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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1938-01-01 · Heft 2 · p. Seite 80

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
5 (1938)
Issue
Heft 2
Date
1938-01-01
Page
Seite 80 (sequence 32)
Language
German
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Chef Joh. Bapt. Freiherr von Puthon war.39) Eben J. G. Schuller & Comp, wie auch Puthon waren Mitglieder jener Tabakpachtung vom Jahre 1770, an der u. a. Wolf und Isaak Popper beteiligt waren („Popper" S. 31); da aber Wolf P. in diesem Jahre nicht mehr am Leben war (er starb 1767), so muss Joachim P. sein Erbe angetreten haben, und er kam wahrscheinlich mit jenen Herren auch persönlich zusammen. Mit Fries ist wohl der spätere Reichsgraf Joh. Fries40) gemeint, ein bekannter Industrieller. Später bekleidete sein Sohn Moriz Fries die Stelle eines Chefs des Gross- handlungshauses Fries & Comp. Unter ihm trat der Fall dieses Hauses ein im Jahre 1826,41) und sein Haus in Wien kam in die Hände der Bankjuden Arnstein und Eskeles.42) Merkwürdige Verkettung der Dinge! Auch des J. Popper „Sohn" Andreas P. verschleudert das riesige Vermögen des Vaters, lässt es aber in -— christliche Hände gleiten! So mag auch nochmals die Parallele mit d'Aguilar erwähnt werden: die Fabel von einem noch heute bestehenden riesigen Nachlass, der nur auf die glücklichen Erben wartet. . . In den Wiener Archiven befinden sich noch eine ganze Anzahl von Akten, die sich auf Joachim Popper beziehen und die hier das erste Mal veröffentlicht werden. Es sind das jedoch nur Trümmer des ehemaligen Bestandes, da im Brande des Justizpalastes 15. Juli 1927 vieles unwiderbringlich verloren gegangen ist. In diesen Akten ist genau zu unterscheiden, was die res gestae J. Poppers als Privatmann sind oder solche als Primator der böhmischen Landesjudenschaft; letztere überwiegen an Zahl und natürlich auch an Bedeutung. In der Hofkanzlei sind die Akten, wie es scheint, auf die Persoji des J. Popper vereinigt worden und wurden nicht nach Materien gesondert. Weiter unten lassen wir diese Akten, soweit sie erhalten sind, in extenso folgen; hier besprechen wir ihren Inhalt und gehen dabei chronologisch vor. Auch der Primator J. Popper hatte es mit — Juden zu tun 39) Wurzbach, Biogr. Lexikon 32, 166. 40) Ib. 4., 361. 41) Auch dies noch ib. Vgl. die biographische Notiz in: Graf August de la Garde, Gemälde des Wiener Kongresses 1814—1815 (Leipzig 1912), S. 206. 42) Schon in „Popper" bemerkt S. 149 (Nachtrag). 80

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