Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 5 (1938)
- Issue
- Heft 2
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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nedikt Veit und Moyses Löwi verlangen ihre beim Steuersystem gehabten Unkosten zurück „und des Primators * Popper betr. (betreffend? beträgt?) (= 1.0). Letzteres ist unklar. Erledigung fehlt. Dass die Landesdeputierten und auch der Primator selbst für gehabte Unkosten irgendwie entschädigt sein mussten, versteht sich von selbst. In J. Poppers grossartigem Steuervorschlag vom J. 1792 (s. weiter unten) kommt dieser Punkt weitläufig zur Sprache, und wir sehen, wie auf diese Weise für das Ärar beträchtliche Summen verloren gingen. Undatiert ist Akt 139, in welchem die Anwesenheit des Landesprimators bei der Eröffnung der jüd. Schule bezeugt wird. Akt 144 rühmt den Eifer der Primatoren Israel Simon Frankel und Joachim Popper in Schulsachen. Zur Sache vgl. „Popper" S. 46 Anm. 1. Nachtäglich bemerkte ich, dass die hochwichtige Angelegenheit der jüd. Normalschule auch in einer eigenen kleinen Schrift46) verewigt wurde: ,,Theilnehmung an dem heutigen unvergesslichen Tage als dem 2ten May . . . auf Anordnung des Landesprimator Joachim Popper und der übrigen Landesdeputierten zum Zeichen der Dankbarkeit der sämmtlichen Landesgemeinden der Israeliten in Böhmen". (Ign. Böhm, Histor. Nachricht . . . des Normalschulinstituts in Böhmen. Prag 1784, S. 230; Auszüge daraus s. in „Jahrbuch" V. 269.) Der einverständliche Eifer der beiden Primatoren in Schulsachen, deren Schauplatz Prag ist, ist umso bemerkenswerter, als die böhm. Landjuden von einer Schule, die in Prag errichtet wurde, eigentlich nichts oder nur wenig hatten, und bemerkenswert ferner darum, weil gewisse Dinge zwischen Prag und der Landjudenschaft nicht immer reibungslos vor sich gingen, wie schon oben in einem Falle angedeutet worden ist. Die nächsten 3 Eintragungen, bereits aus dem Jahre 1785, betreffen einen gewissen Josef Popper „Jud", Eintragungen, die wohl nur irrtümlich zu den Personalien des Joachim Popper 46) Mir nur aus dem Verzeichnis in „Jüd. Archiv" (Wien 1927), I, Heft 3, S. 17, bekannt. Die Schrift: I. Böhm, Historische Nachricht usw. befindet sich in der Fideikommisbibliothek. I. Böhm war k. k. Hofkaplan und Schuldirektor auf der k. k. Kommunal-Herrschaft Zbirow. Die Aufsicht über die j. Schulen hatten bekanntlich staatliche christliche Organe (s. Herrmann, S. 73). 8«