Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- I. Band (1865)
- Issue
- Heft 1 (April 1865)
- Date
- 1865-04-01
- Page
- Seite 28 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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28 Jllustr. Monatsh. für die ges. Interessen des Judenthums. Spiel getrieben, weil ich in meiner Gutmüthigkeit ihrer Zudringlichkeit nicht auszuweichen vermochte. Sie zeigte meinen Ring vor, den sie als Beweis »reiner Liebe für sic und meiner Gleichgültigkeit für Rosarka erhalten haben wollte; sie erzählte, daß ich im Einverständniß mit ihr Rosarka schon von Hracholsk aus zurückgeschickt hätte, weil sie mich vor Wadcchod erwartete. Genug, sie bot alles auf, zu beweisen, daß ich Rosarka betrogen hätte. Und es gelang ihr endlich. Die neudorfer Mädchen erzählten und beschworen es, daß sie mich mit der Schmeilkowa die ganze Nacht hatten tanzen sehen, und als diese einen Sohn gebar, den sie für den »reinigen aüsgab und ihn sogar nach meinem Name» taufen ließ, war cs kein Zweifel mehr, daß ich es nur darauf abgesehen hatte, die arme Rosarka zu betrügen. „Sieben Jahre nach unserer Trennung erst hcirathetc Rosarka, nachdem sie in Gram und Sorge ihre Schönheit und auch ihre Gesundheit eingebüßt hatte, jenen Häusler, dem cs mehr um ihr kleines Ersparnis; als um sie selbst zu thun war, und erst im fünften Jahre ihrer Ehe gebar sie eine Tochter, die ich bei meiner Rückkehr als einen Säugling auf den Armen der Mutter fand. „Ich lebte jahrelgng ohne mit Rosarka ein Wort zu sprechen. Wenn wir einander zufällig begegneten, schlug sie die Augen nieder. Auch kam sie nie zur Stadt herein, ohne ihr Töchtcrchcn entweder aus dein Arine tragend oder an der Hand führend bei sich zu haben. „Erst nach dem Tode ihres Mannes sehnten wir uns aus. Und da waren wir beide schon zu alt geworden, um noch daran zu denken, in ein Haus zu ziehen oder vor den Altar des Herrn zu treten, um uns zusammenthun zu lassen. Auch war die junge Rosarka mittlerweile groß geworden, und cs wäre nicht schicklich gewesen, wenn die Mutter noch an eine alte Liebe gedacht hätte, während die Tochter in eine junge verwickelt war, die uns für sich schon Noth und Sorgen machte." Und die Schmeilkowa? fragte ich. „Als ich zurückkam und erfuhr, was die durch ihre Bosheit und Lügenhaftigkeit für Unheil gestiftet, erklärte ich vor aller Welt, daß ich sie zur Stunde ebenso hasse und geringschätze, wie ich es vor dreizehn Jahren gethan. Ich mußte zugeben, daß ich iin Rausche und gezwungen mit ihr getanzt, aber etwas anderes gab ich nicht zu, am wenigsten jedoch, daß sie das Recht habe, ihr Kind nach meinein Namen taufen zu lassen. „Zweimal nur kam ich mit ihr zusammen. Gleich nach meiner Rückkehr kam sie zu mir, um mich daran zu mahnen, daß ich ihr die Heirath schuldig sei; dann kam es zu einem heftigen Streit zwischen uns, der damit endete, daß ich sie zur Thür hinausstieß. Ohnehin wußten die Leute nichts Gutes von ihr zu erzählen, und ich drohte ihr, sie so behandeln zu wollen, wie sie es verdiente — als Diebin nämlich, denn sie hatte mir meinen Ring gestohlen —, wenn sie mich noch einmal vor Leuten anreden oder gar in meine Wohnung kommen würde. „Sic begnügte sich dann damit, mir wo sie cs konnte in den Weg zu treten, aber sie verhielt sich jahrelang ruhig. > „Einmal nur paßte sie mir in Ostrow,! als ich von Zidovice zur Stadt ging,!in der Ngcht auf. > „Sie bat mich um eine ruhige Unterredung; sie wollte, sagte sie, alle Feindschaft und alles Unrecht vergessen, das ich ihr angethan, und gar! nicht von sich reden, sondern nur von mir. „Ich gab ihr nach. Sie sprach so weich und warm, wie ich es ihr gar nicht zugetraut. „Sie bctheuerte mir, daß sic nie Zauberei getrieben, daß sie nur so gethan habe, als verstehe sie sich auf solche Dinge, weil sie dadurch Brot für sich und ihr Kind verschaffen konnte. „Sie beschwor mir bei ihrem irdischen Glück, bei ihrer Hoffnung auf die einstige Seligkeit, ihr Pepik sei mein Sohn. Ich aber, obgleich ich nicht böse that und sie ihre Rede auch nicht böse thun konnte, ich glaubte ihr nicht. Ich sagte ihr, wenn sie mickwirklich, wie sie vvrgaM, lieb gehabt