und der Name des Gründers den Lewi. Meiron ist übrigens nur anderthalb Stunden von Kefr-Bereim entfernt. Die Inschrift von Kefr-Bereim steht hoch und außerhalb der Dehnweite der Hand. Sie hat nur von der einwirkenden Witterung gelitten, und das in den Höhlungen der eingehauenen Buchstaben wuchernde Moos gibt ihr ein schadhaftes Aussehen. Die drei ersten Buchstaben bieten einige Schwierigkeit. Man ist anfangs geneigt, in dem ersten ein i und in dein zweiten ein n zu erblicken, der dritte gleicht einem i, nur ist er etwas stärker. Diese Buchstaben geben kein sinnhabendes Wort, da aber i, und ' in der vorliegenden Inschrift einander sehr ähnlich sind, so würde uns die Paläographie in Ungewißheit lassen, wenn nicht' eine von derselben abliegende Betrachtung die Zweifel lösen und die eigentliche Lesart dieser drei Buchstaben mit absoluter Gewißheit geben würde. Die vier darauffolgenden Buchstaben sind mit vollkommener Bestimmtheit 1222-2: zu lesen. Das finale? hat dieselbe Gestalt wie in den gedruckten Bibeln. Mit nicht geringerer Gewißheit ist das nächstfolgende Wort zu lesen, das mittlere -2 hat eine bemerkenswerthe Gestalt und nähert sich dem -2 der Inschriften Vogue's, der Inschrift, die Saulch in dem Monument, das „Gräber der Könige" genannt wird, gefunden, und der, die Renan zu Gebeil gefunden hat. Das darauf folgende 22:2:2 72772 *) Mit Recht bemerkt Frankel, daß Schalom schon frühzeitig ein Eigenname war, z. B. in 'VVaf. rav. c. 26 nnd im babylonischen Talmud x-'-r-o. Wenn er aber denselben erst im 4. Jahrhundert auftauchen läßt, so scheint er dies zu schnell niedergeschrieben zu haben, -r-i-'-e, ist nur die aramäische Form von -7--'rv (2. Chron. 26, 14), der Name -'-o ist wahrscheinlich Schallum zu lesen <vgl. z.B. 1. Chron. 9, 17). Beide Namen bedeuten dasselbe, was der schon im 2. Jahrhundert vorkommende Name Jrenäus. 01^22^12 erkennt manohne Schwierigkeit. Den folgenden Buchstaben könnte man für 2 halten, wenn nicht die ihm sich anreihenden Schriftzeichen klar 2x2-2: ergeben würden, sodaß man gleichsam gezwungen wird, diesen für ein Jod (nicht Jud) zu erklären. Die Gestalt dieser beiden Buchstaben unterscheidet sich im Quadratalphabet, namentlich in früherer Zeit, nur durch die Größe. Wir erhalten demnach " ein.ganz einfaches und regelmäßig stilisirtes Nedeglied: 2:2^2? 12222: .23—2:' 222'22s2'2 22^2 72777 Dieser Satz enthält eine Anspielung auf die in Bezug auf den zweiten Tempel Chaggai 2, 0 " sich äußernde Stelle: 7-2x22: '77, „An diesem Orte gebe ich Frieden, spricht der Herr Zebaot". Das in den zweifelhaften drei Buchstaben zu Anfänge der Inschrift enthaltend Wort ist jetzt augenscheinlich fr-: oder vielmehr z7-, weil dies besser mit der angeführten Bibelstelle übereinstimmt, natürlicher ist und den Zügen des Originals mehr entspricht. Es heißt also: „er gebe Frieden". Man kann auch, wenn mall will, s7punktiren. Diese beiden Vorschläge Renan's findet Frankel, der in allem übrigen mit ihm Einer Ansicht ist, unpassend. Er liest die ersten drei Buchstaben 272- und hält sie für das Tetragrammaton, dessen letztes 72 weggelassen wurde, weil die Juden es mit r SS