Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- I. Band (1865)
- Issue
- Heft 3 (Juni 1865)
- Date
- 1865-06-01
- Page
- Seite 260 (sequence 76)
- Language
- German
- Belongs to
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260 Jllustr. Monatsh. für die ges. des jüdischen Vorstandes daselbst in Ketten zu bringen nach Megueney, ein Befehl, der an vier Vorstehern wörtlich vollzogen wurde. Die andern acht, die unter dem Schutze europäischer Mächte stehen, wurden einfach, nicht in Ketten, in Gewahrsam genommen. Auf Verwendung der Consuln wurden die Gefangenen noch durch vier Tage in Tetuan gelassen, während welcher erstere den Grund dieses Vorgehens Sr. maurischen Majestät, die doch des seinerzeit Sir Moses Montesiore gegebenen Wortes eingedenk sein wird, zu erfahren hofften. Und richtig erging der Befehl, auch die erwähnten vier Gefangenen ihrer Ketten zu entledigen und sämmtliche vorläufig in Tetuan zu belassen. Amerika. Mexico. Der Kaiser hat die Duldung sämmtlicher Religionen zum Gesetz erhoben. Cs war nicht anders zu erwarten: der erleuchtete und liberale Monarch muhte erkennen, daß Neuspanien sich nur regeneriren lasse, wenn es sich der religiösen Unduldsamkeit enthält, die das alte Spanien zu Grunde gerichtet. Australien. Neu-Seeland. Die Jury in Auckland hat auf Antrag des Oberrichters Arney beschlossen, Samstags keine Gerichtssitzungen abzuhalten, da ein ansehnlicher und einflußreicher Theil der Bevölkerung den Samstag als Sabbat streng beobachtet, und da man die Menschen nicht in die Alternative versetzen soll, entweder die Principien des Glaubens, welchen sie bekennen, zu verletzen, oder an ihrer Pflicht als Bürger zu fehlen. Personalnachrichten. Nekrolog. Frau Brigithe Hartwig, geb. Israel, in Kopenhagen hat zum Andenken an ihren kürzlich verstorbenen Gatten, Herrn P. I. Hartwig, mehrere Legate gestiftet, und zwar für den Krankenpflegeverein 1000 Thlr., die Gemeinde 5200 Thlr., den Gevatterverein 1000 Thlr., und der Religionsschule zur Herausgabe einer größern biblischen Geschichte 1250 Thlr. Herr M. M. Rüben in Kopenhagen feierte fein 25jähriges Jubiläum als Vorsteher des dortigen israelitischen Krankenpflegevereins. Die Mitglieder des Vereins überreichten ihm einen prachtvollen Pokal. Die zu dieser Ehrengabe gespendeten Beträge ermöglichten noch die Stiftung eines Legats von mehrern hundert Thalern, dessen Renten der Jubilar alljährlich nach eigenem Ermessen an arme Patienten vertheilen wird. Ein Festmahl, welches 200 Vereinsmitglieder versammelte, und bei welchem Herr Oberrabbiner Di-. Wolfs die Festrede hielt, schloß die Feier. Interessen des Judenthums. Herr vr. msä. Mehenberg in Hannover wurde zum dingenden Arzte der auf sein energisches Betreiben begründeten Kinderheilanstalt gewählt. Herr Obercommerzienrath E. Simon in Hannover empfing vom König von Preußen den Kronenorden. Die israelitische Cultusgemeinde in Szegedin hat Herrn Prof. Munk in Paris zum Ehrenmitglied ernannt. Herr Castro, Vorbeter in Bordeaux, und Herr Theodor Bloc daselbst, der sich um die Hebung der Industrie in den spanischen Colonien bedeutende Verdienste erworben, erhielten von der Königin von Spanien den Orden Karl's III. Herr Or. Landsberg in Mastricht, Oberrabbiner der Provinz Limburg, wurde vom König von Holland zum Jnspector der israelitischen Schulen ernannt. Sir Francis Goldsmid in London hat für die von der I-zraelits in Paris angeregte Gründung jüdischer Schulen im Orient 2000 Frs. gespendet. Der berliner Bankier Julius Wolfs Meyer empfing vom Kaiser von Oesterreich das Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens. Der niederländische Generalconsul, Herr I. Posno, in Rio-de-Janeiro hat von seinem König den Löwenorden erhalten. Gestorben: (Laut Meldung vom März.) I)r. Joseph Schwarz, Rabbiner in Jerusalem, geboren in Hürben in Baiern. Sein Werk: „Das Heilige Land", machte ihn in weitern Kreisen bekannt. Am 3. April. Heinrich Ollendorf, berühmter Grammatiker, in Paris, 60 Jahre alt. (1805 in Rawitz geboren.) Bekannt ist seine vielfach angewandte „Methode, eine Sprache in sechs Monaten zu erlernen". Am 5. Mai, 2 Uhr morgens. Salomon Ullmann, Großrabbiner des Central-Consistoriums. Er war in ganz Frankreich sehr verehrt. Am 8. Mai. Sigmund Eibenschütz in Pesch, Jnstitutsinhaber, 65 Jahre alt. Ein sehr tüchtiger Pädagog; Gründer der ersten israelitischen Mädchenschule in Pesth. Gemeinde-, Lultns-, Schul- und Vereinsangelegenheitrn. Die jüdische Gemeindeschule in Thorn veröffentlichte bei Gelegenheit der am 9. April stattgefundenen Prüfung ihren Jahresbericht. Wir empfehlen die demselben vorangestellte Vorrede aus der Feder des Herrn Rabbiner Dr. Moritz Rahmer der Beachtung der Freunde jüdischen Unterrichts - und Erziehungswesens.