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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-05-01 · Heft 2 (Mai 1865) · p. Seite 175

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 2 (Mai 1865)
Date
1865-05-01
Page
Seite 175 (sequence 71)
Language
German
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Das shnagogale Gebet. "175 man nicht damit rühmen, daß er hundert Silberstücke besitze, wozu Maim. (More 1, 09) bemerkt, daß damit nicht nur die Differenz zwischen lmserm-Ausdruck und der Realität der Quantität, sondern auch der Qualität nach bezeichnet ist. Ja Maim. perhorrescirt sogar diejenigen, welche keinen Anstand nehmen, Gott in ihren Poesien mit Lobsprüchen zu überhäufen (More 1, 59); wogegen diese Freiheit nach andern, doch außerhalb der Synagoge, unverfänglich ist. In der ersten Bencdiction dankt man Gott dafür, daß er die Verheißungen in Erfüllung gehen läßt, die er den Patriarchen gegeben, und daß er ihren Nachkommen den Erlöser — welcher damals Cyrns war — gebracht. Die zweite Benediction preist die Allmacht Gottes, die nicht nur über den Lebenden waltet, sondern auch über den Todteil, die er einst wieder zum Leben erweckt, eine Idee, ein Dogma, das sich schon in Ezechiel findet. Die dritte rühmt die unaufhörlich gepriesene Heiligkeit Gottes. Diese drei ersten Benedietionen sollen im 29. Psalm angedeutet und in nues vorhanden sein. Obgleich in dem erstell Segensspruche alle drei Patriarchen erwähnt werden, so schließt derselbe doch nur mit Abraham, was der Talmud (Pesachim 117) nrgirt und dieses Prärogativ durch das -212 -'Ni motivirt. Dieser erste Segensspruch wurde dadurch ausgezeichnet, daß geboten ward, sich zu Anfang und zu Ende desselben zu verneigen (Berachvt 34). Bei den andern Segenssprüchen wurde aber das Bücken später sogar untersagt, denn das unaufhörliche Bücken und Beugen ist auch Gott gegenüber widerlich. Die Einschaltung von der Gnade Gottes, der den Wind wehen und den Regen herniederfallen läßt, wird schon in der Mischna (Berachot 33) erwähnt. Sie steht hier an ihrer «teile, wo von der Erhaltung und Ernährung alles Irdischen durch die Güte Gottes lind von der Wiedererweckung der Todten die Rede ist; denn der stiegen befruchtet die Erde, die Ernährerin alles Lebenden, und der Regen kommt, wie die! Seele, von oben und geht nach oben.! Daß diese Einschaltung vom Segen des Regens vom ersteil Passahtage an weggelassen wird, wollte Äschert nicht einleuchten, da man doch im Frühling gerade des Regens bedarf. Schon die Bewohner Ninives machten bei Rabbi die Anfrage, ob sie nicht diese Formel beifügen dürften, da sie doch des Regens so sehr bedürften. Rabbi gestattete ihnen dies bis zum Monat Tamus, doch nur privativ, aber nicht im öffentlichen Gebet. Des Thaues geschieht bei den Deutschen nicht Erwähnung, wogegen die Spanier auch während des Sommers Gott für den Thau preisen, den er auf die Fluren sendet; nach Tosaphot (Berachot 29, 2) war dies auch iu einigen franko-germanischen Gemeinden in Brauch lind Hebung. Es ist demnach die Erwähnung des Thaues eigentlich der freien Willkür anheim gegeben. Anders verhält es sich mit dem eingeschalteten Gebet um Regen; gleichzeitig wird auch um Thau, aber nicht lim Wind während des Winters gefleht. In den ältesten Feiten dagegen wurde auch im Sommer der Tbau in die Bitte um ein gesegnetes Jahr eingeschaltet und begehrt. Die Keduscha in der Liturgie des öffentlichen Gebets ist eine spätere Zuthat und in verschiedenen Reeensionen vorhanden, -i-x -2-2 «11:1 (Sifre Coll.238).'^2-- rr:« -p-Lr (Midrasch Thilim 17). Nr. 4 ist ein Gebet um Weisheit, Einsicht lind Verstand. Die Soferim, welche es sich zur.Hauptaufgabe machten, das Gesetz auszulegen, zu deuten und zu verstehen und der 'Nachwelt hierin als Muster vorzuleuchten, fühlten es, wie noth der göttliche Beistand thlit zur Erkenntnis; der Wahrheit. Nr. 5 ist ein Gebet lim Tora, Ävoda und um vollkommene Aussöhnung; wer siudet da nicht wieder die drei Elemente, auf welchen nach den Männern der g. S. Äe jüdische Welt beruht, Tora, Aboda und die Krone zur Vollkommenheit Gemilut Ehafodim. Nr. 6. Ein Gebet um Vergebung der Sünden; es hat einen unhebräifchen Ausdruck rni, der ein Fremdling in Diesem ecbt bebräischen Gebete ist. ENr. 7. Ein Gebet um Führung des

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