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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1934-01-01 · Heft 1 · p. Seite 4

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
4 (1934)
Issue
Heft 1
Date
1934-01-01
Page
Seite 4 (sequence 5)
Language
German
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Rom. Kay. May. vnser allgnädigster Herr, alle vndt Jede In diesen Königreich Böheimb angesessene Juden in dero gnädigen Schutz vndt Schirm ahn vndt aufgenommen, auch sie mit gemessenen gewissen Privilegien auf Elle, Mass vndt Gewicht begnadet vndt versehen, vndt mich darauf vnterthenig angelanget, damit sie vndt ihre Nachkommen daselbst in meiner Stadt Leippa solches Ihnen versprochenen meines Schutzes gemessen vndt bey Ihrer suchenden Kramerey vndt Gewandtschnidt ruhiglich verbleiben mügen, mit Absonderlicher Freiheit zu begnaden. Als habe Ich In solch Ihr gehorsames Bitten mit gueten Wissen vnd Bedacht consentiret, nemlichen In Crafft diess bewilliget, das Sie die daselbst Zur Leippa wohnende Juden vnd ihre Nachkomen daselbsten wohnen vndt handeln, Ihre Kramereyen, Gewandtschnidt vndt Gewärbe auf Elle, Mass vndt Gewicht ohne einiges Menschen eintrag vndt Verhinderung Öffentlich treiben, wie auch Ihre jüdische Ceremonien vben vndt brauchen, So wohl Ihr Viehe selbst schlachten, gemessen vndt verkaufen mügen. Bey welcher Ihnen ertheilten Freiheit vnd versprochenen Schutz die von mir verordnete jetzige vnd künftige Hauptleute, wie auch die Stadt selbst, sie die Juden maneteniren vndt handhaben, in Keinerlei Weise, bey hoher Straff darwider turbieren oder molestiren, noch jemand! anders Ihnen Unfug* anzuthuen verstatten sollen, dan es ist also wie benent mein Will vndt Meinung. Geben Prag, den 22. Jannarii Im 1634. Jahre. Dass den Juden in Leipa von Wallenstein das Recht zuerkannt wurde, Gewandschnitt zu treiben, war eine besondere Gunst. Denn an vielen Orten, wie beispielsweise in Reichenberg hatten das Recht zum Gewandschnitt, d. h. zum Tuchhandel nur die Zunftmitglieder allein. Den Zünften und Innungen konnten ja die Juden nicht angehören. Das Recht des Detailhandels mit Tuch wurde oft den Juden strittig gemacht. So erging von auswärts im Jahre 1694 eine Anfrage an den Reichenberger Magistrat, ob den Juden dieses Recht zustehe. Die Zünfte führten wegen des Gewandschnittes seitens Aussenstehender einen langen 4

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