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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-05-01 · Heft 2 (Mai 1865) · p. Seite 142

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 2 (Mai 1865)
Date
1865-05-01
Page
Seite 142 (sequence 38)
Language
German
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148 Jllustr. NArAits.h. frrDd.ie^M, JrA^Iffen des,Judenthums. aus Raudnitz„ den man RagipM nennt; der sagte einmal: »Für diese Woche habe.ich, ^Mgen genug';-.mm sorge ich nur noch, chqMm Sorgen mir die nächste Woche bringen«'wird.» Gestehe es mir nur, in dir sieht es jetzt gerade so aus. Was sorgst du?" „Verspotte mich so viel du willst, Oheim, ja ich sorge." „Um die Sorgen der nächsten Woche?" fragte der Invalide lachend. „Deute das, wie du willst; allerdings schweben mir künftige Sorgen bevor, nämlich die Sorgen um unsere Kinder. Wenn ich ein Jude bleibe, können es auch meine Kinder sein?" „ Nein ", entgegnete Mach in kurzein, fast ans Mürrische streifendem Tone. „Deine Kinder, wenn Gott dich mit solchen segnet, müssen allerdings die Taufe erhalten, wenn du in Oesterreich leben willst. Dies aber halte ich durchaus für kein Unglück. Du kannst sie erziehen, wie du willst, daran wird dich niemand hindern; kannst sic lehren was du willst, lehre sie beten, wo und wie du willst, darum wird sich niemand kümmern. Als ein Unglück aber betrachte ich cs nicht, das wiederhole ich dir, wenn deine Kinder dadurch, daß sic als Christen geboren sind, nicht geradezu der Misachtung und dem allgemeinen Hasse ausgesetzt sind, der dein armes Volk nun einmal treffen muß. Ich gestehe es dir gerne zu, daß es ungerecht ist; du aber kannst ebenso wenig alles Unebene in den Gesetzen eben machen, wie ich, und mußt darunter leiden wie ich und andere. Wenn es dir schwer wird, einen andern Glauben zu beschwören, so begreife ich das. Es würde auch mir schwer, ein Jude zu werden, selbst wenn ick es positiv wüßte, daß der jüdische Glaube vor allen andern den Vorzug verdient. Deinen Kindern aber wird es nicht schwer werden, weil sie nicht nöthig haben, sich von einer ganzen Vergangenheit losznsagen um einer zweifelhaften Zukunft entgegen zu gehen. Wenn du deine Kinder, deren Mutter ja auch eine Christin ist, nicht zu vollberechtigten Mitgliedern der Gesellschaft heranbilden wolltest, so wärest du noch viel ungerechter egendieselben!, als die christlichen 's Je es gegN. dich sind. Eizitzhe deine. Kinder als Juden; wer wird es dir wehren-? Rosarka gewiß nicht. Die könnstet du ohne viele Mühe zur Jüdin bekehren, weil sie an dich glaubt. Empörst du dich aber gegen die Gesetze, wenn sie auch lückenhaft sein mögen, so bist du eben ein Empörer und wirst als solcher behandelt. Ueberlaß es der Zeit, die Schäden, die die Vorzeit geschlagen, wieder auszubessern; du aber lebe so gut du kannst. Und weigerst du dich aus gewissen Grundsätzen, die ich nicht begreife, deine Kinder Christen werden zu lassen, so bist du nicht werth, ein braves Mädchen, die zufällig eine Christin und keine Jüdin ist, zum Weibe zu bekommen. Heute, wo dir die Möglichkeit offen steht, ein Christenmädchcn, welches du verführt hast, als dein Weib heimzuführen, heute mit einemmale bist du ein so treuer Anhänger, nicht an den jüdischen Glauben, sondern an das Judenthnm, daß mir die ganze Geschichte deiner Liebe geradezu wie eine Lüge Vorkommen muß." „Ja", fuhr Mach in erhöhtem Tone fort, als Pepik wild auffuhr, „geradezu als eine Lüge! Ein Mensch, der so wie du am Judenthum hängt, paßt gar nicht mehr in unsere Zeit, der gehört noch in das vorige Jahrhundert, wo die Inden sich selbst als das aus-! erlesene Volk Gottes betrachteten und! von alles, Völkern der civilisirten Welt ^als das letzte betrachtet und behandelt wurden. Solche Menschen müssen in! stinkenden Jndengassen wohnen und Init altem Eisen und allerlei Abfällen handeln. Menschen aber, die im Zeitgeifte fortgeschritten sind, Menschen, die l Fabriken errichten, den Boden bebauen, Menschen, die Universitäten besuchen, Arzneikunst, Rechtsgelehrsamkeit und andere Wissenschaften treiben, solche Menschen müssen über Jndenthum und über Christenthum stehen. Schäme dich, Joseph, daß ich, ein alter Mann, dich ' auf den rechten Weg bringen muß, und doch habe ich vor dir nichts voraus, als daß ich ein paar Jahre in Ländern gelebt habe, wo der Unterschied j zwischen Juden und Christen entweder

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