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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1938-01-01 · Heft 2 · p. Seite 83

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
5 (1938)
Issue
Heft 2
Date
1938-01-01
Page
Seite 83 (sequence 35)
Language
German
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IRI
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gelangt sind. Das wäre nebstbei das Zeichen dafür, dass dem Hofkanzlisten jeder „Popper" eo ipso mit dem einzig bekannten Joachim P. zusammenfiel. Immerhin ist aber möglich, dass der Irrtum nur in der Auflösung des Vornamens steckt; J. wurde Josef gelesen statt Joachim. In diesem Falle hätten wir es auch hier mit Joachim P. zu tun. Die Eintragungen beziehen sich auf die Kotzianer Brandweinpachtung oder um einige Gründe auf der Plässer Herrschaft pachten (oder erwerben?) zu können. Bei den stetig auf Erweiterung ausgehenden Unternehmungen J. Poppers wäre auch dieser Schritt verständlich. Die Frage der Pachtung von herrschaftlichen Geländen seitens der Juden stand um diese Zeit oft in Diskussion; durch neuere Dekrete eben dieser Jahre wurden den Juden gewisse Hoffnungen und Aussichten eröffnet. Ein Hofdekret vom 18. September 1785 gestatte den Juden sogar den Ankauf von Ärarial- und öffentlichen Gebäuden in Orten, in denen sie toleriert waren; die Voraussetzung war, dass sie derlei Gebäude zur Anlage von Fabriken benützen würden. Im Jahre 1786 wurde bestimmt, dass es der Herrschaft vorbehalten sei, Juden aufzunehmen und ihnen Häuser zu verkaufen47). Darauf wohl hat sich auch vorliegendes Gesuch gestützt. Dasselbe war noch in den Jahren 1786 und 1787 nicht entschieden, wie die vorliegenden Eintragungen beweisen. Zu vergleichen ist der Fall des Aron Beer Joss und anderer Juden, die wir in Abschnitt IV behandelt haben. Der Hauskauf J. Poppers kommt noch besonders zur Sprache. Im Jahre 1785 (St. R. Akten Nr. 986) trägt sich Joachim Popper mit dem Gedanken, in Böhmen eine Zuckerraffinerie zu errichten; dieselbe kam wohl nicht zustande, da von ihr in den Popper'schen Akten nicht mehr die Rede ist; vielleicht findet sich was in den Prager Archiven. In dasselbe Jahr gehört J. Poppers Gesuch (ib. Nr. 1002), dass er bei dem Steuerpauschal-Quantum von 1500 fl. belassen werde; offenbar wurde der Versuch gemacht, den vermögenden 47) Bearbeitet von L. Singer, Aus dem Leben eines Kaufmanns (in B'nai B'riih-Mittciltmgen für Oesterreich, Jg. 33, Wien April 1933, S. 152): er citiert St. A. St. R. 1408 aus 1786. Auch „Jahrbuch" V, 272, wo freilich Josef Popper als besondere Person behandelt wird. 83

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