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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 231

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 3 (Juni 1865)
Date
1865-06-01
Page
Seite 231 (sequence 47)
Language
German
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Die zehn Stämme. 231 beam und Jerobeam nach Äthiopien ausgewandert, um sich nicht an dem Bruderkriege zwischen Juda und Israel zu betheiligen; später, nach der assyrischen Eroberung und dem Falle Samarias, seien die Stämme Naphthali, Gad und Ascher zu ihm gestoßen und bildeten zusammen in Aethiopien und Südarabien einen selbständigen Staat im Umfange von sieben Monatreisen. Die vier Stämme, so erzählt Eldad weiter, führten ein Nomadenleben, verständen aber auch das Waffenhandwerk, um Uebersällen von seiten feindlicher heidnischer Stämme zu begegnen. Sie ständen unter einem gemeinschaftlichen Könige, der damals Usiel geheißen, auch hätten sie einen gemeinsamen Oberrichter, zur Zeit Abdiel genannt. Diese vollzögen noch die peinliche Gerichtsbarkeit und verhängten über die Verbrecher die vier biblischen Todesstrafen. Die Muthigen und. Kriegstüchtigen bewachten die Grenzen, je ein Stamm drei Monate; die kriegsunfähigen Männer lägen dem Gesetzstudium ob. Sie kenneten nur die Bibel, aber nicht den Talmud, auch nicht die Mischnah. Zwar hätten sie auch eine Art Talmud, d. h. eine Sammlung von Traditionen, aber diese Ueberlieferungen seien in reinem Hebräisch gehalten, ohne Diskussionen, und würden sämmtlich auf Moses zurückgeführt mit der Formel: „So sprach Josua aus dem Munde Moses', aus dem Munde Gottes." In dieser Aeußerung über die Tradition will man die Absicht Eldad's erkennen, dem Karüerthum Anhänger zu gewinnen, und diese Vermuthung wird fast zur Gewißheit, wenu man Eldad's echt karelisches Ritual über das Schlachten ansieht, aus welchem uns in verschiedenen Werken 'Bruchstücke vorliegeu. Eldad erzählt ferner, daß auch die Söhne Moses' an der Gebietsgrenze der vier Stämme wohnten, die Nachkommen jener Leviten, welche ihre Harfen an die Weiden des Euphrat aufhängten und sich weigerten, auf unheiligem Boden Zionslieder erklingen zu lassen. Als aber die Chaldäer sie zum Singen zwingen wollten, hätten sich die Mosessöhne die Finger abgebissen. Eine Wolke hätte sie dann in die Höhe gehoben und in das Land Chawila versetzt. Um ne, die Lieblinge Gottes, vor Feinden zu schützen, habe sich ein Strom rings nur ihr Gebiet gebildet, der aber nicht Wasser, sondern Steine und Sand mit reißender Schnelligkeit und betäubendem Getöse fortwälze. Dieser Steinstrom, Sabbation oder Sambation genannt, wälze sick sechs Tage, ruhe am Sabbat lind sei an diesem Tage in einen dichten Nebelschleier gehüllt, sodaß ihn niemand überschreiten könne. Mit den vorerwähnten vier Alachbarstämmen verkehrten die Mosessöhne an den Usern des Stromes aus der Ferne; mit ihnen zusammenzukommen seien sie nicht im Stande. In ihrem Gebiete gäbe es kein Wild, sondern nur reine Thiere. Ich übergehe, was Eldad von seinen Reiseabenteuern und Erlebnissen erzählt, um mich aus seine weitern Berichte über den Aufenthalt der verschiedenen Stämme zu beschränken. Auf seinen Irrfahrten gelangte er in das Gebiet des Stammes Jsaschar, das an der Grenze von Medien und Persien gelegen sein soll. Er hätte die Jsaschariten als ein friedliches Völkchen gefunden, das nur den Streit um die Bibelauslegung kannte, von Ackerbau und Viehzucht lebte, von einem Richter Namens Nachschon regiert wurde und hebräisch, persisch und türkisch oder tatarisch S-) sprach. Die Stämme Sebulun und Rüben wohnten diesseit und jenseit eines Gebirges Prion, sprächen hebräisch und persisch und führten gemeinsame Kriege gegen die Nachbarn. Der Stamm Ephraim und der balbe Stamm Manasse wohnten in Arabien in der Nähe von Mekka und Medinah. Sie seien muthig, gute Reiter und lebten in steter Fehde mit ihren Feinden. Die Stämme Simon und Halbmanasse endlich wohnten im Lande der Kadrim, nach anderer Lesart Chazaren, zögen von fünfundzwanzig Völkerschaften Tribut, uud selbst ein Theil der Mohammedaner sei ihnen unterthan. Wir wollen hier nicht untersuchen, ob Eldad die von ihm beschriebenen Reisen wirklich gemacht oder seine Berichte nach den schon damals verbreiteten Nachrichten von einem jüdischen Staate

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