Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- I. Band (1865)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1865)
- Date
- 1865-07-01
- Page
- Seite 293 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Die hebräischen Inschriften der Synagogen zu Kefr-Bereim. 293 Und bleibe du Jehovah treu, In Sturm und Nacht, in Noth und Krieg, Und denk daran, daß er sein Volk Am Ende doch noch führt zum Sieg! H. C. B. Briegleb. Dü IMLchm InZcIMm der SWMM Zn Mr-Derem. Von Uehemias Srüll. Obwol von der kritischen Wissenschaft wie von der unnachsichtigen Strenggläubigkeit wegen seiner, alte, festwurzelnde, allgemein angenommene Ansichten vernichtenden Ideen vielfach getadelt und angegriffen, beharrt der französische Gelehrte Ernst Renan dennoch ruhig in seinen wissenschaftlichen Arbeiten und Bestrebungen, wird nicht nur nicht mismuthig und zaghaft, sondern bestärkt sich noch in seinem Eifer und läßt sich in seiner literarischen Thätigkeit nicht aufhalten. So hat er in neuerer Zeit, um den Theil der Geschichte, mit dessen Erforschung er beschäftigt ist, an seinem Schauplatze kennen zu lernen, eine zweite Reise nach Palästina unternommen, bei welcher Gelegenheit er auch manche andere Untersuchungen über semitische oder vielmehr jüdische Alterthümer anstellt hat. Eine Probe davon lieferte er in dem Decemberheft 1864 des „üour- IUÜ 48iittic,us", wo er die hebräischen Inschriften der Synagogen zu Kefr- Bereim in Galiläa, welche den gelehrten Reisenden Robinson, Thomson und van de Velde wol schon bekannt, aber noch nicht gründlich betrachtet worden sind, mittheilt und ausführlich erörtert. Da diese Inschriften, wie wenig für die geschichtliche Kunde auch aus ihnen hervorgehen mag, doch Monumente des jüdischen Alterthums sind, wie wir in ihrer Art nur wenige besitzen, so mögen sie im Folgenden, indem von ihnen hier zugleich ein getreuer Abdruck geliefert wird, nach Renan's Entzifferung erklärt, dabei aber auch manches Zweifelhafte und!ihr Alter Betreffende mit Bezugnahme auf seine und Frankel's Bemerkungen („Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenthums", Aprilheft 1865) so gut als möglich festgestellt werden. In dem Gebirge Naphthali in Galiläa liegt in einer der anmuthigsten Gegenden dieses Landes die Stadt Szafed. Zwei oder dritthalb Stunden davon entfernt ist das Dorf Kefr-Bereim, das durch jüdische Alterthümer merkwürdig ist. Dieses Dorf, dessen weder in der Bibel, noch bei Josephus, noch im Talmud Erwähnung gethan wird, ist den Reisenden des Mittelalters unter dem Namen 2222 222 bekannt; es besaß zwei alte Synagogen, die im 16. Jahrhundert schon verfallen waren; in dieses Dorf verlegte man auch die Gräber mancher berühmter Rabbiner, sogar auch biblischer Personen. Von beiden Synagogen sind noch Ueberreste vorhanden, die durch den an.ihnen noch erkennbaren Baustil wie durch ihre Inschriften , von Bedeutung sind. Die eine derselben liegt im Dorfe selbst lind ist gegenwärtig ein Bauernhaus. Sie ist schön in dorischem Stil geballt und unter allen Synagogen Galiläas noch die am besten erhaltene. Sie trügt unter einem ihrer Fenster eine Inschrift (Nr. 2 des Abdrucks), deren Sinn nicht leicht herzustellen ist; man liest deutlich die Buchstaben 2722^ Z77'22. Von den dem 8 vorangehenden unbestimmbaren Schriftzeichen gibt sich höchstens der erste als ein 2 zu erkennen. Man könnte sich beim ersten Anblick versucht fühlen, 2^22." zu lesen, aber die erste Lesung ist vorzuziehen. Vielleicht sind die ersten Buchstaben eine Abkürzung von Ben Rabbi. Die Inschrift hat jedenfalls keine Beziehung zu dem Bau der Synagoge, sie ist wahrscheinlich das Werk eines Pilgers, der Kefr-Bereim besucht hat; das 2, das 1 und das z gehören der gerechtesten Quadratschrift an, dagegen haben r«, r und 7 schöne alte Formen, die an monumentalem Zug alle bisher bekannten epigraphchchen Formen dieser Schriftcharaktere übertreffen. So weit über diese Inschrift Renan. Frankel will aus Renan's Angabe, daß zwei verschiedenartige Schriftcharaktere vorliegen, darauf schließen, daß hier zwei Inschriften verschiedenen Alters combinirt erscheinen, die ältere reicht bis