Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- I. Band (1865)
- Issue
- Heft 1 (April 1865)
- Date
- 1865-04-01
- Page
- Seite 86 (sequence 94)
- Language
- German
- Belongs to
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- Amoraim 1× ep/1003430
- Rashi 1× ep/1002670
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86 Jllustr. Monatsh. für die ges. Interessen des Judenthums. 'denn die Perser, unter deren Herrschaft die Juden standen, glaubten an einen Gott des Guten und an einen des Bösen, Ormuzd und Ahriman; ihr Cultus war besonders den: Lichte, der Segensquelle, geweiht; die Männer der g. S. ordneten als oppositionelle Kundgebung an, daß man beim Aufgang des Lichtes den einzigen Gott als den erhabenen Gebieter über Licht und Finsterniß verehre. Der zweite Spruch pries die Tora, da der Monotheismus allein ohne die Befolgung der Gebote des einig einzigen Gesetzgebers noch nicht Judenthum ist. Die Priester im Tempel hatten speciell noch die Zehnworte citirt; den Laien gab man es nicht zu, um nicht dem Wahn Raum zu geben, als seien die Zehnworte, nicht aber die ganze Tora von Gott geoffenbart worden (Berachot 14, 2). Geschlossen wurde das Schein« Morgens mit einem Segensspruche für die Erlösung, Abends mit einen: solchen und mit noch einem Gebete „Haschkiwenu". Die Benedictionen, welche das Schema begleiteten, lauteten ursprünglich sehr kurz. S. Zunz g. V., S. 362. Die Stücke, welche Trümmer des Reimes und Alphabetismus enthalten, sowie die Erwähnung der Engel, welche täglich aus dem Dinorstrome eirtstehen, und derjenigen, welche vom Anbeginn bestehen (Chagiga 13), sind spätere Zuthat. Die den Engeln in den Mund gelegte Benediction, welche einen Theil der ersten Benediction bilden, untersagte Maim. privativ zu beten (Nt. v. Gebete, 7). Jedoch soll er nach dem Zeugnisse seines Sohnes Abraham davon später abgekommen sein. Die franzöpschen Rabbiner waren dagegen diesem kabbalistischen Gebete gewogen (Bet. Joseph, 59). Merkwürdig, daß Maim. in diesen: Falle den: Sohar beipflichtet, welcher gegen das Beten dieser Engelhymne in: Einzelgebete ist. Im Schlußgebete der ersten Benediction, wo um neues Licht gefleht wird, differiren die Deutschen mit den Spaniern; .letztere haben diesen Passus nicht. Auch Raschi war schon früher dieser letzter:: Meinung, lieber den Anfang der zweiten Morgen-Benediction waren die Amoräer nicht mehr einig. Nach Samuel fing man an civ-i r-wnn, nach Andern übi:- Die Deutschen machten den Ausgleich, daß man Morgens mit der erster::, Abends mit der zweiten Formel beginne (Berachot 11). In unser:: Gebetbüchern stehen dem Schema noch die drei Worte ^8» dx ° mit dem Bemerken vorgedruckt, daß sie nur dem Privatgebete angehören. Damit hat es folgende Bewandtniß: Die Kabbalisten fanden nämlich, daß die Zahl der in den drei Abschnitten des Schema-Gebetes vorkommenden Worte der Zahl der menschlichen Gliedmaßen, 248, gleich wäre, wenn das in Rede stehende Gebet um drei Worte mehr enthielte. Um nun diese Konformität zu erzielen, ohne das Schema selbst zu bereichern, behandelten die Franko - Germanen das mit welchem die Gemeinde den Schluß des zweiten, den: Schema vorhergehenden Segensspruches begleitet, als Akrostichon, und lösten es auf in Die Spanier dagegen fanden es für unzulässig, eine Phrase einzuschalten, von der sich in den Talmuden keine Andeutung findet; sie zogen es daher vor, den Vorbeter die Schlußworte „der Ewige, euer Gott, ist wahr", laut recitiren zu lassen, mit welcher Anordnung auch der Sohar Absch. Wajero übereinstimmt. Das Schein«, in öffentlicher Versammlung, wo ein Vorbeter fungirt, auf diese Weise gebetet, stärke demnach den ganzen Gliederbau des Menschen; dem Privatbetenden, damit er dieses Einflusses auf seinen physischen Organismus nicht ganz entbehre, wird als Surrogat anempfohlen, daß er den: i, welches funfzehnmal die fünfzehn Attribute Gottes, welche auf das roidr folgen, in Verbindung bringt, besondere Aufmerksamkeit schenke, weil : als Zahlenbuchstabe sechs bedeutet, 6x15 — 90, und der Name des Seienden in Zahlen verwandelt, dreimal genommen, ebenfalls 90 macht, wenn man die vier Buchstaben mit in Rechnung bringt. Die Halacha adoptirt diese kabbalistische Vorschrift, O. CH. 61, und behielt auch das für das Privatgebet. Das größte Gewicht wurde auf die