Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 4 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 6)
- Language
- German
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und erbitterten Kampf. Wallenstein hat sich zu Gunsten der Juden über die Empfindlichkeit der Leipaer Tuchmacherzunft hinweggesetzt. Auch die Juden zu Sobotka erfreuten sich der werktätigen Fürsorge Wällensteins. Aus dem Hauptbuche der Jiciner Hofkammer geht hervor, dass er ihnen ein Darlehen von 10.000.— Fl. gewährte. Er nahm auch ihre Partei gegen die dortige Bürgerschaft und so konnten sich auch die Sobotischen Juden an seiner Huld sonnen. Die Jüdische Gemeinde Eger und ihre Gelehrten. Von H> Horowitz, Rabbiner in Dresden. (II. Fortsetzung [1]). Die Repräsentanz der jüdischen Gemeinde zu Eger bestand im 14. Jahrhundert aus 4 Gemeindeältesten, die „Judenmeister" genannt wurden. Im Jahre 1386 wurden die „Judenmeister", u. zw. Meier, Josef, Hesekias (Jecheskel) und Lebelange (Rufname für Chaim oder Isaak) zu Mitgliedern des Stadtrates gewählt (2). Nach dem Judenmorde des Jahres 1350 erhielten die geretteten und am Leben gebliebenen Juden wiederum die Erlaubnis, sich in Eger niederzulassen; jedoch durften sie nicht, wie zuvor, in der von ihnen früher bewohnten „Judengasse", die sich vom Ringplatz, vom Hause des Hermann Heckeis, aufwärts hinzog, wohnen, sondern mussten sich seit dem Jahre 1352 vom Marktplatze weiter entfernen. Ferner beschloss damals der Stadtrat, dass jeder Jude, der sich in Eger niederlassen will, die Genehmigung hierzu und das Einverständnis der Judenältesten einholen müsste, worauf er erst in öffentlicher Sitzung vom Bürgermeister und vom Stadtrat offiziell als Stadtjude von Eger aufgenommen wurde (3). 5