Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- I. Band (1865)
- Issue
- Heft 1 (April 1865)
- Date
- 1865-04-01
- Page
- Seite 46 (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
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46 Flluftr. Monatsh. für die ges. Schätzen sucken zu dürfen, fanden aber statt der Bibel eine alte so rische Schrift, die sie nicht näber untersuchten; ein tartarischer Christ jedoch, dem die Missionäre ihre hebräische Bibel vorlegten, bebauptete, in besagten! Tempel eine ähnliche Schrift geseben zu haben, welche man „Tora" nannte. Der Tempel erlitt, wie aus den Mauerinschriften hervorgeht, im Jabre 1462 eine Überschwemmung, und die dadurch vernichteten Bücher wurden durch andereBücher, welche ausNing-po und Ning-peu zugesendet wurden, wieder ersetzt. Gegen das Ende des secbzebnten Jahrhunderts lvurden viele dieser Bücher durch eine Jeuersbrunst vernichtet; damals lvurde eine Bibelbandfchrift von einem Btobaunuedauer, aus Ning-kong-chow gekauft, loelche ein Jude in Kanton mir dein Auf-! trage geerbt batte, das alte heilige! Buch treu zu bewabren. Diese Schrift! wurde dann durch Abschriften vervielfältigt. Aledie Svnagoge im Jabre 1642 abermals von einer Neberselnoeinmung beimgesuebt wurde, und dabei sechsundzwanzig Bücher zu Grundes gingen, wurden obne besondere Sclnoierigkeiten wieder andere angeschafft. Die von dem Mohammedaner getaufte Gesetzesrolle wurde den Wellen entrissen; sie trügt Spuren der einmal stattgekabten völligen Durcbnässung an sich j und ist an mehreren Stellen verlöscht.! Sie ist nach Ricci'-? Ansicht wenigstens fünfhundert Jabre alt, wird von den Juden dein Moses zugeschrieben und mit der ausgesuchtesten Vorsicht erhalten. In den Schränken muß es Bücher von sehr hohen! Alter geben; dort fand! man am Schluffe einer Abschrift der Genesis ein sehr wichtiges Datum, welches nach de Sacv's Berechnung! dem Jahre 1620 nach Christi Gedurft entspricht; daselbst fanden sich auch die! Namen mehrerer Rabbiner und Schreiber, die wir hier anführen wollen: Unser Lehrer, unser Meister (Norünu rLbbönu) Rabbi Jakob, Sohn des Rabbi Abischai, Sohn des Rabbi Elvad, der Schreiber, der Lehrer ( dammelammnä)*); Rabbi Scbadi, *) Vielleicht ist Immmblumumä zu lesen,! Fnte r e ssen de s Iudent hu m s. Sohn des Rabbi Jakob; Rabbi Mordackaift, Sobn des Schimeon; Rabbi Akiba, Sobn des Abron, Sohn des Csra; der Jüngling (ImddnelmistSimeta, Sohn des Jehaschui, Sohn des Joseph; Rabbi Jakob, Sohn des Reiiben, Sohn des Busi; Mordecbai, Sohn des Benjamin. Das Datum selbst lautet: „In der alten Stadt Pin-lignen, der göttlichen Stadt init göttlicher 'Jülfe, das Gesetz von dreiundfunfzig Abschnitten, eingesetzt für Israel, das Wort Gottes, des treuen Königs. Das Schreiben dieser Gesetzbücher begann im Zabre 1966 am dritten Tage des Monats Ab am ersten der Woche, und wurde vollendet im Jahre 1967 am zwölften Jzar am vierten Tage der Woche." "I Den Schluß bilden die Schriftstellen Deut. 28, 6; Gen. 16, 2 bis auf das erste und letzte Wort des Verses; Gen. 49, 18. Die einzelnen Bücher der Bibel führen dieselben Rauten wie bei uns. Der ganze Pentateuch ist in dreiundfunfzig Abschnitte getheilt; er ist mit größeren Lettern geschrieben, mit Pausen und Accenten versehen, welche ('iinnn (Zeichen) genannt werden. Die massoretischen Varianten (üori ustotibj kennen sie nicht, aber die groß oder klein geschriebenen Buchstaben sind an eben denselben Stellen genau wie bei uns. Zwischen den Versen ist ein Zwischenraum gelassen und am Ende einer jeden Parascba die Anzahl ihrer Verse angegeben. Riebt alle Rollen sind aus Pergament, einige sind auch aus chinesischen Papierbogen zusammengestrickt; die Pagination wird, anstatt durch Ziffern, durch die Zahlwörter selbst bewerkstelligt. Zum Schreiben der Rollen bedient man sich nie der Zedern und Tinten der Chinesen; die Juden spalten zu diesem Belüfte selbst Bambusrohre in Stifte, und bereiten und demnach die Uebersetzung der letzten zwei Worte: „der gelehrte Zchreiber". Das o ist durch ein ausgedrückt. DieWorte „Monat" und „Tag" sind durch die entsprechenden persischen Worte „mab" und „ru8" gegeben; für „Woche" wird das syrische „Kolmdko" gebraucht; auch das Wort „schreiben" ist durch verschiedene Formen des persischen Zeitwortes „mnvnelrter" ausgedrückt.