Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 5 (1938)
- Issue
- Heft 2
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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J. Rokycana (brieflich), der in der Form „Joss" eine falsche Lesart sieht und vielmehr „Jess" sprechen will, eine häufig vorkommende Kürzung der heutigen „Jesenice" (aus „Jessenius" abgeleitet) — diese Ansicht kann ich nicht teilen, denn nicht nur spricht die hebr. Orthographie Dtf** oder DDK* dagegen, sondern auch die mehrfache Schreibung „Joss" in dem deutsch geschriebenen Testamente J. Poppers und den damit zusammenhängenden Dokumenten und letzhin auch die amtliche Schreibung der k. k. Böhmisch-Österreichischen Hofkanzlei, die hier weiter unten vorgeführt werden soll. Vorher aber sollen noch einige Personen dieser Familie identificiert werden (anderes s. in „Popper" S. 25 f. und im Register). Der bei Hock S. 163 a Nr. 6904 verzeichnete „Greis" (tWH) Beer Rofe („Arzt") ben Chajjim, der im Jahre 5496 1736 gestorben ist (Monat und Tag nicht angegeben), scheint mir der Bruder des Märtyrers Zekharja Joss gewesen zu sein; Familienname und Name des Vaters ist bei beiden derselbe. Es ist allerdings ein wenig störend, dass der ,,Greis" fast um 10 Jahre früher von dannen ging, als der vorzeitig erschlagene Zekharja, aber das macht unsere Annahme nicht unmöglich, und Altersunterschiede zwischen Brüdern kommen in der jüd. Familie vor, besonders, wenn etwa der jüngere das Kind einer anderen Mutter ist. Die Gleichung selbst führt uns nun zu einem weiteren Schritt. In der Lebensgeschichte des Joachim Popper und auch in den Akten kommt ein Aron Beer Joss mehrfach vor; der zweifache Name ist bekanntlich in vielen Fällen so zu erklären, dass sich der Sohn nach dem Vater nennt; also Aron, der Sohn des Beer Joss — und Beer ist der Name des vorhin ermittelten Bruders des Zekharja Joss! Also ist Aron Beer Joss ein Vetter der Reizl, der Tochter Zekharjas, der Frau Joachim Poppers. So nun erklärt es sich, dass J. P. in seinem Testamente („Popper" S. 99) fürsorglich der Kinder des Aron Beer Joss gedenkt; er führt auch Process um ein dem Aron Beer in Prag „eigentümlich" gehörendes Haus, auf das er, J. P., eine Schuldforderung habe („Popper" S. 36). In der Quelle, Decretenbuch Nr. 170 Folio 2b, wird zwar dieser Aron Beer Joss ein Sohn des verstorbenen Löbl Joss genannt, man muss aber wissen, dass mit dem Namen Chajjim oft auch der Name Juda Leb Löbl ein- 76