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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1938-01-01 · Heft 2 · p. Seite 65

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
5 (1938)
Issue
Heft 2
Date
1938-01-01
Page
Seite 65 (sequence 17)
Language
German
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der Gemeinde vervielfachten noch diese Zahl aus eigenem, sodass im Ganzen achtzehnhundert Lichter erstrahlten.7) Ausserdem hatte jedes wohlhabende Gemeindemitglied eine Tafel vor einem seiner Fenster angebracht, welche mit passender Inschrift versehen war, die man dadurch lesen konnte, dass die Buchstaben „durchleuchtet" waren. Es stand nämlich folgendes auf den Tafeln geschrieben: Auf der Tafel des Gemeindevorstehers, des Kozin R. Dawid Kz.8) stand: Dieses geschieht unserer gnädigen Herrschaft zu Ehren, welches sie wohl in Wien werden hören. Wir wollen auch bitten, dass ihn Gott vor allem Unglück soll behüten. Auf dem Hause des Kozin R. Abraham brh9) Tm10) stand: Unsere Herrschaft wird wohl hören, was ihnen geschieht zu Ehren. Auf dem Hause des Kozin R. Salmen brj11) (2. Vorsteher) stand: 7) Gemäss dem Zahlenwert des Wortes *»n Leben d. i. achtzehn, wodurch der Wunsch der Gemeinde für den Fürsten symbolisch ausgedrückt werden sollte. 8) Kohen Zedek, gerechter Priester; eine Bezeichnung für die aronidische Abstammung. Vorsteher Dawid Kohn war ein angesehener, reicher Mann und zahlte ein Drittel der zu entrichtenden Gemeindesteuern. Im Siebenjährigen Krieg (1756—63) geriet er in Preussische Gefangenschaft, aus der er sich loskaufte. Er verlangte aber später, dass ihm die Gemeinde das ausgelegte Lösegeld ersetze, wodurch ein langwieriger Prozess entstand (Buchwald ibid.) Er dürfte auch mit jenen Dawid Kohn identisch sein, der gemeinsam mit anderen Teplitzer Juden am 31. Okt. 1789 bei der 5. Klasse der I. Klassenlotterie in Wien einen Treffer im Betrage von 24.750 fl. gewann (Johnisches Jahrb. IV., 467; Wanie, ibid. S. 37). Die Leipziger Messe — von Teplitzer Juden überhaupt lebhaft frequentiert, besuchte er ununterbrochen in den Jahren 1723—48, dann 1751—52 und 1754 (Freudenthal, Leipziger Messgäste, S. 209.). 9) ben R. Hirsch. 10) Tob Medina, Landesdeputierter. 11) ben R. Jakob. Salamon Jakob, wie er in den Messlisten genannt wird, begegnet uns in den Jahren 1747 u. 48 auf der Leipz. Messe (Freudenthal ibid.). 65

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