Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1938-01-01 · Heft 2 · p. Seite 77

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
5 (1938)
Issue
Heft 2
Date
1938-01-01
Page
Seite 77 (sequence 29)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2416673-2416692-2416694--1044-2417766
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

hergeht33), so dass selbst nach dieser Angabe der von mir angenommene Zusammenhang nicht ausgeschlossen ist, man müsste dann nur annehmen, der Schreiber jenes Passus im Decretenbuch habe des Arons Grossvater genannt, was auch vorzukommen pflegt, weil das Haus, von dem die Rede ist, im Munde der Leute nun einmal Löbl Joss'sches Haus hiess. Wer das nicht gutheissen will, muss annehmen, dass Zekharja Joss ausser dem Bruder Chajjim auch noch einen Bruder namens Juda Leb Löbl hatte, und dafür fehlt jeder Beweis; auch bleibt dann der zweifache Name Aron Beer unerklärt34). Den Aron Beer Joss suchte ich, wie gesagt, besser zu fassen, weil er im Testamente und in den Rechtshändeln J. Poppers so stark hervortritt. Wir lernen denselben Mann auch aus Wiener Akten kennen. Ein Akt, der heute im „Staatsarchiv des Innern und der Justiz" erliegt (bekanntlich zum Teile aus dem abgebrannten Justizpalast hieher übertragen und vom Brande sehr beschädigt), führt uns diesen Mann als grossartigen Geschäftsunternehmer vor, wodurch er seinem Verwandten J. Popper würdig an die Seite tritt. Mit Bittgesuch de dato Prag 13. April 1791 (Wien 14. April 1791) bittet er um Erlaubnis der Errichtung einer Kotton- und Tuchfabrik in einem Gebäude ausserhalb Prags (wie es scheint: Josephtal) und spricht dabei von Feldern und Wiesen zur Bleiche etc. Es wäre schwer, den am Rande halb verbrannten grossen Fascikel zu kopieren, und dies gehört auch nicht zu meiner gegenwärtigen Aufgabe, und so begnüge ich mich bloss die Aussenseite hierherzusetzen: „An eine hochlöblich k. k. Böhmisch-Österreichische Hofkanzlei. Bericht des böhmischen Landesguberniums über das wiederholte Bittgesuch des Aron Beer Joss prager Juden, eine Kotton- und Tücheidruck Fabrik in und ausserhalb der Stadt Prag errichten zu dürfen" (aus IV T 2 Nr. 1814). Ein anderer Akt (in demselben Fascikel), der aber durch- 33) In den 7 männlichen Eintragungen bei Hock s. v. „Joss" kömmt der Name „Leb", wie ich gezählt habe, nicht weniger als 4-mal vor. Ich bemerke, dass bei Hock a. O. zweimal der individuelle Name eines Joss fehlt: in Nr. 653/5624 und 651/5622. Ich selbst habe einen Onkel gehabt den ältesten Bruder meines Vaters, der Chajjim Leb hiess. 34) An ein Qttf Uttf zu denken, dünkt mich eine gar prekäre. Auskunft. n

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.