Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- I. Band (1865)
- Issue
- Heft 3 (Juni 1865)
- Date
- 1865-06-01
- Page
- Seite 238 (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rezin 1× ep/1006745
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238 Jllustr. Monatsh. für die gef. Interessen des Judenthums. jada's, zum Herrn von Damaskus auf, das auch unter dessen Nachfolgern Chesjon, Tabrimon und Benhadad I. seine Unabhängigkeit behauptete und bald mit Juda gegen Israel, bald mit diesem gegen jenes sich verband. Der israelitische König Baesa ward von Benhadad geschlagen; hingegen wurde Benhadad II. vom Könige Achab zum Frieden genöthigt; da er aber die Bedingungen nicht erfüllte, so verbanden sich Israel und Juda von neuem gegen ihn bis zum Tode Achab's, wodurch der Krieg geendigt wurde. Auch unter Joram fielen die Damasker zweimal in Israel ein, wurden aber zum Rückzug genöthigt. Benhadad's Nachfolger, Chasael, schlug jedoch Joram von Israel und Achasja von Juda und fiel unter Jehu in das transjordanische Gebiet ein, ja bis vor Jerusalem zogen die Syrer und erpreßten von Joas einen Tribut; Israel mußte sich ebenfalls ihrem Joche beugen. Hingegen wurde der Sohn Chasael's, Benhadad III., von Joas geschlagen und mußte die früher gemachten Eroberungen herausgeben; ja Jerobeam II. machte ihn und sein Reich tributpflichtig. Nach Jerobeam's Tode wurde Damaskus wieder frei und selbständig; dessen König Rezin verband sich mit Pekah von Israel wider Juda, wo Ahas herrschte. Dieser rief den assyrischen König Thiglath-Pilesser zu Hülfe, der Damaskus einnahm und mit seinem Reiche vereinigte, Rezin aber tödtete und viele von dessen Unterthanen ins Exil führte. In der Folge stand Damaskus nacheinanderunter babylonischer, persischer, syrischseleucidischer und seit Pompejus unter römischer Herrschaft. Im Jahre 635 eroberten'es die Araber unter dem Khalifen Omar. Später kam es unter die Herrschaft Aegyptens, bis es 1516 dem türkischen Sultan Selim gelang, Stadt und Gebiet dem Osmanischen Reiche einzuverleiben. Am 14. Juni 1832 eroberte es jedoch wieder Ibrahim- Pascha für seinen Vater, den Vicekönig Mehemed-Ali von Aegypten, dem es die Pforte 1833 nebst Syrien und Palästina abtrat; aber schon im Jahre 1840 nöthigten infolge des Londoner Vertrags vom 16. Juli die europäischen Großmächte Mehemed- Ali, Syrien und Palästina dem Sultan zurückzugeben. Im Jahre 1840 (noch unter ägyptischer Herrschaft) fand hier eine große Judenverfolgung statt, bei welcher der französische Consul Graf Ratti-Menton eine Hauptrolle spielte, der hochverdiente Montefiore aber seine aufopfernde Humanität bekundete. In den Tagen vom 9. bis 16. Juli 1860 fand hinwieder eine furchtbare Metzelei der Christen durch die mohammedanische Bevölkerung statt. A. S. Fischer. Literatur. Zur ChMlckrjM SMmk's. Von Farn vr. Henriette Gotdschmidt. Es geht ein tiefes Geheimniß durch die Geschicke der Völker, das unserer Berechnungen, unseres voraussehenden Verstandes spottet. Das Geheimniß wird gelöst mit der Auflösung der Völker. Wenn ihr Leben geschwunden, wird der eigentliche Nerv ihres Lebens offenbar. Darum ist die Geschichte vergangener Jahrhunderte, vergangener Völker so lehrreich, weil wir gerade nach ihrem Hinscheiden ihr Leben erkennen und begreifen. Es liegt gewiß darin die Unsterblichkeit des Volksgeistes, der nach dem Loslösen der irdischen Stoffe sein eigentliches Leben fortsetzt und nie endet. Die Dichter, die Dolmetscher und Propheten der Menschengeschicke, lehren uns in den Tragödien durch die Einzelgestalten das Ganze begreifen, und es ist darum nicht blos ein poetischer, sondern ein echt psychologischer Schluß, daß die Tra-