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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-04-01 · Heft 1 (April 1865) · p. Seite 88

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 1 (April 1865)
Date
1865-04-01
Page
Seite 88 (sequence 96)
Language
German
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88 Jllustr. Monatsh. für die ges. Interessen des Judenthums. muffe das Abendschema . sitzend oder liegend, das Morgenschema hingegen stehend beten, wogegen die Schule Hillel's protestirte (Berachot 10). Auch hierin macht der Vers eine Ausnahme, daß der im Gehen Begriffene dabei still halte; andere Amoräer wollten diese Forderung auf die ganze oder auf einen großen Theil der ersten Parscha ausdehnen (ibiä. 13). Der erste Vers Schema bildet überhaupt die Perle der ganzen Schema-Lcction. So sagte R. Nachman zu seinem Diener Doro: Findest du mich beim ersten Verse im schlaftrunkenen Zustande, so rüttele mich auf, bei den andern Versen aber nicht (ibiä). Die Arbeiter sollen während dieses ersten Verses mit der Arbeit innehalten (ibiä. 16). Aus dieser Bevorzugung des Verses, „Höre Israel, der Ewige ist unser Gott, der Ewige ist einzig", schlossen einige blos diesen Vers als biblisch geboten, und bezogen die Worte: „du sollst davon reden, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst", auf die Beschäftigung mit dem Worte Gottes überhaupt; andere hielten den ganzen ersten Abschnitt, und wieder andere alle Abschnitte für biblisch, betrachteten aber den ersten Vers dennoch als den Schwerpunkt der ganzen Lection. Auch die Zeitbestimmung für das Morgen- und Abendschema wurde Gegenstand gelehrter Controverse. Sie geht von dem Bibelwort aus: „Du sollst davon reden, wenn du dich nied erlegest und wenn du aufstehest", und bemüht sich, die Zeitgrenzen des Niederlegens und Aufstehens näher zu bezeichnen. Was nun das Abendschema betrifft, gewann die Anschauung das Uebergewicht, daß das Erscheinen der ersten Sterne am Himmel, nach andern der Untergang der Sonne, den tsrminus 8. guo; der Tagesanbruch, nach andern der Aufgang der Sonne, den kerminub nä gusin bilde, indem nach den verschiedenen Klassen der Gesellschaft die ganze bezügliche Zeit als Zeit des Niederlegens oder, wie andere wollen, als Zeit des Zubettliegens angesehen werden könne. Als es aber üblich wurde, das Schema mit dem Abendgebet zu verbinden, so wurde es allmählich Sitte, das Schema des Abends vor Sonnenuntergang zu lesen, damit man die gemeinschaftliche Andacht nicht aufgeben müsse. Die vorzeitige Ablesung des abendlichen Schema besteht heutzutage in den meisten Synagogen. Bei dem matutinen Schema gewann die Anschauung das Uebergewicht, daß der tsriuinus a guc> in die Zeit falle, wann die Morgenröthe anbricht und sich Bekannte schon erkennen; der aä guom aber in die des Ablaufs der dritten Stunde. Da man aber das Schema, welches mit der Erlösungs-Benediction schließt, mit dem achtzehnten Gebete continuirlich verbinden wollte, so beteten die Scrupulösern, Watikim, das Schema erst bei totalem Sonnenaufgang. Dieser Usus gewann beim öffentlichen Gottesdienst volle Geltung (Berachot 9, 10). Vielleicht war dieser Usus der Watikim eine Opposition gegen den heidnischen Gebrauch, die Sonne bei ihrem Aufgange zu feiern. Die zum Judenthum übergetretene adiabenische Königin Helene ließ über der Pforte des Jerusalemischen Tempels eine goldene Lampe anbringen, welche beim Aufgang der Sonne Strahlen warf und zur Schema-Lection einlud (Ber. 9, 2; Jos. j. K. II, 8, 5). Die Bestimmung der dritten Stunde stammt aus der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts. Auch über die Zulassung einer etwaigen Unterbrechung der Schema-Lection wurde verhandelt, und über die Frage, wie man sich bei einem Zweifel verhalte, ob man der Pflicht, das Schema zu lesen, genügt habe oder nicht. Ucker die Zeitliche der MN klemm MMeleii. Von vr. Samuel Mühsam. Die zwölf kleinen Propheten waren weder in der Reihenfolge wirksam, in der sie sich im Kanon vorfinden, noch stehen sie den drei größern Propheten in der Zeit nach. Ich will es versuchen, die Zeit, in der jeder einzelne thätig gewesen, näher zu bestimmen.

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