Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- I. Band (1865)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1865)
- Date
- 1865-07-01
- Page
- Seite 294 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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294 Jllustr. Monatsh. für die ges. 7" und lautete: 77- (2-7778) '78 77772-2 „Mit dem ewigen, dem starken Gott". Ein Späterer, der nur 77-78 vorfand (die jetzt fehlenden Buchstaben waren auch damals schon ausgefallen), fügte ein i dazu, woraus 277-78 entstand. Die andern Buchstaben nach diesem Worte muß Renan zin—2 oder ->72222 gelesen haben, denn sonst wäre der Abdruck ungenau; der drittletzte Buchstabe, in dem Renan ein n oder ein n erkennt, ist 1 oder Auch hat Renan die Lücke vor dem letzten Buchstaben - unbeachtet gelassen. Ich kann Hrn. Frankel nicht in allem beipflichten. Auf die Annahme, daß zwei Inschriften vorliegen, ist zu entgegnen: 1) die gereifte Quadratschrift zeigt sich nur in dreien der auf die gemuthmaßte ältere Inschrift folgenden Buchstaben, sodaß auch die übrigen, wepu überhaupt bei Epigraphien die Form der Buchstaben als ein gar so starkes Argument für die Bestimmung des Alters derselben gelten darf, nicht gerade den Stempel der Jugend an sich tragen. Die ganze Inschrift gehört in die Entwickelungsperiode unserer reif genannten Quadratschrift, da die Charaktere noch nicht diese Vollendung und Sicherheit haben. 2) 77-78 '772 ist nicht recht hebräisch; 72 2-7778, wie Frankel ohne Grund annimmt, ist gar barbarisch. 3) Hätte kaum ein Jude schon auf die Vermuthung hin, daß 78 ein Gottesname ist, denselben zum Ausdruck seines Namens verwendet. 4) Beweisen die verwitterten Schriftzüge nach dem ersten 2 so viel, daß hier nicht 77722 gestanden ist. Die zwei unmittelbar vor -77-78 stehenden Züge scheinen 1 und - zu sein. Freilich liefern diese Züge nur die schwächste Handhabe zu einer wahrscheinlichen Hypothese, aber 77777-2 sind sie sicherlich nicht, ebenso wenig wie sie nach Renan's Vorschlag -22 ->2 sein können. Vielleicht stand hier -7-2 -7:2 „erbaut durch", oder '-7 2722 „im Nainen Gottes", wobei auzunehmen wäre, daß der vierbuchstabige Gottesname (Tetragrammaton '2 7-2 22 777-777^), wie dies gewöhnlich geschieht, auch hier durch das Zahlzeichen 2 — 4 angedentet wurde. Bezüglich der auf 27278 folgenden Buchstaben hat Renan Interessen des Judenthums. eigentlich keine Erklärung gegeben. Die ersten zwei derselben lese ich -2 „Sohn", die folgenden bilden auch einen Eigennamen. Der erste Buchstabe ist -, der zweite 7 mit etwas verlängertem Ober- Häkchen, der dritte ist 2, wie auch Renan aitgenommen hat; die Lücke, auf die Frankel sehr gut aufmerksam macht, scheint eilt : ausgefüllt zu haben; der letzte Buchstabe ist unzweifelhaft ein 7. Die ganze Inschrift lautete demnach nach meiner Erklärung entweder: z(:)^ 22 27278 2(^ -7)2 Gebaut durch Eleasar, Sohn Jochanan's oder z(:)N7- 22 277-78 ('2 272)2 Im Namen des Ewigen, Eleasar, Sohn Jochanan's. Die zweite Inschrift, Nr. 1 des Abdrucks, befindet sich auf einer außerhalb der Stadt auf freiem Felde liegenden Synagoge. *) Außer dem Thor, das noch besteht, liegen nur noch zahlreiche Trümmer umher, an denen man die architektonischen Eigenthümlichkeiten der galiläischen Synagogen erkennt, nämlich den Geschmack an doppelten Halbsäulen, die mit ihrem Piedestal und einem Theil der glatten, sie verbindenden Außenseite aus einem Block gehauen sind. DäS Thor ist in einem bizarren Stil gehalten und ungemein init Ornameitten (Laubwerk, Windungen, centralen Vorsprüngen) überladen. An dem untern Theil der Schwelle befindet sich ein fünf Centimeter breiter Streifen, auf dein eine hebräische Inschrift zu lesen ist. Die Juden Szafeds haben dieselbe wol schon lange bemerkt, konnten aber nichts als das Wort 277-2 herauslesen. - So verhielt es sich wahrscheinlich auch im Mittelalter, nur muß ein Umstand chervorgehoben werden. Rabbi Samuel ben Simon (13. Jahrhundert) erzählt, daß er zu Meiron eine Synagoge mit einer Inschrift auffand, auf der als deren Erbauer ein gewisser Schalom ben Lewi bezeichnet war. Jetzt findet man aus *) Dieser Synagoge dürfte nach der Ansicht der Tossafisten (Leraeüot 2, a Anfangswort medausLÜ), nach der die Synagogen der Alten auf freiem Felde standen, ein höheres Alter zuzuschreiben sein.