Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- I. Band (1865)
- Issue
- Heft 1 (April 1865)
- Date
- 1865-04-01
- Page
- Seite 43 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Juden in China. 43 Erhalter aller Dinge" als Inschrift trägt. Den Eingang, in die zweite Tempelhalle öffnet eine Hauptthür mit zwei Seitenthüren; auch hier erhebt sich ein Bogen; im Norden wie im Süden dieser Abtheilnng befinden fick Wohnungen für die Tempelhüter. Die dritte Abtheilnng hat einen ähnlichen Eingang wie die zweite; an der: Mauern sind zwischen Bäumen Mormortafeln — IMo-vuun genannt — angebracht, die chinesische Inschriften zeigen; eine im Süden verewigt das Andenken an einen jüdischen Mandarin Chao, der den Tempel nach einem Brande wieder hat Herstellen lassen; die zweite im Norden zum Andenken an den ursprünglichen Erbauer des Gebäudes; anstoßend befinden sich Empfangssäle für fremde Besucher. Die vierte Abtheilung endlich wird durch eine Baumreihe in zwei für sich bestehende Räume geschieden. In dem ersten Raum befindet sich zur rechten Seite eine eherne Räucherpfanne, zu deren Seite zwei marmorne Löwen auf marmornen Piedestalen ruhen; westlich über denselben stehen zwei Blumenvasen. Dieser Raum euthält uoch an der Nordseite ein Gemach, wo die geschlachteten Tbiere entadert werden. Ter zweite Raum stellt die Ahnenhalle vor, in welcher im Herbste und im Frühlinge das Seelengedächtniß für die in der Bibel genannten Männer wie auch für andere Personen gehalten wird, welche später gelebt und durchs ein tugendhaftes Leben sich ausge-! zeichnet haben. Die Namen der dabei zu Nennenden sind auf bängenden Täfelchen zu lesen. Zum Andenken an Abraham, Isaak, Jakob,! die zwölf Söhne Jakob's, Moses, Ähron, Iosua, Esra und andere sind in der, Ahnenhalle Rauchfässer aufgestellt. Auf einem freien Platze, der sieb vor dem Tempel befindet, werden alljäbrlich am Laubhüttenfeste die Laubhütten errichtet; das eigentliche Gotteshaus befindet sich erst hinter diesem; es ist vierzig Fuß breit, sechzig Fuß lang und wird von einer Doppelreibe viersäuliger Portiken gebildet, welche durcb ein Geländer geschlossen sind; auf der: Säulen ruht das Dach, und in der Mitte zwischen den beiden Säulenreihen steht der Mosesthurm, ein erhabener, von einem Polster bedeckter Tisch, über welchem ein Kuppeldach schwebt, und auf welchem am Sabbat die Gesetzesrolle liegt, aus der der Wochenabschnitt vorgelesen wird. Ueber dem Mosesthurm hängt das )Vuu-8uv-puo, eine Tafel, auf welcher der Name des Kaisers in goldenen, von zierlichem Schnörkelwerke eingeschlossenen Schriftzeichen glänzt. Ueber dem Namen des Kaisers befinden fick in hebräischer Suadratschrist die Worte: >Wlwiim ümruol, mloiuü *) oloüönu uäoiuü eellml; kmruell lledoä umlotiuto loolum >vum! (Höre Israel, der Ewige unser Gott ist der Ewige, Einzige; gelobt sei der 'Name der .Herrlichkeit seines Reiches für ewig und immer!)?*) Unter dem VVan-duv-puo steht auf einem dreifach gewölbten Bogen die Inschrift: öuruoü***) mloimi oloüö kmelolüiu nmulouö luuulomm jmetz lm^ojddor nnlmunoru (Ge-! lobt sei der Ewige, der Gott der Götter und Herr der Herren, der Gewaltige, Große, Mächtige und furchtbare Durch den Bogen gelangt man zu einem großen Tische, an welchen ein auf drei füßen ruhendes Henkelfaß sich lehnt, daß immer mit duftendem Weihrauch gefüllt ist. In dieser Äbtheilung stehen nocb zwei Eandelaber mit zwei Laternenpaaren, deren jedes anders gestaltet ist, und ein Waschbecken, bis man in das Allerheiligste gelangt, welches „Iwt-ol" (Haus Gottes) oder „Tou-ton^" (Haus des Himmels) genannt wird und nur von: Rabbiner betreten werden darf. Dieses Gebäude ist nach allsten viereckig, nach innen rund; auf zwölf Tischen liegen daselbst zwölf Gefetzesrollen, entsprechend den zwölf Stämmen, und in deren Mitte einer, der eine sebr alte, dem Ehrend H Wir setzen dies für den vierbuchstabigen Gottesnamen, der von den chinesischen Juden auch nicht ausgesprochen wird. Deut. 6, 4; Pesachim 56, Do ist vielleicht das nnerklärliche, „UeoUn'k", welches nach einigen Erktärern eine Abbreviatur sein soll, m lesen. ch) Vgl. Deut. 10, 17.