Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 5 (1938)
- Issue
- Heft 2
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 5)
- Language
- German
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den in Deutschland weilenden Nuntien Hosius und Delfino nach Rom gelangten. Diese Berichte trugen den Titel „Nuntiaturberichte aus Deutschland aus der Zeit des Tridentiner Konzils11 und wurden von der historischen Kommission der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien herausgegeben. Auch die weiteren zwei Bände der insgesamt vier Bände wurden von derselben Kommission herausgegeben. Dieses monumentale Werk hat Steinherz sofort in die erste Reihe der grossen Historiker von Weltruf gerückt und ihn obendrein zu einem der ersten %md besten Forscher der Papstgeschichte erhoben. 1901 wurde er ausserordentlicher Professor an der deutschen Universität in Prag. 1908 bereits Ordinarius. Von seinen weiteren Werken seien noch erwähnt: 1. Dokumente z%ir Geschichte des grossen abendländischen Schismas (1385—1395); 2. Ein Streit um die Salzburger Dompropstei 1385—1390] 3. Briefe des Prager Erzbischofs Anton Bms von Muglitz (1562—1563); 4. Ein Fürstenspiegel Karl IV.; 5. Die Einhebung der Lyoner Zehnten im Erzbishim Salzburg 1282—1285; 6. Die Beziehungen Ludwigs I. von Ungarn zu Karl IV.; 7. Das Schisma von 1387 und die Haltung Karl IV. Im politischen Kampf. Einleitend haben wir geschrieben, dass es der Wesenszug von Prof. Steinherz ist, abseits dem Rausche des politischen Geschehens unserer Tage seinen wissenschaftlichen Studien zu obliegen. Dank diesen Studien wurde er bei der Rektorswahl an der deutschen Universität in Prag 1922 im ersten Wahlgang mit 13 von 20 abgegebenen Stimmen zum Rektor gewählt. Wahrscheinlich unterstützt von den in Minorität gebliebenen deutsch-nationalen Professoren, entfesselten daraufhin die Studenten derselben Geistesrichtung einen Proteststurm gegen die ,,Verjudung der deutschen Universität", proklamierten einen Streik, der schliesslich in turbulenten Szenen, Prügeleien, unaufhörlichem Terror gegw die jüdischen Studenten ausartete. Aber das alles vermochte an seinem Festhalten an dem ihm einmal anvertrauten Amte nichts zu ändern. Er wich dem Terror nicht, lehnte es entschieden ab, dem Rate zu folgen, aus Gesundheitsgründen zu demissionieren, sa