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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-05-01 · Heft 2 (Mai 1865) · p. Seite 141

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 2 (Mai 1865)
Date
1865-05-01
Page
Seite 141 (sequence 37)
Language
German
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Eine Mistcheh^ 1U Invalide. „Dort habe ich eine Zeit lang gelebt, dort gestattet das Gesetz, daß du dich mit Rosarka trauen lassen kannst, und seid ihr erst verbunden, dann kommst du hierher zurück, übernimmst die Wirthschast, und daß diese euch besser ernähren wird als dein Handel, brauche ich dir nicht erst zu sagen." „Aber bedenke, was so eine Reise kostet." „Um das brauchst du dich nicht zu kümmern; das laß unsere Sorge sein." „Und meine Mutterd" fragte Joseph zögernd. „Die wird hier in Zidoviee noch besser geborgen sein, als sie es in Zebus ist. Sie müßte dich sehr wenig lieb haben, wenn sie nicht darein willigte, daS Ende ihrer Tage im Kreise von Menschen zu verbringen, die ihr schon um deinetwillen von ganzem Herzen zngethan sind." Eine geraume Zeit ging Pepik schweigend neben Mach einher. „ Ich glaube wot, daß meine Mutter gerne herüberziehen würde, aber dazu ist es nothwcndig, daß die Beamten des Fürsten Lvbkowitz, dem ja Zidoviee gehört, mich und meine Mutter hier dulden." „Auch das laß meine Sorge sein. Bei diesen Beamten ist alles durch Geld zu richten. Im schlimmsten Falle trittst du als Päebter des Meierhofes auf." „Dazu jedoch gehört ein Vermögen, welches ich nicht besitze. „Dazu wird schon Gott helfen", entgegnetc Alach zuversicbtlich. Pepik sah den Invaliden verwundert an, dieser aber bemerkte ausweichend: „Ich habe dir's noch nicht gesagt, daß ich einen Fürsten Lobkowitz zum General hatte. Ich verdanke seiner Verwendung meine Pension, und gelingt es nchr nicht, die Beamten zu bestechen, so wird es mir desto sicherer gelingen, ihn zu bewegen, daß er beim Herzog von Raudnitz, der ja auch ein Lobkowitz ist, ein gutes Wort für mich einlegt. Ich weiß es übrigens, daß alle Lobkowitze von jeher im Rufe der Hochherzigkeit standen. Dem künftigen Majoratsherrn, der jetzt allerdings noch im Jünglingsalter steht, habe ich auf der i Jagd einen geringfügigen Dienst zu erweisen Gelegenheit gehabt, und er forderte mich cKs, mich an ihn zu wenden, wenn-ich seiner irgendwie bedürfte. Mache dir also nach dieser Seite hin gar keine Sorge." Pepik erwiderte hieraus nichts, sondern ging einige Minuten schweigend neben dem Invaliden her. Sie waren bei dem zur Wirthschast Rosarka's gehörigen Weizenfelde angelangt, besichtigten die Saat, die in der That sehr üppig stand, und sprachen, wie es beim Landmann üblich, den Wunsch aus, daß der Himmel sie vor Hagel und Wetter schützen möge. „In stark sechs Wochen", sagte Alach, „ist die Ernte im vollen Zuge; da müssen wir also wieder zurück sein. Du siehst, es ist keine Zeit zu verlieren." Auch hierauf erwiderte Pepik nichts. Alach konnte die Verstimmung Pepik's nicht entgehen; er dachte in seinem Innern darüber nach, was der junge Mann wol noch für weitere Bedenken haben mocbte, und nachdem beide geraume Zeit geschwiegen hatten, Hub der Invalide wieder an: „Ausrichtig gestanden, Pepik, muß ich es dir sagen, ich habe daraus gerechnet, daß du die Mittheilungen, die ich dir heute machte, mit Heller Freude aufnehmen wirst, und begreife es nicht, was in dir Vorgehen muß, daß du so niedergeschlagen bist." „Ich weiß es selbst nicht", entgegnete der junge Mann schüchtern; „ich kann es nur nicht glauben, daß mich auf einmal so viel Glück treffen solch und fürchte immer, daß du, mein väterlicher Freund, die Dinge viel schöner siehst, als sie wirklich sind." „Nimm mir'S nicht übel, Pepik, ich muß dir sagen, diese Verstimmung bei dir gemahnt mich so recht daran, daß du ein Sohn Abraham's bist und bei allem und allem die Eigenheiten deines Stammes nicht verleugnen kannst. Durch den langen Druck, unter dem,dein Volk geschmaästet hat, ist jeder von euch so verfinstert worden, daß er in Augenblicken,, wo ihm das Sonnenlicht des Glückes scheint, sich die Augen zui hält. Du kennst ja den alten Patek

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