Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- I. Band (1865)
- Issue
- Heft 1 (April 1865)
- Date
- 1865-04-01
- Page
- Seite 64 (sequence 72)
- Language
- German
- Belongs to
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64 Illustr. Monatsh. für die ges. Interessen des Judenthums. Der Dichter fand aber auch manch in Erfüllung gegangenes, leuchtendes Wort des Trostes, und dies macht uns die Sammlung dieser Lieder um so lieber, denn die Welt hat ja der „Trauer ohnedies genug". In welch eminenter Weise Frankl das religiöse Lied behandelt, davon möge das Nachfolgende, mit dem wir unsere Besprechung schließen, Zeugnis; geben. Gott weint. gereiht. Die am Schlüsse beigegebene Uebersetzung von Levv's Forschungen „Ueber die talmudischen Nachrichten betreffs der jüdischen Münzen" und „Unechte jüdische Münzen" entspricht wol dem Plärr des Werkes; die! Wissenschaft hat keinen erheblichen Nutzen davon. Durch die Ausführlichkeit, die Ausstat-! tung und die mit besonderer Sorgsalt ausgeführter; Holzschnitte eignet das Buch sich! gut zum Handgebrauch bei numismatischen Forschungen. B. Er irdte streng ilM sprach nur selten, Er sorschte, vetete zumeist: Aus Erden nicht, in andern Welten schien anszugelm sein frommer Grift. „ Tind dir des Lebens Freuden nichts'C Da gab er mir tiefernste Kunde Gebeimnißvollen Angesichts: Zerstreuen mußte, sich zum Schmerz. Erbeben wird er es anss neue, So tünder der Kabbala Schrift, Wenn der Moment dereinst erscheint? Und ich den Friedensbund zerstörte, Wenn Gott und Volk Versöhnung meint!" Alfred Teuiers. Numismatik. Umlden, IUderst; FV. Hiktoiv of .iezviklk CoiunM u.i)ä os Flonev in tire Olä nnä 4'6^tument. FVitli L54 zvnoäeut8 anci n plaln Keb8 Inirliolt (London, Bernbard Quaritch, 1864). Die Absicht des Verfassers giug dahin, die von deutschen und französischen Gelehrten über altjüdische Münzen allgestellten Forschungen seinen Stammesgenossen durch eine klare und ausführliche Zusammenstellung ihrer Ergebnisse zugänglich zu machen. Er hat seinen Zweck erreicht; er hat, um eine lückenlose, in der Zeit sich fortreihende Geschichte der Münzen zu liefern, noch mehr gethan, indem er die Tetrarchenmünzen und die nach der Zerstörung des Tempels geprägten ebenfalls der geschichtlichen Betrachtung unterzog. Der Verfasser entfernt sich in Auffassung und Anordnung nur sehr selten von den durch Eavedoni, Levv, Mommsen, Werlhof und de Saulcy gefundenen Resultaten. Es werden in einem Anhang die semitischen Inschriften verzeichnet und entziffert, und damit eben auch nur die Ergebnisse bisheriger Entdeckungen und Untersuchungen aneinander- KM-Mm über Erscheinungen auf dem 6sebiete des jLidischeu Schriftthums. Bei der immer mehr und mehr gesteigerten Ausbreitung der jüdischen Schriftwerke in den letzten Jahrzehnten in es längst ein dringendes Bedürfnis geworden, voll Zeit zu Zeit dem lesenden jüdischen Publikum, den Freunden der jüdischen Literatur unter den Angehörigen anderer Bekenntnisse eine prägnante Ueberschau zü geben. Die sporadische Vorführung eines jüdischen Geisteserzeugnisses, die zuweilen in Unterhaltungsblättern ein Plätzchen gefunden, hat meist das Misliche, niemals auch nur annähernd ein anschauliches Bild von der literarischen Thätigkeit der Israeliten zu geben, und selbst das zufällig Vorgeführte ist meistentheils unter- oder überschätzt, wenn nicht gar misverstanden worden. Das jüdische Schriftthum theilte das Mißgeschick seiner Träger. Wie im Leben die einzelne herausgegriffene israelitische Individualität zur Beurtheilung der jüdischen Gesammtheit als Norm dient, der einzelne zwar nicht der Sündenbock aller, wohl aber alle die Lündenböcke eures einzelnen werden, ebenso gab häufig eine einzelne Schrift, wenn sie für ein confessionelles Vorurtheil eine Handhabe darbot, lieblosen Literatoren den Maßstab für die gesummte jüdische Literatur. Auch die wohlwollendsten jüdischen Leser werden durch den Mangel einer zusammenfassenden Ueberschau zu einer schiefen Beurtheilung der jüdisch-literarischen Eultur verleitet. Wie der Kleinstädter mit dem beschränkten Gesichtskreis , so sieht der jüdische Literaturfreund nur das in seiner nächsten Nähe austauchende Schriftwerk, beurtheilt danach das literarische Culturleben seiner Bekenntnißgenossen, und da sein Wissensdurst damit nicht gestillt, seine geistige Unterhaltung nicht befriedigt wird, so wendet er sich von dem jüdischen Schriftthum ganz ab. Von noch schlimmerm Einfluß ist der Mangel einer Ueberschau für die zahlreichen Arbeiter an der Fortentwickelung der jüdischen Literatur. Die Synagoge, in ihrem Streben, den Eultus zeitgemäß zu reformiren und dessen Schriften unserer socialen und