Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- I. Band (1865)
- Issue
- Heft 1 (April 1865)
- Date
- 1865-04-01
- Page
- Seite 100 (sequence 108)
- Language
- German
- Belongs to
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100 Jllustr. MonaLsh. für die ges. Interessen des Judenthums. Zeitschrift, jüdischer Tendenz, unter dem Titel „Deborah". Die von Brockhaus edirte neue Gesanuntausgabe von Mendelssohn's Werken ist nun vollständig. Nach handschriftlichen Quellen berichtigt und vervollständigt, ist sie die correcteste und verhältnißmäßig auch die billigste (20 Sgr. pro Band). Die Ausstattung ist eine der Verlagsfirma würdige. In Paris erscheint im Verlag von CH. Lahure eine populaire illustrirte Bibel, herausgegeben vom Abbe Drivur. Der artistische Theil ist von den bedeutendsten Illustratoren ausgeführt. Namen wie Gustave Dorc, U. Fournier u. a. glänzen unter ihnen. Von der Luther'schen Bibelübersetzung ist eine neue, von 4)r. N. Stier „aus dem Grundiert berichtigte" Ausgabe erschienen. Man sieht, das; trotz der massenhaften Production der Bibelgesellschaften auch andere für "Nichtjuden bestimmte Ausgaben Absatz finden. Anders ist es bei uns: die von der Baumgärtner'schen Buchhandlung in Leipzig begonnene Edition einer Volksausgabe der Philippsohn'schen Bibel mußte, wegen Mangel an Theilnahme, sistirt werden! Hr. Albert Cohn in Paris wird seine „Jüdischen Briefe" in von ihm selbst besorgter deutscher Uebertragung, mit einem deutschen Originalvorwort, in Arnold Hilberg's Verlag in Wien erscheinen lassen. Die Sichtung und Ordnung des literarischen Nachlasses des verstorbenen Prof. S. Pinsler in Odessa ist von dessen Erben einer eigenen Fachmännercommission übertragen worden. Der fragmentarische Zustand desselben läßt jedoch wenig Ausbeute für eine eventuelle Drucklegung erwarten. Der wiener „Botschafter" publicirt seit Neujahr einen Roman von August Becker, unter dem Titel: „Des Rabbi Vermächtnis;". Ein kürzlich erschienener Roman: „Edel und Adel", von F. Volkmar, bringt in seinen einleitenden Kapiteln eine sehr anziehende Schilderung von Land und Leuten in: heutigen Palästina und Syrien. Der in Pesth erschienene „Naovar i/n-arckita" hat der hohen Caution wegen zu erscheinen aufgehört. l)r. Karl Me ndelsso h n - Barth old y (Sohn des großen Componisten) hat eine Biographie des Grafen Johann Kapodistrias veröffentlicht. In Isaak Rosenmeyer's Selbstverlag in S. A. Ujhely erschienen „Biblische Lesestücke für jüdische Schulen und Familien" in ungarischer Sprache. (S. Bibliographie.) Graf Montalembert läßt den dritten und vierten Band seines auch für die allgemeine Religionsgeschichte nicht unwichtigen Werkes „Mönche des Westens" erscheinen. Es steht demnächst die Publication eines hebräisch-deutschen Wörterbuchs aus dem Nachlaß des verstorbenen Privatgelehrten Hrn. Bardach in Wien bevor. Im Manuscript liegt auch eine Sammlung polnisch-jüdischer Anekdoten und Wortspiele aus derselben Feder vor. Unter dem schriftstellerischen "Nachlaß Proudhon's befindet sich auch eine „Geschichte der Bibel". In srühern Jahren war er Setzer in einer Buchdruckerei, die eine elegante Bibelausgabe zu besorgen hatte; von dieser behielt er ein Exemplar für sich, durchschoß es mit weißen Blättern und schrieb auf diese feine Bemerkungen über die nebenstehenden Bibelstellen. Ein Verleger soll seiner Witwe für dieses Manuscript 30000 Frs. geboten haben. In London sind im Jahre 1804 715 Werke über Religion im allgemeinen erschienen, was circa 20 Procenten der Gesammtpublication gleich kommt. Fergusson's soeben in London publicirte „lli^tor^ olliic rnockoru urobitootur'c" spricht sich über den pesther israelitischen Tempel, von dem sie eine gelungene Abbildung bringt, sehr lobend aus. Die „Englische und ausländische Bibelgesellschaft" verkaufte vom April 1863 bis April 1864 2,405219 Exemplare Bibeln und einzelne Bibeltheile. In den sechzig Jahren ibres Bestehens (seit 1804) verbreitete sie nicht weniger als 45,53!»452 Exemplare in allen Welttheileu. Außer Großbritannien besitzt sie Depots irr fast aller: Hauptstädten Europas und an aller: Hauptorten der evangelischen Missionen. In Deutschland befinden sich Hauptdepots in Köln a. Rh., Berlin, Breslau und seit kurzerr: auch ir: Wien, da die Gesellschaft jetzt der Bibelverbreitung ir: Oesterreich besondere Aufmerksamkeit zuwenden will. 'Nach England werden ir: Deutschland für ihre Rechnung die meisten Bibeln gedruckt. Sie edirte in Köln allein ir: dem genannten Jahre 20000 deutsche Bibeln, 1501 »0 holländische, 5000 schwedische, 5000 dänische; in Frankfurt a. M.: 25000 deutsche Bibeln; ir: Berlin: 10000 hebräische Bibeln, 10000 hebräische Psalmen, 5000 litauische, 5000 polnische und 50000 deutsche Bibeln, außer einer sehr großen Anzahl einzelner Bibeltheile und Neuer Testamente. Irr: ganzer: wurden für sie in Deutschland gedruckt: 288000 Exemplare heiliger Schriften. Im Verlag von I. C. Hinrichs ir: Leipzig erschien 1864 ein Quartband unter den: Titel: „ UoroAiünutoro^ inockii novi tguutuor: Burolmrcku^ cko moiito 8ion, UioolckuL 0o uronto Cruom, (Quorum ckuo8 iinuo priururu IVil- Orunckuk cko Oläorikoi'K, Ockorieus cko 1'oro ckulii, oclickit äuo8 uck trckoru liln'oi'uui uiruru- Lori^toiuni i'oooutzuit 4. C. ^l. Imurout." Es sind dies vier Pilgerschrifter: christlicher Jerusalernpilger aus dem Mittelalter, vor: welchen die erste (von Burchardus) die wichtigste ist, die manche interessante Mittheiluna über das damalige Palästina bringt. Sie erschien schon früher in nicht weniger denn zwanzig Ausgaben. Hr. Laurent hat der: verloren gegangener: Urtext dieser Pilgerschrist wiederhergestellt und mit 660 Anmerkungen versehen.