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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 230

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 3 (Juni 1865)
Date
1865-06-01
Page
Seite 230 (sequence 46)
Language
German
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230 Jllustr. Mvnatsh. für die gef. Interessen des Judenthums. lonien verlegen mochten, um die Grenzen gegen medische Ueberfälle zu sichern. Chabor ist am wahrscheinlichsten am Fluß Khabur, welcher durch die im Talmud mit 2^171 bezeichnte Provinz Adiabene dem Tigris zufließt. In dem Gosan wird von den meisten Forschern der sehr bedeutende Fluß Kisil-Osan erkannt, welcher sich ins Kaspische Meer ergießt, das an zwanzig Meilen von diesem Flusse entfernte Ginsak, Gasaka wäre also nur dann damit in Verbindung zu bringen, wenn wir es als Bezeichnung der ganzen Gegend gelten lassen, da sich die Exulanten gewiß nicht alle hart an dem Flusse ansiedelten, sondern über die ganze Gegend zerstreut haben mögen. Vielleicht aber dürste inan mit einen: neuern Forscher an dieser Talmudstelle für p:::> das öfter vorkommende -- --m: lesen, und dieses als den Fluß Schak, Neben- oder Zufluß des Khabur, annehmen. Die „Städte Mediens" in der angeführten Schriftstelle werden durch das vom Chronisten dafür gesetzte Hara näher bestimmt; es ist die westliche Gebirgsgegend von Großmedien, das Dschebal von Hamadan, welch letztere Stadt ehedem unter dem Namen Ekbatana Sommerresidenz der persischeil Könige war; es trifft da wieder die Erklärung des R. Abba durch Hamadan und dessen Nachbarstädte zu) ebenso aber auch die andere durch Nehawend, das südwestlich von Hamadan liegt. Im jerusaleinischen Talmud, Tr. Synh., wird erzählt: In drei Exile kamen die zehn Stämme: ein Theil zum Strom Sambation, ein anderer nach Daphne bei Antiochien, und auf einen dritten kam eine Wolke herab und verbarg ihn. Etwas abweichend hiervon berichtet die Pesikta: in drei Äbtheilungen seien die zehn Stämme abgeführt worden, die eine nach dem Sambation, die andere innerhalb des Sambation; es sei aber so weit vom Sambation bis dahin, wie von Palästina zum Sambation; die dritte Abtheilung sei in Riblatha von der Erde verschlungen worden. In Ber. Rabba lesen wir ebenfalls, die zehn Stämme seien innerhalb des Stromes Sambatron geführt worden, der Pseudojonathan läßt 2 M. 34, 10, indem er das babylonische und das assyrische Exil untereinandermengt, den Herrn sprechen : „Wenn sie in die Gefangenschaft gehen werden an die Ströme, und ich sie von dort wegnehmen und l-rführen werde" u. s. w. Bekannt ist die Sage, voi: der man gewöhnlich den Namen ableitet, daß der Sambation oder, wie es richtiger an einer Stelle in Synh. beißt, Sabbation währeild der ganzen Woche mächtig tobe und am Sabbat ruhe. Wir begegnen dieser Sage zuerst in einem von beiden Talmuden und dem Midrasch angeführten Gespräch des R. Akiba mit T. Rufus. Dieser forderte nämlich einen Beweis dafür, oaß der Samstag wirklich der eigentliche Ruhetag sei, und R. Akiba antwortete ihm, der Sambation beweise es, der an diesem Tage ruhe, während er an den andern Tagen der Woche gewaltige Fluten mit mächtigem Getöse dahinwälze. Josephus erzählt in seiner „Geschichte des jüdischen Kriegs", Titus habe auf seinem Zuge durch Syrien einen durch seine natürliche Beschaffenheit gar merkwürdigen Fluß besichtigt, der, solange er fließt, wasserreich ist und einen ziemlich starken Fall hat, sechs Tage lang aber von der Quelle an versiegt, sodaß sein ganzes Bett trocken liegt, dann aber regelmäßig am siebenten Tage fließt, weshalb man ihn auch Sabbatfluß genannt habe. Ich werde auf den Sambation und die verschiedenen Angaben über dessen Beschaffenheit noch zurückkommen und gehe jetzt zu den spätem Autoren und Reisenden über, welche über die zehn Stämme berichtet haben. Da haben wir vor allem das allbekannte Buch Eldad's des Dankten, das nach dem alten Spruche: „Auch Bücher haben ihre Geschicke", von den einen als historische Quelle, von andern, und zwar schon in ältern Zeiten, wie z. B. von Ebn Esra, als Ausgeburt eines Träumers , als Machwerk eines Betrügers angesehen wurde. Eldad der Danite, der am Schluffe des 9. Jahrhunderts lebte, erzählt, der Stamm Dan, dem er anzugehören behauptete, sei schon vor der Reichstheilung unter Reha-

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