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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 237

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 3 (Juni 1865)
Date
1865-06-01
Page
Seite 237 (sequence 53)
Language
German
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Antilibanon. Baalbek. Damaskus. 237 der Ringeltaube, das Halsband der Schönheit genannt. Damaskus ist von Mauern umschlossen, die auf alten Fundamenten ruhen, von einem Graben umgeben und mit Thürmen besetzt, aber schlecht gebaut sind, und hat neun Thore. Von dem Gottesthore her (so genannt, weil durch dasselbe die mohammedanischeKaravane nach Mekka zieht) macht der Zugang zur Stadt einen großartigen Eindruck; eine 150 Schritt breite Straße führt über eine Stunde weit in gerader Linie fort und ist zu beiden Seiten mit einem Walde von Oelbäumen besetzt. In der Mitte dieser Straße ist ein breites Quaderpflaster, und zu beiden Seiten ziehen sich für die Fußgänger erhöhte, breite Trottoirs an den zahllosen Kaufbuden hin. Die Häuser sind fast durchgehends von ungebrannten Ziegeln und weißlich angeworfen, wodurch die ganze Stadt aus der Ferne einer: Hellen, freundlichen Anstrich erhält. Von außen unansehnlich, entfaltet sich im Innern dieser Häuser die ganze orientalische Pracht, der höchste Luxus, den man im Morgenlande findet. Der geräumige Hof dient zum Aufenthalt der Bewohner, zum Empfang und zu häuslichen Geschäften. Er ist mit edelm weißem Marmor belegt, der durch farbige Steine in schöner Zeichnung gleich einen: Teppich durchzogen und glänzend polirt ist. Springbrunnen, um welche Orangen- und Mandelbäume gepflanzt sind, verbreiten Kühle, Duft und Glanz. Zuweilen überschattet eine Palme den Raum, und Blumen aller Art funkeln und fesseln das Auge und erfüllen das Herz mit süßer Befriedigung. Dieser luftig-freie Raun:, auf den ein tiefblauer Himmel sich niedersenkt, ist meist an drei Seiten von offenen, in einen spitzen Bogen zulaufenden, hohen Hallen umgeben, deren Wände entlang sich Divane hinziehen. Aus diesen Hallen zur Linken und Rechten tritt man in hohe Säle, die mit bunten Marmorarten, mit Gold und Perlmutter verziert sind. Landschaftliche Gemälde unterbrechen zuweilen den Marmor, oder reichvergoldete Thürme, hinter denen sich in Schränken kostbare Geräthe aus Silber, Gold, Porzellan und Krystall befinden. Die öffentlichen Gebäude sind meist prachtvoll. Unter den sehr zahlreichen Moscheen ist die berühmteste die Moschee der Qmajjaden, welche selbst die von Mekka und Medina an Pracht und Größe übertrifft. Um diese Moschee herum ziehen sich in unendlichen Verzweigungen bedeckter Gänge die Bazars, welche alles zun: Lebensgenuß und Lebensverkehr Gehörende in sich fassen. Zn ihnen findet man die herrlichen Karavanserais, die Waarenhäuser, die Börse, Bäder, Kaffeehäuser und klare frische Quellen. Die Einwohnerzahl von Damaskus beträgt bei 200000 (früher 400000), worunter 5000 Juden, welche hier acht Synagogen haben, deren größte und angesehenste den Namen „De: Franchi" führt und zur Zeit der Vertreibung der Juden aus Spanien von den Verbannten erbaut worden ist. In industrieller Beziehung ist Damaskus berühmt durch seine Bäckereien und Conditorwaaren,;ein Rosenöl und seine Seidenmanufacturen. Der schwere Damast wird zwar noch hier gemacht, jedoch von ähnlichen Fabrikaten in Westeuropa übertroffen. Auch Gold- und Silberstoff aller Art, elegante Sattlerarbeiten und Geschirre, feine Qele, Parfümerien und Teppiche werden hier verfertigt. Ehedem hatten auch die Damascenerklingen Weltruf. Der Handel der Stadt ist noch jetzt bedeutend und wird hauptsächlich mit Europa über den Hafen Beirut oder mit Bagdad mittels Karavanen geführt. Dreimal monatlich trifft eine Karavane von Aleppo in Damaskus ein, und die große Pilgerkaravane für Mekka sammelt sich hier alljährlich im September. Haupthandelsartikel sind Südfrüchte, Wein, Olivenöl und Baumsrüchte. Damaskus spielt schon in der Geschichte Abraham's eine Rolle und ist tief in die Geschichte Israels verwickelt, da es mit demselben von David an viele Jahrhunderte lang im Kampfe stand. Der Heldenkraft David's mußte es sich beugen, aber schon unter Salomo warf sich der Heerführer des Königs von Zobah, Reson, Sohn El-

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