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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1933-02-01 · 2 (Februar 1933) · p. Seite 123

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
3 (1932-1933)
Issue
2 (Februar 1933)
Date
1933-02-01
Page
Seite 123 (sequence 59)
Language
German
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dann noch mit Gerstl Politzer und Berl Ryss zusammen Vormund der Sara Mandl, seiner Verwandten. Sein Sohn MandlLöbl, 1743 Mitfertiger, kaufte 1736 Haus Nr. 8 von des reichen Börl Abraham zweiten Frau und Erbin Sohrl um 1050 fl., verkaufte es aber schon 1740 mit bedeutendem Gewinn, um 1500 fl., an Mayer Politzer, der davon 804 fl. bar erlegte und für 696 fl. eine Waisenschuld übernahm und 1746 von der Herrschaft noch ein weiteres Grundstück neben seinem nunmehrigen Haus dazu erhielt; aber es wurde ihm die Bedingung gestellt, er dürfe das daneben verlaufende Gäßchen nicht zu sehr verengen. Auch Nr. 25 wurde bereits 1738, wieder mit großem Gewinn, nämlich für 400 fl. an den Glaser Anczerle Viktor veräußert, der 150 fl. in barem zahlte und für den Rest eine Waisenschuld auf sich nahm. Die „Beschreibung" kennt den Namen Fanto nicht. Die Familie findet sich aber erst seit 1782 in dem benachbarten Holitsch und hier wurde 1801 Gumpl Fanto von seinem Vater R. L e b Rofe (d. h. Arzt), also einem Bader, wie wir heute sagen würden, in den Verband der dortigen Chewra Kadischa eingekauft. Im selben Jahr findet sich auf einer Stiftungsurkunde der Name des R. Leml Rofe, welcher wahrscheinlich Lebs Bruder war. Das Badergewerbe ging dann auf Lebs Sohn M e n d 1 und hierauf auf dessen Sohn S e k 1 über. Es wäre daher nicht unmöglich, daß es sich auch schon in früherer Zeit in der Familie nachweisen ließe. Im Jahre 1773 wohnte in dem vornehmen Haus Nr. 1 der Bader Bernhard Moys e s, der sicher der Sohn des Moses David in Nr. 15 C (1699) war. Vielleicht waren Leb und Leml somit die Söhne des Bernhard Moyses, der zur Zeit der Vertreibung schon ein älterer Mann war und wirklich 2 Söhne hatte. Sekl ist der zuerst 1811 in der neuen Matrik genannte Familiant Isak Mandel (Mändl, Mendl), geb. 1780 in Göding, mit der 1836 geborenen Gödingerin Anna Stiasny in Gegenwart des Kaisers Franz II.*) im Holitscher Schloßhof getraut, seit 1808 Pächter des Gödinger herrschaftlichen Branntweinhauses, Landesältester des Brünner Kreises und von ca. 1810 bis nach 1830 Gemeindevorsteher, angeblich Vater von 20 Töchtern. Eine davon Julie, heiratete den späteren Vorsteher Friedrich Karplus. Mandl starb am 23. Mai 1864. *) Nicht Franz I., wie ich in meiner „Gödinger Judengemeinde" irrtümlich angab. 123

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